Der Mölm'sche Grubentroll

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Unweit des Hauses, in welchem ich aufgewachsen bin, traf ich kürzlich ein seltsames Wesen. Viele mögen ihn schmähen, weil er in ihren Augen häßlich sein mag.
Manche mögen ihn gar beschimpfen oder mit Dingen nach ihm werfen.
Doch verkennen sie, dass er niemandem etwas Übles will.
Wer sich die Zeit und das Herz nimmt ihm zuzuhören, der kann erfahren, wer dieser Geselle ist.
Er ist einer der letzten Mölm'schen Grubentrolle. Diese Wesen lebten dereinst in den Zechen der Stadt und trieben ihren harmlosen Schabernack mit den Bergleuten. Aber niemals dergestalt, dass sie in Gefahr gerieten. Im Gegenteil, macher Kumpel verdankt ihnen sein Leben. Zwar zeigten sich die scheuen Gesellen nicht, aber sie flüsterten den Bergleuten Warnungen zu, wenn sich eine Gefahr abzeichnete.
Ich unterhielt mich eine Weile mit dem spaßigen Gesellen, der sich derzeit nahe einer ehemaligen Grube aufhält.
Er weiß, dass seine Zeit dort abläuft. Er weiß, dass er auf Grund seiner Fremdheit bald von seinem Platz entfernt wird. Dann wird er sich wieder zurückziehen, vor den Augen der Welt für immer verbergen.
Aber die Zeit die ihm noch bleibt werden wir nutzen, denn er ist bald so alt wie unsere Stadt und er wird mir sein Wissen in Form von Märchen hinterlassen, auf dass die Kinder sie lernen können. Auch hegt er die Hoffnung, dass sein Volk die Grubentrolle auch ohne Mülheimer Zechen nicht in Vergessenheit geraten wird.
So lausche ich seinen Geschichten um sie niederzuschreiben. Der Troll, der schon in den Geschichten meiner Kindheit erscheint, wird auch nicht vergessen werden, wenn man ihn dort verscheucht hat, wo er in den Augen einiger nicht sein darf.
Wann die Geschichten des Trolls Aed-daas im Schloßmuseum vorgelesen werden, wird immer zeitnah bekannt gegeben.
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