Pst! Es ist Advent!

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Der Advent, so sagte man früher, sei die stille Zeit.
Ja, das waren noch Zeiten, da reichte noch ein „Pst!“ und alle horchten klopfenden Herzens dem sich nahenden Ereignis entgegen.
Seit meiner Jugend frage ich mich allerdings, was es mit dem „Pst!“ im wörtlichen Sinne wohl auf sich haben mag.

Für solche Fragen ist das Internet bestens geeignet. Man gibt „Pst!“ einfach in eine Suchmaschine ein und schon steht aufgelistet, was pst=PST so alles bedeutet.

Als da wären: Pacifik Standard Time, Pulsierende Signal Therapie, Photo Shop Tutorial, ein Dateiformat bei Office Outlook und vieles andere - der Beantwortung meiner Frage überhaupt nicht dienliche - mehr.

Verdoppelt man rein instinktiv das s, erhält man wenigstens schon mal ein Bildchen von Dick und Doof, auf dem die beiden Geistesakrobaten den Zeigefinger an die Lippen legen.

Erst mit dem Zusatzwort „Ruhe“ erscheinen Einträge in der gewünschten Richtung.
Zwar auch keine Erklärung, aber immerhin Hinweise auf literarische pst-Belege aus Schriften von Josef Stalin und Otto Julius Bierbaum.

Meine innere Suchmaschine ist sich inzwischen sicher, dass es sich bei „pst!“ um einen Ausruf handeln müsse, eine Interjektion, möglicherweise unter „Appellinterjektion“ zu schubladisieren.

Da hätte man doch schon was handfestes, wenn auch von Wortbedeutung immer noch keine Spur. Es sei denn, man begnügt sich mit Umschreibungen wie „Ruhe, Silenzium, Schnauze!“

Es kommt wohl für jede Art Appell nur auf die effektivste Lautfolge an.
In unserem Fall ist das: Plosiv, Frikativ, Plosiv! Besser geht’s nimmer.

In diesem Sinne, und im Hinblick auf eine hörbar stille Zeit, blase ich – in gehörigem Abstand zur Kerze - allen Folgern ein adventliches „Pst!“ entgegen!
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