Aufbruchstimmung beim VfB Speldorf

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Neuzugang Kevin Müller durfte beim Pressetermin einmal Probesitzen, Maciej Szewczyk hält sein neues Trikot in die Kamera. (Foto: Heinz Haas)
 
Vorstellung von Maciej Szewczyk (2.v.l.) mit dem zweiten Vorsitzenden Stephan Peltzer (li.), Trainer Christian Mikolajczak (2.v.r.) und Kevin aus der Wieschen vom Sponsor Auto Wolf (re.) (Foto: Heinz Haas)

Es ist, als wäre der VfB Speldorf aus einem Dornröschenschlaf erwacht. Nach dem überraschenden Aufstieg in die Oberliga Niederrhein herrscht an der Saarner Straße eine riesige Aufbruchstimmung. Frei nach dem 1954er Motto: Der VfB ist wieder wer. In der Vorbereitung auf die neue Spielzeit durften die Speldorfer sogar gegen einen Bundesligisten antreten.

Verbunden ist der Aufschwung vor allem mit den Namen von Christian Mikolajczak und Frank Linnecke. Der eine, Trainer Mikolajczak, hat der Mannschaft mit seinem Ehrgeiz zum vorher nicht für möglich gehaltenen Aufschwung verholfen. Der Linienchef hat den Kicker eine derartige Disziplin eingeimpft, dass es erst am vorletzten Spieltag den einzigen Platzverweis der gesamten Saison gab. Darüber hinaus bringt sich der Coach selbst in den Verein ein und ist seinen Spielern so ein Vorbild. Als an der Saarner Straße der Aufstieg gefeiert wurde, stand Mikolajczak als erster am Grill.

Frank Linnecke ist seit Anfang des Jahres neuer Vereinsvorsitzender und bastelt seitdem an den Strukturen des Vereins. Dank seiner Kontakte konnte der Solarienhändler innerhalb eines Jahres ein großes Netzwerk von Sponsoren aufbauen, das weit über den Trikotsponsor Kempkes Bautechnik hinausgeht. Sogar bekannte Namen wie das Mezzomar am Stadthafen sind dabei. Aber auch Neulinge wie die Firma SDR Gutachten GmbH sind dabei, weil sie Lust haben, Teil des neuen Speldorfer Projekts zu sein. Oder Achim Lankermann, dessen Firma 100 Meter Luftlinie vom VfB-Platz entfernt liegt und der dennoch erst jetzt mit ins Boot geholt wurde.

Die Gefahr, finanziell wieder alles auf einen Geldgeber zu konzentrieren, soll diesmal offensichtlich schon von Beginn an gebannt werden. Linnecke träumt insgeheim sogar schon von mehr. Im Gespräch mit dem „Mülheimer Sportmagazin“ äußerte er den Wunsch, in drei Jahren in die Regionalliga aufsteigen zu wollen.

In der Saison 2017/2018 kann es für die Speldorfer aber erst einmal nur darum gehen, sich in der Oberliga zu etablieren. Mit dem Abstieg möchte man nichts zu tun haben. Dazu haben die Verantwortlichen die Mannschaft verstärkt. Aus dem Vorjahreskader sind zwar sieben Spieler gegangen, wirklich schmerzen werden aber nur der Verlust von Innenverteidiger Dimitri Steininger (zurück zum MSV 07), Torwart Tobias Ritz (war nur für den verletzten Kai Gröger eingesprungen) und Leon Fritsch (wechselt zum Oberliga-Absteiger SV Hönnepel-Niedermörmter).

Jede Menge Oberliga-Erfahrung neu im Kader

Dazu hat sich Trainer Christian Mikolajczak jede Menge Oberliga-Erfahrung geholt. Dominik Borutzki (SV Hönnepel-Niedermörmter), Kevin Müller, Deniz Hotoglu (beide ETB Schwarz-Weiß Essen), Jonas Rölver (VfB Homberg) und Ryota Nakaoka (VfR Krefeld-Fischeln) haben in der vergangenen Saison bereits in dieser Liga gespielt. Patrick Dutschke spielte beim starken Landesligisten ESC Rellinghausen. Besonders stolz sind die Mülheimer auf die Verpflichtung von Maciej Szewczyk, der zuletzt in der vierten polnischen Liga beim Traditionsverein Widzew Lodz gespielt und sogar schon einmal zwei Partien für die polnische U19-Nationalmannschaft absolviert hat. Der gebürtige Meppener ist für die linke Abwehrseite vorgesehen. Vollendete wurde die Kaderplanung erst vor wenigen Tagen durch den jungen Torwart Robin Offhaus, der aus der U19-Bundesligamannschaft von Fortuna Düsseldorf kommt und sich mit dem 31-Jährigen Kai Gröger ein Duell um den Platz zwischen den Pfosten liefern wird.

Apropos Bundesliga: Durch ihre guten Kontakte kamen die Speldorfer am vergangenen Samstag in den Genuss eines hochkarätigen Testspiels. Weil am vorgesehenen Spielort von Bayer 04 Leverkusen die Tribüne abgebrannt war, benötigte die Werkself kurzfristig einen neuen Gegner. Der VfB sprang ein und hielt bis zur Pause ein 0:1 durch Ex-Nationalspieler Stefan Kießling. Erst im zweiten Durchgang machte es die Elf vom neuen Trainer Heiko Herrlich deutlich und gewann noch mit 6:0.
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