Deutscher Hochschulmeister 2017: Harun Aktas-Beier!

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Vorne: Mähdi Nasef, Harun Aktas-Beier, Abi Guettari Hinten: Frank Nierhaus, Hadi Nasef
 
Deutscher Meister 2017: Harun Aktas-Beier
Mülheim an der Ruhr: innogy Sporthalle | Vom 02.06.2017 bis 04.06.2017 fanden in der OSPA-Arena in Rostock, ausgerichtet durch den PSV Rostock die diesjährigen Deutschen Hochschulmeisterschaften im olympischen Amateurboxen statt.

Der PSV Rostock präsentierte sich wirklich als guter Organisator und Ausrichter für dieses sportliche Highlight.

Über 100 Athleten bzw. Athletinnen gingen über die Waage und in 4 Sessions galt es dann die jeweiligen Titelträger zu ermitteln.

Aber nicht nur die Quantität beeindruckte, sondern auch die Qualität und daran konnte man den Stellenwert dieser Meisterschaften eindeutig messen.

Etliche Titelträger auf Landes- und nationaler Ebene gingen an den Start. Auch Internationale Erfahrung konnte man in den jeweiligen Startbüchern lesen, so starteten WM- und EM-Teilnehmer und zeigten das sportliche Niveau dieser Veranstaltung.

Mit dabei auch drei Dümptener, Harun Aktas-Beier startete für die Hochschule Düsseldorf, Hadi Nasef für die Uni Duisburg/Essen und Mähdi Nasef für die Hochschule Niederrhein in Krefeld.

Begleitet wurden sie durch ihre Heimtrainer Abi Guettari und Frank Nierhaus.

Im Viertelfinale traf Mädhi Nasef auf Ali Dakroub vom Boxzentrum Münster, mehrfacher Westfalenmeister, der im Landesstützpunkt Münster trainiert und für die Uni Münster an den Start ging.

Es entwickelte sich ein guter, sehenswerter Kampf mit einem hohen Tempo für die Gewichtsklasse. Retrospektiv betrachtet war es auch der beste Kampf dieser Gewichtsklasse über die gesamten Meisterschaften.

Während der Münsteraner im stetigen Vorwärtsgang versuchte Druck zu machen, hatte Mähdi immer eine „passende Antwort“ parat und gefiel über gute Kombinationen der Führungs- und Schlaghand auf dem Körper. Der Münsteraner kam nicht so wirklich mit der Rechtsauslage des Dümpteners klar.

Beide boten sich drei Runden Paroli und steckten nicht auf, letztendlich, auch zum Erstaunen der Zuschauer und anderen Trainer, verlies Mähdi mit einer Niederlage den Ring, die Punktrichter werteten die Kampf mit 3:2 gegen ihn.

Besser lief es dann für seinen jüngeren Bruder Hadi im Halbschwergewicht (bis 81 kg), er konnte bis in Halbfinale vordringen und traf dort auf Jason Quansah vom SC Colonia Köln, der für die Uni Köln an den Start ging.

Der Kölner, war mit bereits schon knapp 80 Kämpfen, mehreren Landestiteln sowie Teilnahmen an den Deutschen Meisterschaften im Gepäck nach Rostock gereist.

Hadi fand nicht wie gewohnt in den Kampf und konnte seine Reichweitenvorteile diesmal nicht so nutzen, immer wieder konnte der Kölner die Distanz überwinden und punkten.

Zwar schenkten sich Beide nichts, aber der Kölner hatte an diesem Tag einfach immer eine Hand mehr im Ziel, war stabiler und verließ zu Recht nach drei Runden den Ring als Sieger und konnte sich damit sein Ticket für das Finale sichern.

Hadi belegte abschließend den dritten Platz in seiner Gewichtsklasse und gewann somit Bronze.

Aus im Halbfinale? Das sollte es für den dritten Dümptener im Bunde nicht geben!

Auf Harun Aktas-Beier, dem jungen Halbweltergewichtler (bis 64 kg), des BC Mülheim-Dümpten, wartete jedoch mit Adem Kartal vom VFL Sindelfingen bereits ein sehr starker Gegner im Halbfinale.

Adem ist im Olympischen Amateurboxen kein Unbekannter, der sympathische Athlet des VFL Sindelfingen, trainiert auch am Olympiastützpunkt Heidelberg, aufgrund seiner sportlichen Leistungen, wurde er im österreichischen Lienz beim Internationalen Dolomiten-Box-Turnier im Leichtgewicht für die Nationalstaffel eingesetzt und trug somit den Bundesadler.
Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sowie Landestitel sind ebenfalls seiner sportlichen Vita zu entnehmen.

Beide Kontrahenten gingen ein richtig hohes Tempo und die anwesenden Zuschauer sahen hier wirklich eine klasse Leistung beider Athleten. Jeder versuchte die Aktionen des Anderen zu kontern und Zeichen zu setzen.

Harun schob sich aus einer stabilen Deckung heraus immer wieder an den Sindelfinger an, überwand die Distanz und konnte im Nahkampf durch schöne Körper-Kopf-Kombinationen punkten. Aber auch der Sindelfinger hielt die Frequenz hoch.

Nach drei richtig starken Runden, einer Werbung für diesen Sport, stand fest, Sieger nach Punkten und somit Finalticket: Harun Aktas-Beier.

Einen Wermutstropfen hatte das Ganze jedoch, denn der Dümptener zog sich einen Cut an der rechten Stirnseite in der letzten Runde zu und somit war lange Zeit fraglich, ob ein Start im Finale realisiert werden konnte.

Aber mit Hilfe des guten Ringarztes, der sehr gut die Veranstaltung medizinisch betreute, wagten die Dümptener den Versuch.

Im Finale wartete dann mit Mohamed Dahimi, der für die Uni Berlin an den Start ging, ein weiterer „schwerer Brocken“.

Der Berliner geht für Hertha BSC Berlin in der 1. Bundesliga auf Punktejagd und wurde mit dieser Staffel in der laufenden Saison Vize-Deutscher Meister 2017.

Mit Gongschlacht zu ersten Runde lies Harun jedoch nichts anbrennen, er bestimmte den Kampf und war stetig im Vorwärtsgang, immer wieder konnte er den Berliner stellen und sehenswerte Kombinationen zeigen.

Harun hielt alle drei Runden das Tempo hoch und konterte über gezielte Meidbewegungen.

Der Berliner versuchte sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, fand jedoch an diesem Tag einfach kein Mittel gegen den schnellen und gut aufgelegten Dümptener.

Nach drei Runden stand fest, Sieger nach Punkten und neuer Deutscher Meister 2017: Harun Aktas-Beier!

Doch die gezeigte sportliche Leistung überzeugte nicht nur die Punkt- und Ringrichter, denn der Disziplinchef Markus Regele stellte dem jungen Dümptener eine Teilnahme an den im nächsten Jahr in Russland stattfindenden Weltmeisterschaften in Aussicht.
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