Endspurt im Kampf um die Deutsche Meisterschaft

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Am kommenden Wochenende fällt in der Badminton-Bundesliga die Entscheidung, ob der 1. BV Mülheim im Playoff-Halbfinale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft ein Heimspiel genießen darf oder zu einem Auswärtsspiel antreten muss. Noch am Ende der letzten Saison schien der Mannschaft in ähnlicher Situation die Puste auszugehen. Daher ist man gewarnt und will es in diesem Jahr deutlich besser machen.

Zum Erreichen des heimischen Playoff-Halbfinals fehlt dem Team lediglich ein Sieg aus zwei Partien gegen den TSV Trittau oder gegen den TV Refrath. Alternativ dürfte es auch eine Niederlage des Verfolgers, dem 1. BC Beuel, beim Klassenprimus in Bischmisheim sein. Es ist also keine unlösbare Aufgabe, die sich der 1. BV Mülheim am Wochenende stellen muss. Und so strahlt Trainer Boris Reichel auch puren Optimismus aus:“ Wir haben eine sehr ausgeglichene Saison gespielt und werden die nötigen Punkte aus eigener Kraft einfahren. Zudem hat Beuel noch das schwierigere Restprogramm. Ich finde diese Situation deutlich angenehmer als in der letzten Saison, wo wir quasi auf der Zielgeraden abgefangen wurden.“

Am Samstag steht zunächst das Auswärtsspiel gegen den schleswig-holsteinischen Vertreter, dem TSV Trittau, an. Ein Blick auf die in den letzten Bundesligapartien eingesetzten Spieler zeigt, warum der Gegner so schwer auszurechnen ist und als weitere Wundertüte in der Badminton-Bundesliga gilt. Zu selten konnte Trittau in Bestbesetzung, vor allem im Damenbereich, antreten. Einen besonderen Augenschmaus für das Publikum präsentiert der Verein seitdem Kenneth Jonassen im Sommer 2014 verpflichtet wurde. Dass der Däne trotz seines fortgeschrittenen Alters von 40 Jahren nichts von seinem Können verlernt hat, zeigt er mit starken Leistungen in der Bundesliga. Fast 90% seiner Spiele hat er bislang gewonnen. Der ehemalige Weltranglistenzweite sammelte im Verlauf seiner Karriere die ganz großen Titel ein und allein sein Name flößt den Gegnern Respekt ein. Für das Match im hohen Norden erwartet der Mülheimer Coach nicht nur wegen Jonassen ein hartes Duell: „Die Spiele werden definitiv umkämpft sein. Wir treten jedoch in voller Besetzung an und haben in allen Spielen unsere Chancen. Mit einer guten Leistung werden wir den Sack schon gegen Trittau zumachen und einen Sieg einfahren.“

Wenn dem so wäre, hätte die Mannschaft das Heim-Playoff-Halbfinale fest gebucht und würde am Sonntag mit viel Rückenwind zur letzten Heimpartie der Punkterunde gegen den TV Refrath antreten. Nach einer wirklich exzellenten Hinrunde schien dem aktuellen Tabellenvierten ein wenig die Luft auszugehen. Und so haben die Rheinländer nur noch rein theoretische Chancen auf den Halbfinaleinzug. Mit Fabian Roth hat Refrath eines der größten deutschen Nachwuchstalente in ihren Reihen. Der U19-Europameister des Jahres 2013 spielt eine bärenstarke Saison und verlor erst zwei seiner 17 Bundesligamatches. Ein weiterer Hochkaräter könnte mit Chloe Magee auflaufen. Die in der Weltrangliste auf Platz 44 gelistete Irin ließ bei den Yonex German Open mächtig aufhorchen, als sie an der Seite ihres Bruders das deutsche Vorzeige-Mixedpaar Birgit Michels und Michael Fuchs ausschaltete und so in das Halbfinale einzog. Hochklassiges Badminton wartet also auf das Mülheimer Publikum am Sonntag ab 14:00 Uhr im Badminton-Leistungszentrum in der Südstraße. Und das sich das Kommen auch lohnen wird, verspricht der Coach höchstpersönlich. „Als letztes Spiel möchten wir unseren Zuschauern tolle Spiele bieten und den Sieg nach Mülheim holen - in gewisser Hinsicht ein Vorbereitungsspiel auf das anstehende Playoff.“

Man ist also beim 1. BV Mülheim mehr als zuversichtlich, dass am 26. April um 17:00 Uhr in der heimischen RWE-Sporthalle um das Finalticket gespielt wird. Denn spätestens seit dem unglücklich verpassten Titel im vergangenen Jahr hat der deutsche Badminton-Rekordmeister noch ein ganz großes Ziel: Nach über 30 Jahren mal wieder einen Deutschen Meistertitel nach Mülheim zu holen. Doch bis dahin wartet noch eine Menge Arbeit auf die Multi-Kulti-Truppe um Trainer Boris Reichel.
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