Gebührenerhöhung in den städtischen Sportstätten - Sportbund fordert Teamgeist und Solidarität

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Ulrich Ernst (links) und Wilfried Cleven müssen den Vertretern der dem Mülheimer Sportbund (MSB) angeschlossenen Vereine die Gebührenerhöhungen "verkaufen". Foto: Claudia Pauli

Von den Sparmaßnahmen, welche die Stadt Mülheim vornehmen muss, um vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der dritten Stufe des Stärkungspaktes bis zum Jahr 2022 insgesamt 160 Millionen Euro zur Haushaltskonsolidierung zu erhalten, ist auch der Sportbereich betroffen: Der Rat der Stadt beschloss Ende vergangenen Jahres mehrheitlich, ab dem 1. Januar 2019 die Nutzungsgebühren für städtische Sportstätten zu erhöhen.

Die entsprechende Gebührensatzung soll im April oder Mai dieses Jahres vom Rat der Stadt verabschiedet werden. Um den Vertretern der dem Mülheimer Sportbund (MSB) angeschlossenen Vereine ausführlich die Hintergründe dieser Maßnahme sowie die konkreten Auswirkungen zu erläutern und ihnen die Möglichkeit zu geben, Fragen zu der Thematik zu stellen, luden der MSB-Vorsitzende Wilfried Cleven und Martina Ellerwald (Leiterin des Mülheimer SportService, MSS), die rund 150 Vereine nun zu einer Informationsveranstaltung ein.

Alle Stunden müssen bezahlt werden

Die Nutzungsgebühren für Vereine, die städtische Sporthallen und Sportplätze in Anspruch nehmen, sollen ab 2019 für alle Nutzungsstunden erhoben werden. Damit würde die Stadt Mülheim jährliche Mehreinnahmen in Höhe von rund 112.000 Euro generieren. Ob die Sportstätte für das Training oder für einen Wettkampf genutzt wird, soll dann keinen Unterschied mehr machen: Der pro Stunde fällige Betrag wäre ab 2019 identisch. Während im Übungsbetrieb derzeit erst ab 20 Uhr Gebühren anfallen, gelten für Veranstaltungen - etwa Meisterschaftsspiele - schon seit einigen Jahren Gebühren in unterschiedlicher Höhe für den ganzen Tag.
Wie der MSB-Vorsitzende Wilfried Cleven betonte, werde die beschlossene Gebührenerhöhung „eine gangbare Lösung sein, um größeren Schaden zu vermeiden". Schließlich, so der Beigeordnete Ulrich Ernst, habe die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) im Jahr 2017 insgesamt sogar fünf Sparmaßnahmen im Sportbereich vorgeschlagen. Wenn diese allesamt, noch dazu 1:1, umgesetzt worden wären, hätte dies für die Vereine noch weitaus gravierendere Einschnitte bedeutet.

"Größeren Schaden vermeiden"

„Es wäre zum Beispiel fatal geworden, wenn die Betriebskostenbeihilfe für Vereine mit eigenen Sportanlagen gestrichen worden wäre", so MSS-Leiterin Martina Ellerwald. Vier der vorgeschlagenen Sparmaßnahmen hatte der Rat der Stadt Mülheim bereits im Oktober vergangenen Jahres – überwiegend einstimmig – abgelehnt. Nur eine von der GPA empfohlene Maßnahme wurde vom Rat der Stadt beschlossen, dies allerdings abweichend vom Vorschlag der GPA. Dieser sah die Gebührenpflicht für alle Nutzungszeiten außerhalb des Schulsports vor und gleichzeitig die Erhöhung der bisherigen Nutzungsgebühren für die Sportstätten um 50 Prozent. Dies hätte für die Stadt jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 262.000 Euro bedeutet. Zudem sollte die Umsetzung bereits ab dem 1. Januar dieses Jahres erfolgen.

Der Appell des MSB-Vorsitzenden

„Der getroffene Beschluss sieht somit nicht nur eine deutlich moderatere Gebührenerhöhung als die von der GPA empfohlene vor, sondern sie bietet den Vereinen auch die Möglichkeit, sich im Laufe dieses Jahres – gegebenenfalls mit Beitragsanpassungen – auf diese einzustellen", erläuterte Martina Ellerwald. „Wir brauchen im Sport weiterhin den Mut, den Teamgeist und die Solidarität, die wir bislang hatten", appellierte der MSB-Vorsitzende Wilfried Cleven an die Vereinsvertreter, die Neuerungen als unerlässlichen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung anzuerkennen.

Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen

Brachten zu Beginn der Informationsveranstaltung einige Vereinsvertreter deutlich zum Ausdruck, dass sie der Gebührenerhöhung ablehnend gegenüberstehen und vor allem große Befürchtungen hegen, die Mehrausgaben nicht stemmen zu können, zeigten andere Vereine im Verlauf des Abends zunehmend Verständnis für die beschlossene Maßnahme. Denn die erhöhten Gebühren für die städtischen Sportstätten haben, wie
die Verantwortlichen der öffentlichen Sportverwaltung und der Sportselbstverwaltung erläuterten, für den Sport auch den Vorteil, dass mit dem erhöhten Vorsteuerüberschuss die Betriebskosten der geplanten neuen Dreifach-Sporthalle an der Südstraße gedeckt werden können. Von den aus dem Neubau resultierenden, zusätzlichen Hallenzeiten in Mülheim wiederum werden etliche Vereine profitieren. "Außerdem darf nicht vergessen werden, was in den Vereinen 365 Tage im Jahr ehrenamtlich geleistet wird. Die Vereine sollten sich nicht unter Wert verkaufen. Mit Verweis auf die enorme Eigenleistung ist eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags in jedem Fall zu rechtfertigen", so Wilfried Cleven.
Konkrete Zahlen, was die Gebührenerhöhung für den jeweiligen Verein bedeutet, wird der MSS den Vereinen in Kürze schriftlich mitteilen. 
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