Zukünftige Sporträume können sich verändern

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Mit Moderatorin Tanja Schwarze (4.v.r., Radio Mülheim) diskutieren Anne Weber (v.l. MSB), Jonas Höhmann (Trendsport Mülheim), Tina Bachmann (HTC Uhlenhorst), Werner Oesterwind (DLRG), Prof. Dr. Horst Hübner (Uni Wuppertal), Jan Philipp Heinen (Shamrocks) und Stefan Schmitz-Flottmann (Luisenschule). Foto: RuhrText
Über die Hälfte aller Mülheimer sind mit den vorhandenen Sporträumen zufrieden – selbst im Winter. Dies ergab eine von der Bergischen Universität Wuppertal zwischen Juni und November 2014 durchgeführten Studie, die nun teilweise im Rahmen des ersten Sporttalks des Mülheimer Sportbundes und des Mülheimer Sportservices am Montagabend im Medienhaus vorgestellt worden ist.
Allerdings könnten sich die Sporträume in Zukunft verändern. Denn für die Hälfte aller Befragten hat Sport auch eine Menge mit Erholung zu tun – gerade bei den Älteren. Hier beschreiben sich knapp 75 Prozent als sportinteressiert. Als Sporträume gelten also nicht mehr nur die klassischen Hallen und Sportplätze, sondern auch Parks, Wälder und Wege. Daher ist auch die Nachfrage nach den traditionellen Mannschaftssportarten wie Handball, Basketball oder Volleyball zurückgegangen. Schwer im Kommen sind neben Fitness und Kraftsport vor allem Golf und Yoga. Bei Letzterem hat sich die Nachfrage gegenüber der letzten Befragung 2002 versiebenfacht.

Fehlende Trainingsstätten

Dass die Mülheimer Sportler den hiesigen Sportstätten unter dem Strich ein gutes Zeugnis ausstellen, ändert aber nichts an deren Auslastung. Gegenüber 2002 ist die Aktivenquote um sechs Prozentpunkte gestiegen, 91 verschiedene Sportarten wurden bei der Befragung angegeben. Die wollen unter einen Hut gebracht werden. Der American-Football-Verein Mülheim Shamrocks zum Beispiel hat im Winter keine vernünftige Trainingsstätte, obwohl die Mitgliederzahl sich in den vergangenen sieben bis acht Jahren verdreifacht hat. „Wir trainieren in der Halle, wo wir aber bestimmte Dinge wie das Tacklen nicht trainieren können“, erklärt Jan Philipp Heinen. Auch die Hockeymannschaft des HTC Uhlenhorst – gerade deutscher Hallenmeister geworden – hat nur zweimal in der Woche den Trainingsplatz für sich. „Sportgerechte Möglichkeiten sind die Grundlage für den Erfolg“, sagt Trainerin Tina Bachmann. Das weiß auch Stefan Schmitz-Flottmann, Sportkoordinator an der Luisenschule. „Schwimmer zum Beispiel müssen irgendwann auf eine 50-Meter-Bahn, wenn sie sich weiterentwickeln wollen.“
Seine Schule profitiert von einem der beiden großen Mülheimer Bauvorhaben im Bereich des Sports. „Wir sind das einzige Gymnasium mit einer Einfachturnhalle. Für die Ernennung zur Sportschule NRW ist die geplante Dreifachsporthalle unumgänglich“, erklärt Schmitz-Flottmann. Aktuell dauert der Schulsport teilweise bis 18 Uhr an und kollidiert dann mit dem Vereinssport.
Das zweite Vorhaben ist der Ersatzneubau des Friedrich-Wennmann-Bades. „Wir haben in Mülheim immer noch zu wenig Wasserflächen, obwohl wir seit dem Stadtbad in den 90ern kein Bad mehr schließen mussten“, sagt der DLRG-Vorsitzende Werner Oesterwind. Beim Thema Sportentwicklung hat Mülheim also weiterhin alle Hände voll zu tun.
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