"Aul Ssaan" feierte den Mundartdichter Chird Hardering 

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Hardering starb vor 50 Jahren, aber der „Mölmsche Kringk“ lebt.


Das war jedenfalls der Eindruck, den die Teilnehmer des Mundartabends im vollbesetzten Saal des Hauses der Stadtgeschichte hatten. Der Teamgeist des Saarner Mundartstammtisches „Aul Ssaan“ schwappte im Nu auf die Zuhörer über.

Zum Saal wies ein Schild: "Chird-Hardering-Straße". Wohl als Vorschlag an die Stadt für eine baldige Straßenbennung zu Ehren des Dichters zu verstehen, dessen Stimme hier für alle, außer seiner anwesenden Großnichte Hannelore Hardering, zum ersten Mal ertönte.

Nach dem lockeren Forschungsbericht von Franz Firla boten die "Kääls vam Stammdeesch" ein abwechslungsreiches Programm aus altbekannten und neugefundenen Gedichten, seinen Liedern und Prosastücken.
Obendrein gab’s noch einen Jan-un-Hinnerk-Sketch über Schillers Schreibtisch, der die Zwerchfelle erschütterte und eine Schlagerparodie, die die sinkende Sonne von Capri kurzerhand nach Dicken am Damm an die Ruhr verlegte.
Der überaus gelungene Abend schloss mit dem Singen der Stadthymne „Ssinter Mätes Vögelsche“.

Mit einer rasanten Folge von bewegenden und heiteren Momenten schafften es die Saarner, ihre Zuhörer zwei Stunden lang zu begeistern und bewiesen eindrucksvoll, dass Mundartabende auch in Mülheim für Plattler wie Nichtplattler gleichermaßen attraktiv sein können und keineswegs zu den auslaufenden Veranstaltungstypen zählen müssen.

Chird Hardering sah und hörte vom Dichterhimmel aus zu, und freute sich sicher auch über den Pausenverkauf seines Wörterbuchs, während seine Portraitzeichnung, auf einer Staffelei aufgestellt, seine geistige Anwesenheit an diesem rundum gelungenen Abend symbolisierte.
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