Latona-Brunnen 

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Latona verwandelt Menschen in Frösche

Selbst Irrtümer haben ja noch ihr Gutes. Sie können der Anlass sein, viel gründlicher hin- und nachzuschauen, als man es sonst je getan hätte. So gesehen sind Irrtümer die besten Lehrmeister!

So war es auch mit dem Latossa - Brunnen. Der mit den Fröschen, der aber gar nicht so heißt. Sondern Latona – Brunnen. Gottseidank waren wenigstens die Frösche erwähnt. In dieser fehlerhaften Leibniz-Biographie. Gut, aus DDR-Zeiten, die kamen ja nicht raus. Nicht nach Versailles. Da steht er nämlich, der Latona – Brunnen, mit den unglaublich vielen wasserspeienden goldenen Fröschen, die eigentlich gar keine Frösche sind, sondern kleinasiatische Bauern. Strafverwandelt laut griechischer Mythologie. Sie wollten einer Quasie-Göttin verbieten, aus einem Teich zu schlürfen. Der Ovid hat uns ja in quakendem Latein davon gedichtet: „ Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant.“ (Hören Sie das? Quaquaqua!)
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Heute ist das Verwandeln von Menschen in Frösche aus verschiedenen Gründen untersagt. Aber früher konnte man als Promitochter gemäß unserer eigenen Mythologie durchaus schon mal einen aus Notwehr an die Wand klatschen. Wenn man Glück hatte, verwandelte er sich zeitnah in einen Prinzen. Da konnten die armen lykonischen Bauern nur von träumen.
Latona-Brunnen! Muss man sich mal ansehen. In Versailles. Oder als Kopie auf Herrenchiemsee. Johann Baptist Zimmermann hat übrigens so einen Froschbauern in Schloss Nymphenburg an die Decke freskotiert. Hätte ich das ohne den Irrtum gewusst? Und Sie?
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 10.02.2018 | 17:38  
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