Stollen, Schacht und Kohlenturm - Mülheimer Bergbauverein feiert 20-jähriges Vereinsbestehen mit neuen Bergbauführungen

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Die Schachtanlage "Niederberg 1/2" ist eine der Stationen der neuen Tour "Von Pütt zu Pütt"

Seit 20 Jahren ist der „Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V.“ (IBK) im Bergbau in Mülheim an der Ruhr und dem übrigen Ruhrgebiet über- und untertage unterwegs, um dem Vereinsmotto entsprechend „der Vergangenheit eine Zukunft zu geben“. Anlässlich des Vereinsjubiläums stellt der Mülheimer Verein nun sein aktuelles Programm an öffentlichen Bergbauführungen vor, von denen zwei neue Touren „von Pütt zu Pütt“ und zu „Stollen, Schacht und Kohlenturm“ führen.

Bergbau zum Anfassen und Erleben


Einen Blick in die Welt des Bergbaus unter- und übertage bietet der „Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V.“ allen Interessierten in seinem diesjährigen Veranstaltungsprogramm gleich bei mehreren Führungen. Ob bei einer Fördermaschinen- und Stollenbesichtigung, einer Führung im Trainingsbergwerk oder bei Rundgängen und -fahrten durch die Bergbaugeschichte in Mülheim an der Ruhr und Essen: interessante Eindrücke, wissenswerte Informationen und eine ordentliche Portion „Ruhrpott“ sind bei allen Touren garantiert. Abgerundet wird der bergbauliche Teil des Programms durch eine Hütten- und Stahlwerksbesichtigung.

Verein möchte Bergbaugeschichte lebendig präsentieren


Als 1995 einige Bergbauinteressierte den „Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V.“ gründen, steht zunächst die Geschichte der 1925 stillgelegten Zeche „Eintracht-Tiefbau“ in Essen im Vordergrund. Erste Ausstellungen werden organisiert und hierfür bergbauliche Ausstellungsstücke zusammengetragen, um die Bergbaugeschichte lebendig präsentieren zu können. „Das damals noch aktive Bergwerk „Hugo“ in Gelsenkirchen stiftete uns Exponate“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Lars van den Berg schmunzelnd. „Unser Auto war damals voll beladen bis unter das Dach und hatte schwer mit der Ladung zu kämpfen.“ Noch heute werden einige dieser Ausstellungsstücke bei den Führungen gezeigt.

Vor den Führungen kommt der Mülheimer Bergbau zum Initiativkreis


Schon kurz nach der Vereinsgründung wächst der Tätigkeitsbereich des Vereins weiter an, als der Mülheimer Bergbau als weiteres Thema in die Vereinsarbeit eingebracht wird. Recherchen in Archiven und Bergämtern, das Aufsuchen von Resten ehemaliger Bergwerksstandorte und die Zusammenarbeit mit Bergleuten bringen umfangreiche Erkenntnisse, die in Ausstellungen, Vorträgen und Schulunterricht vorgestellt werden. Auch ein jahrzehntelang verschollener Gedenkstein der Mülheimer Zeche „Rosenblumendelle“ wird unter Federführung des IBK geborgen und an seinem alten Standort aufgestellt. Inzwischen ist der Mülheimer Bergbau zum Tätigkeitsschwerpunkt des Vereins geworden.

Doch auch vereinsübergreifend sind die IBK-Mitglieder tätig. Durch Mitgliedschaften in diversen Vereinigungen, wie der „Interessengemeinschaft Altbergbau West“, können sie über- und untertage beim Erhalt bergbauhistorischer Zeugen helfen.

Auf den Spuren der Kumpel: die ersten Bergbauführungen entstehen


Von vielen Bergwerken ist heute nicht mehr viel zu sehen oder die noch erhaltenen Reste bleiben für den Laien oft unentdeckt. Das wollen die Mitglieder des Vereins ändern und bieten daher bereits 1997 im Rahmen einer Ausstellung eine erste Bergbauführung an. Nach dem großen Erfolg dieser Führung beginnen die Planungen für weitere Touren. Heute ist das Repertoire des jährlich wechselnden Programms nicht mehr nur auf Mülheim begrenzt und reicht von Wanderungen entlang ehemaliger Schachtstandorte über Werksbesichtigungen von aktiven Bergwerks-, Kokerei- und Hüttenbetrieben bis hin zu Bergbaustadtrundfahrten und Tagestouren. „Wir freuen uns über die große Resonanz, die unser ehrenamtlich organisiertes Veranstaltungsprogramm jedes Jahr erfährt“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Einige Gäste sind bereits seit der ersten Tour dabei.“

Zum 20-jährigen Vereinsbestehen gibt es zwei neue Bergbautouren


Das Vereinsjubiläum feiert der „Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V.“ daher mit einem umfangreichen und öffentlichen Veranstaltungsprogramm. Los geht es am 05.07.2015 mit der Stadtrundfahrt „Einmal Mülheimer Bergbau und zurück…!“, bei der die Teilnehmer während der Fahrt durch Mülheim Wissenswertes über die Bergwerke am Wegesrand erfahren und „versteckte“ Zeugen entdecken. Die Geschichte der letzten Mülheimer Zeche „Rosenblumendelle“ und ihrer erhaltenen Gebäude und Relikte stellt der Verein am 26.07.2015 beim Bergbaurundgang „Auf den Spuren der Kumpel...!“ über und rund um das einstige Zechengelände vor.

Einen Monat später findet am 23.08.2015 erstmals die neue Führung „Stollen, Schacht und Kohlenturm…!“ statt, bei der die Teilnehmer die Standorte und die Geschichte der Zeche „Eintracht-Tiefbau“ in Essen kennen lernen. Historische Fotos und Zeichnungen zeigen, wie es an den Standorten früher einmal ausgesehen hat und auch der alte „Kokskohlenturm“ von 1915 wird dabei zu sehen sein.

Die nächste Premiere findet dann am 05.09.2015 statt, wenn zum ersten Mal die Rundfahrt „Von Pütt zu Pütt am linken Niederrhein“ stattfindet. Mit dem Bus führt der Verein die Gäste unter fachkundiger Begleitung zu den Standorten des Steinkohlenbergbaus am linken Niederrhein, der 2012 mit der Stilllegung des Bergwerks „West“ endete. Einen Blick in die übertägigen Bereiche eines Bergwerks bekommen die Teilnehmer bei einer Fördermaschinenbesichtigung und auch der untertägige Bereich wird bei der Begehung eines Lehrstollens vorgestellt.

Abgerundet wird das Programm durch die Besichtigung des aktiven Hüttenwerks-betriebes der HKM am 29.09.2015, eine Bergbauwanderung zur Zeche „Wiesche“ am 18.10.2015 und die Führung durch das RAG-Trainingsbergwerk am 14.11.2015.

Eine Übersicht aller Termine und Veranstaltungen, nähere Angaben zur Anmeldung zu den einzelnen Touren und Informationen über den Verein gibt es auf der Vereins-Website unter www.bergbauverein.de oder telefonisch unter 0157 / 77 24 64 83.

Grubenlampe, Karten und Fotos: weitere Exponate gesucht


Da die Stilllegung der letzten Mülheimer Zeche vor fast 50 Jahren erfolgte, gehen mit den ehemaligen Bergleuten leider auch viele Erinnerungen an den Mülheimer Bergbau verloren. Wer noch alte Fotos, Gegenstände oder Unterlagen vom Bergbau hat und in sichere Hände abgeben möchte, kann sich gerne an den IBK wenden. Der Verein freut sich über jedes Exponat, das aufbewahrt und erhalten werden kann, um damit der „Vergangenheit eine Zukunft zu geben“.
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