Telekom-Pleite auf Niederberg: "Was hier mit uns lief, ist der Hammer!"

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Anwohner Jörn Heintel ärgert sich über die Telekom: Er hat immer noch keinen Telefonanschluss in seinem neuen Häuschen auf dem ehemaligen Zechengelände. Fotos: Marjana Kriznik
 
So sah das Wohnquartier I des ehemaligen Zechengeländes Niederberg am Anfang der Baumaßnahme im vergangenen Jahr aus. Hier stehen nun schmucke Wohnhäuser.
Auf dem ehemaligen Zechen-Gelände Niederberg in Neukirchen-Vluyn geht was um: Seitdem sich das Wochen-Magazin eingebracht hatte, weil Anwohner zum Teil seit Monaten auf ihre Telefonanschlüsse warten, grassiert im "Wohnquartier mit besonderer Note" (Werbe-Slogan) jetzt ein Anschluss-Fieber. Auf einmal seien Anschlüsse buchbar! Sagt die Telekom.


Von „Leitungsproblemen“ - als möglicher Ursache für die Panne - war unter anderem zuvor die Rede gewesen. Die Telekom hatte gar der Stadt Neukirchen-Vluyn den schwarzen Peter für die Verzögerung zugeschoben. Diese habe die Hausnummerierung nachträglich geändert. Das sei der Grund, weshalb die Aufträge nicht hätten ausgeführt werden können.

Davor lieferte die Telekom-Sprechung eine Variante mit folgendem Wortlaut: „Das Problem lag in einem internen Bearbeitungsfehler. Die Infrastruktur wurde am 20. Dezember erstellt, die Aufträge sind jedoch auf Fehler gelaufen."

Wie dem auch sei: Ohne Intervention der schreibenden Zunft müsste Neu-Niederberger Jörn Heintel immer noch auf seinen Anschluss warten. Mit Unannehmlichkeiten leben und sich weiterhin maßlos ärgern. Jetzt erfolgte die „prompte“ Zusage der Telekom: „Der Anschluss des Kunden ist buchbar und wird kommende Woche ausgeführt.“ (Anmerkung der Redaktion: In der kommenden Woche ist immer noch nichts passiert) Heintel glaubt's erst, wenn's soweit ist....

Mitte Dezember den Telefonanschluss beantragt

Zum Hergang: Seitdem er Ende Dezember sein Domizil im neuen Stadtteil bezogen hatte, wurde Heintel von der Telekom wegen der Terminvergabe für einen Telefonanschluss ein aufs andere Mal „vertröstet“. Heintel, Eigentümer eines schmucken Bungalows, erinnert sich: „Mitte Dezember vergangenen Jahres habe ich einen neuen Telefonanschluss bei der Telekom beantragt“, erzählt er. „Bereits Anfang Januar wollte man jemanden rausschicken, nichts passierte.“ Erklärung: „Datenbankprobleme“. Er würde via SMS benachrichtigt werden, hieß es. Das sei vor einem Monat gewesen.

Schließlich wurde ihm als Termin Anfang Februar zugesichert. Auf erneute telefonische Nachfrage erhielt Heintel schließlich folgende Ursachen-Variante genannt: „Leitungsstörung“. Außerdem unterbereitete man ihm den Vorschlag einer Funkanbindung. Dafür hätte er einer Änderung seines Vertrags zustimmen müssen! „Ich nutze mit meinem Mobiltelefon einen teueren Tarif, dass wird ein Nachspiel haben“, sagt dieser unmutig.

Planungsamt: Hausnummerierung nicht verändert

Ein ähnliches Lied können auch seine Nachbarn singen. „Wir sind umso ärgerlicher, als dass die einzelnen Hausanschlüsse ja von der Telekom selbst oder in ihrem Auftrag von der ENNI erstellt und abgerechnet wurden! Das, was hier mit uns lief, ist der absolute Hammer“, sagt Heintel. Das Planungsamt der Stadt Neukirchen-Vluyn weist den schwarzen Peter entschieden von sich: „Die Hausnummern im Wohngebiet I auf dem ehemaligen Zechengelände haben sich zu keiner Zeit geändert, sie waren alle bis zur ersten Jahreshälfte des vergangenen Jahres vergeben gewesen.“

Auch die SPD hat in dieser Angelegenheit eine Stellungnahme von der Stadt angefordert.
Diese wolle sich in der kommenden Woche mit der Telekom „kurzschließen“, war von dort zu erfahren.

Info für weitere Betroffene: Laut Telekomsprechung könnten offene Aufträge für Anschlüsse im Wohngebiet I durch Übermittlung der Teilnehmernamen zügiger bearbeitet werden!
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