Der Herausforderer

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Er will der neue Bürgermeister von Neukirchen-Vluyn werden: Jochen Gottke.
 
Der Roller ist (fast) immer dabei: Jochen Gottke und die Ortsvereins-Vorsitzende Elke Buttkereit.

Experte, Bürger, Mensch: Mit diesen Attributen geht Jochen Gottke für die SPD als Bürgermeisterkandidat ins Rennen. Der Wahlkampf läuft sich jetzt erst richtig warm, doch der 54-Jährige ist bereits auf Hochtouren: Die guten Ergebnisse der letzten Kommunalwahl für seine Partei haben ihn beflügelt. Würde Jochen Gottke zum Bürgermeister gewählt, hätte er künftig eine Stimme im Rat - und diese Stimme könnte entscheidend sein: „Wir können so toll sein wie wir wollen, wir müssen die Mehrheit mitbringen“, weiß der Kandidat. Darum heißt es nun ordentlich Punkte machen im Wahlkampf. Und dafür stehen seine drei Schlagworte Experte, Bürger, Mensch.

Experte: Das ist Jochen Gottke vor allem im Verwaltungswesen, derzeit als Leitender Verwaltungsdirektor der Stadt Solingen. Bürger: Das zeigt sein Engagement in der Sozialpolitik, zum Beispiel seit 1985 bei der AWO. Und Mensch: Das ist Jochen Gottke eigentlich immer, wenn er mit anderen Menschen zusammen ist. Denn, so bekennt er freimütig, er feiert auch gern. Oder wenn er mit seinem heißgeliebten Roller unterwegs ist. Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten hat die „Frohnatur“ also auf jeden Fall. Andererseits beunruhigen sowohl Gottke als auch die Ortsvereinsvorsitzende Elke Buttkereit, dass es sich um eine „Nur-Bürgermeisterwahl“ handelt und ob sich genug Wähler mobilisieren lassen, ihr Kreuzchen für ihren Kandidaten zu machen.
Mehr über sich, seine Wahlkampagne und seine Wünsche für Neukirchen-Vluyn verrät Jochen Gottke im Interview mit dem Wochen-Magazin.

Was hat Sie dazu bewogen, ein zweites Mal zu kandidieren?
Gottke: Das erste Ergebnis (2009 unterlag Gottke dem jetzt amtierenden Bürgermeister Harald Lenßen, Anm. d. Red.) hat mich nicht zufriedengestellt. Die Entscheidung fiel aber eigentlich schon 2009. Die SPD wollte mich und ich wollte auch.

Sie arbeiten in Solingen. Sind Sie nicht ein bisschen weit weg von der Basis?
Klar, der Bürgermeister hat da natürlich einen Vorteil. Mir fehlen zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrzeit am Tag.
Wie sieht Ihr Wahlkampf aus?
Im Gegensatz zu meinem Mitbewerber habe ich meine Wahlkampagne klein gestaltet. Dazu gehören die Slogans „Die bessere Wahl für Neukirchen-Vluyn“ und „Durchstarten statt weiter warten“. Es gibt drei Orte, die für drei „Rettungseinsätze“ stehen: Rathaus, Kulturhalle und Dorf Neukirchen. Das Rathaus bedeutet: Ich will die Finanzen in Ordnung bringen. Was die schnelle Wiedereröffnung der Kulturhalle betrifft, kann ich nur sagen: Die SPD hatte die Idee für die Finanzierung. Und das Entwicklungskonzept für das Dorf Neukirchen zeigt eindeutig unsere Handschrift. Im Alltag heißt der Wahlkampf für mich: Ich gehe um 6.30 Uhr aus dem Haus und bin um 22 Uhr wieder zu Hause.

Der amtierende Bürgermeister verweist bei seinen Auftritten gern auf seine Erfolge. Für Sie als Herausforderer ist das schwieriger. Womit wollen Sie beim Wähler punkten?
Seine Erfolge sind unsere Erfolge. Zum Beispiel beim Dorf Neukirchen: Er wollte alles im Frühjahr zurückziehen, wir haben alles vorgezogen. Einzige Ausnahme: der Kombibau, der ist schön geworden. Aber auch völlig überdimensioniert; jede Schubkarre hat da ihre eigene Garage.

Ist es nicht einfach zu sagen, die guten Ideen waren in Wirklichkeit alle von der SPD?
Es hört sich blöd an. Aber schauen Sie nur mal auf den Faktencheck auf meiner Homepage: Die Anträge der SPD sind überwiegend angenommen worden, nämlich 16 von 26. Doch in der Politik ist es nun mal so: The winner takes it all.

Was hat Herr Lenßen Ihrer Meinung nach falsch gemacht in den letzten Jahren?
Er hat den Kombibau komplett falsch eingeschätzt. Es gibt jetzt 800.000 Euro Folgekosten, davon sind drei Viertel nicht gedeckt, für Heizung, Wartung und so weiter. Das sind irre Kosten. Und bei der Kulturhalle und der Schließung des Lehrschwimmbeckens hat sein Krisenmanagement total versagt.

Sind Sie für oder gegen radikales Sparen?
Sparen ja, aber es kommt auf das Konzept an. Ich bin für intelligentes Sparen. Die Verwaltung hier ist völlig altmodisch. Das beste Beispiel ist die mangelhafte Finanzierung des Freizeitbades: Lehrschwimmen wird seit der Diesterweg-Badschließung im teuren Freizeitwasser durchgeführt, gleichzeitig fehlen die Einnahmen und das Defizit steigt auf eine dreiviertel Million Euro. Dabei könnte bekanntermaßen das Defizit durch ein preiswertes Lehrschwimmbecken halbiert werden. So betreibt man keinen Haushalt.

Sie setzen auf soziale Netzwerke wie Facebook, ihr politischer Gegner dagegen gar nicht. Warum?
Der Bürgermeister hat gesagt, er möchte mit den Bürgern sprechen. Das tue ich auch, zum Beispiel am Vluyner Nordring. Aber wir haben uns vorher überlegt, wie man junge Leute erreichen kann. Denn ich habe ein junges Team um mich herum,und dann gibt es auch viele neue Ideen.

2009 gab es ein spannendes Finale. Wird es diesmal eng oder glauben Sie an ein klares Votum?
Eng wird es auf jeden Fall. Aber der konservative Block ist geschrumpft. Wir sind nicht euphorisch, aber optimistisch.

Wer mit Jochen Gottke gern persönlich sprechen möchte, kann das tun im Rahmen der „Jochen-Gottke-Aktionen“:
Am Freitag, 14. August, um 18 Uhr geht es in der Galerie KuCa um das Dorf Vluyn.
Am Donnerstag, 20. August, um 19 Uhr geht es im Neukirchener Gemeindezentrum um das Dorf Neukirchen.
Am Donnerstag, 27. August, um 18 Uhr geht es in der Galerie KuCa um die Nieder-rheinbahn.
Am Donnerstag, 3. September, geht im Sportlerheim Rayener Berg um das Thema Verkehr.
Und am Donnerstag, 10. September, um 19 Uhr spricht Jochen Gottke im Sportpark Klingerhuf über das Thema Freizeit.
Weitere Termine:
Am Samstag, 29. August, ab 15 Uhr feiert die SPD ihr Sommerfest am Grillplatz Klingerhuf.
Jeden Freitag von 9 bis 11 Uhr findet die Bürgersprechstunde im SPD-Ortsvereinsbüro, Ernst-Moritz-Arndt-Straße 43, statt.


alle Fotos: Heike Cervellera
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