Artikel über eine ehemalige Traditionsfirma in Oberhausen Sterkrade die Ludwigshütte. Neue Ludwigshütte, Flohhütte.

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Werkstor der ehemaligen Ludwigshütte Oberhausener Baudenkmal Nr 150
 
Ludwigshütte im Jahre 1952

Kurze Beschreibung der Firma Ludwigshütte:



In den ersten Jahrzenten nach der Gründung beschränkte sich die Firma ausschließlich auf die Produktion von Poterie Handels und Bauguss und stellte Gussfenster aller Art her.
1930 übernahm Emil Altmann das Werk es hieß dann Neue Ludwigshütte AG und hat sie weiterentwickelt. Herstellung von Maschinen bau und Kanalisationguss zu den leistungsfähigsten Unternehmen des Bezirks. Dieser Aufstieg wurde möglich durch die Anpassung an die maschinelle Entwicklung und die Erweiterung der Modellschreinerei. Der Einbau moderner Form und Gießeranlagen ermöglicht die Massenproduktion und Serienanfertigung wie durch das Gießen von Einzelstücken bis zu 10 t Stückgewicht .Abnehmer waren Elektrizität, Gas und Wasserwerke sowie der Bergbau. Als neuste Abteilung wurde dem Gießereibetrieb eine Maschinenfabrik angegliedert. Der Bedarf an Zahnräder brachte es mit sich das auch dieses Arbeitsgebiet weitgehend modernisiert wurde, so dass die Firma heute in der Lage ist Zahnräder jeder Art(Schnecken Stirn und Kegelräder) mit höchster Präzision herstellen.

Geschichtliches und informatives rund um die Ludwigshütte.



In den 1870 iger Jahren gründeten zwei Söhne des Bauern Flesch, die als Gießergesellen von der Hütte “Gute Hoffnung“ aus dem Deutsch-Französischen Krieg heimkehrten, auf dem Gelände des väterlichen Hofes, im Alsfeld, zwischen der Weseler– und Mathildenstraße,
eine Graugießerei. Ihr religiöser Sinn war wohl ausgeprägter als der geschäftliche Erfolg. 1898 verkauften sie alles und wanderten nach Bosnienaus, um dort in ein Kloster einzutreten. Käufer war der gut verdienende Sterkrader Industrie-Anstreicherunternehmer Louis (Ludwig) Duesberg. Er besaß schon die Wirtschaft „Zum Schwarzen Diamanten“, Ecke Kantstraße Steinbrinkstraße. 1909 ließ er
hier den Sterkrader Jägerhof bauen. Schon 1904 war Louis Duisberg als erfolgreicher Besitzer der Ludwigshütte in der Lage, sich die Villa “Waidmansruh“mit dem lebensgroßen “Sterkrader Hirsch“ in der Sterkrader Mitte an der Finanzstraße bauen zu lassen. 1917 verkaufte Duesberg seine Ludwigshütte an Josef Rösner und 1920 wurde daraus eine Aktiengesellschaft, bestehend aus einem siebenköpfigen Konsortium. 1930 kam es zum Konkurs. Emil Altmann konnte 1930 den Hüttenbetrieb unter dem neuen Namen „Neue Ludwigshütte“ an der Fabrikstraße, später Straße zur Ludwigshütte, wieder aufleben lassen. Bedingt durch die Einberufung zur Wehrmacht gab es nur noch wenige Männer auf der Hütte. Frauen und russische Kriegsgefangene mussten den Betrieb aufrechterhalten. Nach dem Krieg lief der Betrieb Ende 1945 mit Kupolöfen wieder an. 1949 waren 200 Arbeiter beschäftigt. Zwischenzeitlich verschaffte sich die Neue Ludwigshütte ein zweites Standbein. Es wurden Maschinen für die Holzverarbeitung hergestellt. Eine mittelfristige Geschäftssicherung war die Herstellung von Kanalgusserzeugnissen. Die Firma hat sich in den 60iger zu einem führenden Unternehmen der Holzbearbeitungsmaschinen-Fabrikation entwickelt. Auf den verschiedenen Leistungsschauen, Fach und Industriemessen war der stand der „Neuen Ludwigshütte“ immer Ziel der Fachleute und interessierten Kunden.
Allerdings erlaubten die wirtschaftlichen Verhältnisse keine überlebensnotwendigen Modernisierungen. Emil Altman starb 1967 im Alter von 78 Jahren.
Die Nachfolge übernahmen seine Töchter Frau Erna Nehring und Frau Irmgard Huvendiek, die auch weiterhin in der Hüttenwohnung wohnten. Wie in vielen anderen Sparten der Industrie musste auch die Neue Ludwigshütte sich mit dem Drang des Umweltbewusstseins auseinandersetzen. Die koksbefeuerten Kupolöfen werden 1991 von einem mit Erdgas und Sauerstoff betriebenen Drehtrommelofen ersetzt. Mit dem neuen Ofen und der hinzugekommenen modernen Sandaufbereitungsanlage mit einer Entstaubungsanlage werden alle Umweltschutzauflagen
zwangsläufig erfüllt. Leider haben die für den Betrieb enormen Investitionen nur Kosten verursacht, ohne einen wirtschaftlichen Erfolg zu erbringen. Anfang der 90er Jahre musste das Unternehmen die Belegschaft auf 50 Mitarbeiter zurücknehmen. Die Anforderungen an die Erzeugnisse der Ludwigshütte oder wie sie auch gerne genannt wurde, “die Flohhütte“, wie Pumpen– und Ventilgehäuse, Verschleißteile für Rohrwalzwerke und vieles mehr, entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik, gerieten unter starken Konkurrenzdruck und die Banken gewährten keine Kredite mehr. Das Aus erfolgte am 10. Mai 1994 für das traditionsreiche Sterkrader Unternehmen, die “Neue Ludwigshütte“. Die Halde hinter dem heutigen Neubaugebiet besteht noch aus verbrauchtem Formsand.

Sanierung des ehemaligen Hüttengeländes Januar 1998 – Juli 1998

Der Errichtung einer Wohnsiedlung auf dem Gelände der ehemaligen "Neuen Ludwigshütte" gingen nicht nur der Abriss der alten Gebäude, sondern auch eine umfangreiche Sanierung der von der ehemaligen Hütte genutzten Flächen voraus.

Der Abriss (oder richtiger: die Verschrottung) der Hüttenanlagen wurde von Januar bis Juli 1998 durch die Firma Prangenberg & Zaum GmbH, Düsseldorf durchgeführt. Die während der Verschrottung anfallenden sowie auf dem gesamten Gelände aufgefundenen Abfälle wurden von der VLEI GmbH, Viersen, entsorgt. Es handelte sich dabei im Einzelnen um:

- ca. 250 t Kupolofenschlacke
- ca. 100 t Altholz (Gießereimodelle)
- ca. 450 t Gießereialtsande
- ca. 50 t diverser Sonderabfälle.


Torhaus der ehemaligen Ludwigshütte Oberhausener Baudenkmal Nr 149

Torhaus der ehemaligen Ludwigshütte Oberhausener Baudenkmal Nr 151

Werkstor der ehemaligen Ludwigshütte Oberhausener Baudenkmal Nr 150

Quellen:Wikipedia:Alfred Lindemann:Waz:Heimatbuch:
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Herbert Lödorf aus Gelsenkirchen | 21.06.2015 | 23:26  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 23.06.2015 | 05:42  
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 10.07.2015 | 13:28  
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