Ausstellung"de·ka·dẹnt" in der Galerie KIR im Europahaus Oberhausen, Elsässer Straße 21 - Vernissage am 14.02.2016 um 18.00 Uhr

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Oberhausen: Galerie KiR | „Alle Leute reden von sittlichen Werten – aber keiner hält sich dran!“
Dieser markante Ausspruch eines klugen Geistes, so stellte auch das KiR - Mitglied F. Gebauer fest, zieht sich durch sämtliche Jahrhunderte und Gesellschaftsschichten.
Gebauer zeigt an exemplarisch genial gewählten Personen in seinen verfremdeten Portraits die überschattende Dekadenz in jedem Zeitalter.
Ludwigs, der XIV, der Sonnenkönig, der hochmütig behauptete: „L` état, c´est moi.“ wird in Gebauers Portraitkunst satirisch verfremdet. Die Hochfrisur auf dem Bildnis Marie Antoinettes, der Ehefrau Ludwig, des XIV die aufgrund ihrer arroganten Äußerung, dem Volk, wenn es kein Brot hat, Kuchen zu geben, gestaltete Gebauer mit Brioche . Unübersehbar und für jeden Betrachter nachzuvollziehen vergegenwärtigt der allmähliche Verfall des Bildes ebenso den Verfall vergangener Gesellschaften, wie auch Reichtum und Prunk.
Die relative Neuzeit ist bei Gebauer durch zwei farbenprächtige Werke über Salvador Dali vertreten, einmal Dalis Portrait, kunstvoll überlappend mit dem Gemälde eines Stier, zum zweiten der ausdrucksstarke Kopf Dalis auf dem Körper eines Leoparden. Dalis Antlitz in seinem Geburtsjahr 1889 - „Die Geburtsstunde der Narzissten“ - weist unverkennbar deutliche Züge des pathologischen Narzissmus in Analogie zum österreichisch - deutschem Nazismus auf. Gleichwohl bildete Gebauer die dazugehörigen Musen Amanda Lear und Leni Riefenstahl („Der Machtmissbrauch der Helene Bertha Amalie Riefenstahl“ ) ab.
Ein Portrait von Maria Callas in der Oper „La Traviata“ versinnbildlicht ebenso den dünkelhaften Hochmut, die Arroganz und den Standesdünkel, mit welchem in dieser Liebesgeschichte die wahrhaft Liebenden zu Fall gebracht wurden.
In Gebauers Reihe von Portraits sind auch Joseph Beuys und David Bowie vertreten, farbig oder im anklagenden Schwarzweißton. Immer aber sieht Gebauer dabei auch die lebensfrohen Aspekte des Daseins und somit seiner Kunst, obwohl er gerne die widersinnig selbstverliebte Zurschaustellung von Person und Reichtum, die gerade auch in der Kunstszene vorherrschte und vorherrscht, zu karikieren vermag.
Gebauers außergewöhnlich sensibler Sinn für gesellschaftliche Unsinnigkeit kommt in dieser Ausstellung bestens zum Tragen und regt den Betrachter durch die in den Bildern verborgenen kleinen Raffinessen gestalterischen Charakters zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln an.
Die Einführungsrede wird die Oberhausener Literatin Claudia Wädlich halten,
die ebenso im Rahmen der Vernissage eine Tango - Performance darbietet.

Die Ausstellung „de·ka·dẹnt “ wird bis zum 3. April in den Räumen der Galerie KiR zu sehen sein, geöffnet Mittwochs und Freitags von 16 bis 19 Uhr, Sonntags von 15 bis 18 Uhr, und online: www.galerie-kir.jimdo.com

Pressetext : Ingrid Dressel
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3 Kommentare
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Angelika Stephan aus Mülheim an der Ruhr | 14.02.2016 | 09:52  
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Ingrid Dressel aus Bochum | 14.02.2016 | 11:14  
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Angelika Stephan aus Mülheim an der Ruhr | 14.02.2016 | 11:20  
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