Bilder von Herlinde Koelbl

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Herlinde Koelbl bei der ausstellungseröffnung in der Ludwiggalerie. Foto: Peter Hadasch

Oberhausen. So viele Besucher einer Pressekonferenz , die mit Kameras ausgerüstet waren, gab es vermutlich selten in der Ludwig Galerie. Alle wollten einen Blick auf das Motiv „Herlinde Koelbl“ erhaschen - sei es aus beruflicher Motivation heraus oder vielleicht auch für private Zwecke.

„Herlinde Koelbl - Das deutsche Wohnzimmer, Spuren der Macht, Haare und andere menschliche Dinge - Fotografien von 1980 bis heute“ ist der Titel der neuen Ausstellung, die am Samstagabend offiziell in der Ludwig Galerie eröffnet wird. Gezeigt werden Werke der zeitgenössischen Fotografin Herlinde Koelbl, die den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den Menschen gelegt hat. Portraits, Haare, Körper, Blicke in deutsche Wohn- oder Schlafzimmer.

Haare und deutsche Wohnzimmer


„Es ist eine Werkschau und keine Retrospektive.“ So definiert Herlinde Koelbl die Ausstellung. Gezeigt wird eine Komplettübersicht über das Werk Koelbls, die die Ausstellung auch kuratiert hat. Soll heißen: Jedes Foto, das zu dieser Ausstellung in derLudwig Galerie zu sehen ist, ist von der Künstlerin höchstselbst platziert worden und steht demnach auch in einem gewissen Kontext zu den anderen, im Raum oder an der Wand befindlichen Bildern.
Beeindruckend ist schon das „Werk“, das den Besucher der Ausstellung im ersten Raum begrüßt: „Goldmund“ ist es überschrieben und zeigt geschätzt über 100 Fotografien von Mundpartien; geschlossen, leicht geöffnet, mit Lippenstift, mit Bart, junge Münder, Münder von älteren und alten Menschen, mit Fältchen, ohne Fältchen, volle Lippen, schmale Lippen, Lippen schwarzer oder weißer Menschen. Die „Auflösung“ zu dieser Fotowand erfolgt im dritten Stock.

Abgeschlossener Werkszyklus


Im Filmraum dürfen diese Münder sprechen. Sie beziehen Stellung zum Thema Geld. Jeder Mund bewegt sich anders, zeigt seine Eigenarten in der Dynamik des Sprechens. Für den Betrachter ein beeindruckendes Schauspiel.
Herlinde Koelbl hat ihr Werk thematisch aufgebaut. Es enthält auch keine Schnappschüsse.
Jeder Werkszyklus ist in sich abgeschlossen und trägt seine eigene Überschrift. Mit jedem Bild lenkt Herlinde Koelbl den Blick aufs Wesentliche.
Dr. Christine Vogt, Leiterin der Ludwig Galerie zeigte sich auch sehr bewegt ob des Besuches von Herlinde Koelbl. Und es klang schon fast wie eine Anekdote, als Vogt erzählte, dass sie, Vogt, fast schüchtern bei Frau Koelbl angefragt habe, ob die Fotografin in der Ludwig Galerie ausstellen wolle. Der Grund: Herlinde Koelbls Werke waren in den vergangenen Jahren unter anderem in Museen wie dem Martin-Gropius-Bau oder dem Deutschen Historischen Museum in Berlin sowie der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen. „Das ist doch eine etwas andere Liga“, so Vogt.
Doch sei man zuversichtlich, mit der Ludwig Galerie auch dort irgendwann mitzuspielen.
Für die Öffentlichkeit ist die Schau ab Sonntag, 25. Januar, in der Ludwig Galerie zu sehen. Sie hängt dort bis zum 3. Mai. Geöffnet ist die Ludwig Galerie dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Und wie zu jeder Ausstellung, wird auch zu „Herlinde Koelbl“ wieder ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten.
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