Der denkmalgeschützte Sterkrader Hirsch im Volkspark Oberhausen-Sterkrade. Eine kleine Geschichte dazu.

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Der denkmalgeschützte Sterkrader Hirsch im Volkspark Oberhausen-Sterkrade.Seit 2007 liegt er hier.
 
Villa Duesberg Bild: Archivsammlung Alfred Lindemann
 
Villa Duesberg Bild: Ansichtskarte Walli Wölk
 
Villa Duesberg Bild: Archivsammlung Alfred Lindemann
 
Villa Duesberg Bild: Ansichtskarte Walli Wölk
 
Villa Duesberg Bild: Ansichtskarte Walli Wölk
 
Villa Duesberg Bild: Archivsammlung Alfred Lindemann
 
Früher und Heute.

Es sieht man ihn nicht an, den stolzen Hirsch aber er ist schon 113 Jahre alt und musste wie einige von uns schon des Öfteren umziehen. Einige Male hatte man ihn immer wieder schick machen müssen (polieren und restaurieren) und einige Wunden (Geweih abgebrochen) heilen. Herr Hubert Cordes Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Sterkrade und Mitglied im Kulturausschuss sorgte dafür das der Sterkrader Hirsch wieder in Sterkrade seine Heimat bekam nahe seinem wahren Liegeplatz.

Im Jahre 1904 hat der Sterkrader Anstreicher und Besitzer der Ludwigshütte Louis Duesberg an der Grünstr. 13, der heutigen Ramgestr eine Villa bauen lassen. Diese Prunkvilla kostete 120000 Goldmark. Eine immense Summe. Habe etwas gegoogelt um ihn in den heutigen Wert umzurechnen. Bundesamt (Quelle Fredrik Matthaei: 1 Goldmark (1900–1912) = 9,35 Euro.
Das entspricht heutigen Geldwert 1122000 Euro. Geschaffen wurde diese herrschaftliche Villa von einem sehr bekannten Düsseldorfer Architekten. Dieser Hirsch der stolz den Garten und das Portal der Duesberg Villa in Sterkrade zierte wurde von der Gießerei Würfel und Neuhaus aus Bochum kreiert. Zinkguss-Hirsch. Höhe 1,70m (Liegender Hirsch mit Geweih). Die Bochumer Gießerei hatte auch Kontakte zur Oberhausener Zink-Hütte und Gießerei Altenberg.
Bald wurde dieser Hirsch ein Wahrzeichen von Sterkrade und die Bevölkerung gaben der Villa einen liebevollen Namen, Jagdschlösschen“, auch wurde sie genannt Villa „Waidmannsruh“, Villa „Prutz“.
Die Villa blieb bis im Jahre 1928 im Besitz von Herrn Duesberg danach ging sie in den Besitz des Architekt Bernhard Pöters über. Herr Duesberg und Herr Pöter hatten geschäftlich miteinander zu tun. Man lernte sich näher kennen. Architekt Pöter sollte für den Fabrikant Duesberg eine Halle erstellen und bei diesem Projekt ging dann auch die Villa Duesberg in den Besitz von Bernhard Pöter über. Jetzt hieß sie Villa Pöter. Weitere 32 jahrelang blieb der Hirsch dort bis zum Jahre 1960, da ließ Ernst Pöter sen., der Sohn vom alten Bernhard, die Villa abreißen. An gleicher Stelle baute Herr Pöter ein 6-stöckiges Wohn- und Geschäftshaus.
Herr Dr. Mandelartz damaliger Vorsitzender der STIG beobachtete den Abriss und erspähte den prachtvollen Hirsch der schon einen Teil seines Geweihes eingebüßt hat, es war abgebrochen, aber das Bruchstück war noch vorhanden, er sollte eigentlich auf dem Schrottplatz, das ließ Dr. Mandelartz nicht zu. Er kaufte seinen Fang für ein kleines Entgelt und ließ ihn durch einige Mitarbeiter der Abrissfirma zu sich nach Hause bringen. Der Hirsch hatte ein neues Domizil. Leider verstarb Herr Mandelartz im Jahre 1961.Die Witwe Frau Helene Mandelartz überließ den stattlichen Hirsch der Stadt mit der Bedingung, dass er einen würdigen Aufenthaltsort bekommt.
Die Tierplastik bekam einen ehrenvollen Platz 1962 im Kaisergarten und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Er entwickelte sich schnell zum Lieblingsobjekt der Fotografen. Der stattliche Hirsch war restauriert und hatte einen angemessenen Sockel bekommen. Dieser jetzt in vollen Glanz glänzende König der Wälder diente den Profis und Hobbyfotografen, als Hintergrundbild für unzählige Erinnerungsfotos. Die Sterkrader Interessengemeinschaft STIG lobte den gewählten Platz von Gartenoberbaurat Gräsle. Der Hirsch wurde zum Fest 100 Jahre Oberhausen eingeweiht. Leider ging diese Einweihung in den ganzen Trubel unter, er hätte ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.
Jahrzehnte verweilte der Hirsch im Kaisergarten. Wie es immer so ist, verloren die Menschen das Interesse am stattlichen Hirsch er wurde kaum noch angesehen oder als Hintergrundbild benutzt. Die Zeit nagte auch am Denkmal es wurde immer ungepflegter und stumpfer.
Im Jahre 2005 ist dem Sterkrader Stadtverordneten Hubert Cordes von einer Sterkrader Bürgerin das Fehlen des Duesberg Hirsches im Kaisergarten mitgeteilt worden. Herr Cordes nahm sich derer an und telefonierte mit der WBO nach dem jetzigen Verbleib des Duesberg Hirschen. Die W B O konnte die Anfrage schnell lösen. Der Zahn der Zeit nagte an der Substanz so das der Hirsch restauriert werden muss. Da der Hirsch ein Denkmal ist, muss er von der Stadt erhalten werden.
Herr Cordes wollte auch, dass der Hirsch nicht weiter dortbleibt, sondern wieder nach Sterkrade zurückkommen. Bei Enten und Gänsen sollte er seinen Lebensabend nicht fristen. Da die Stadt den Hirschen aufarbeiten lassen muss, fehlt nur noch ein Sockel. Nach langem hin und her über die Standortfrage hat man sich eine Insel im Volkspark ausgesucht. So wird der alte und doch junge Sterkrader majestätisch im Sterkrader Volkspark auf uns blicken. „Lange hat es gedauert bis der Hirsch wieder nach Sterkrade gekommen ist. Seit 2007 ist er dort.
Viel Mühe und Zähigkeit hat sich ausgezahlt. Ein Glücksgefühl hat mich übermannt“ sagte Cordes beim Blick übers Wasser.

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Quelle: Vielen Dank an Herr Codes für die Zeitschriften und Infos.
Sterkrader Rabenblatt 100 Jahre Stadtrechte Sterkrade
Journal Sterkrade 9-2010 S.15
Danke an Alfred Lindemann für seine wundervollen Bilder und Infos.
Vielen Dank an Walli Wölk, für Ihre herrlichen Ansichtskarten.
Generalanzeiger 1960 Feb.
Ruhrwacht 10.10.1962
STIG e.V. - Sterkrader Interessengemeinschft - Werbering Sterkrader Kaufleute - Oberhausen-Sterkrade.
http://www.stig-sterkrade.de/

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Der Straßenname wo der Hirsch lag hat sich bis 1960 dreimal gerändert.
Bis 1929 Grünstraße
1929 bis 1935 Zur-Nieden-Straße
von 1936 bis 1946: Immelmannstraße
Ab 1947 Ramgestr.
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Ramgestraße Sterkrade-Mitte
In Erinnerung an Rudolf Ramge (1894-1944), Gewerbeober¬lehrer an der städti¬schen Berufsschule Ober¬hausen. Von 1918 bis 1933 war Ramge SPD-Stadtver¬ord¬ne¬ter in Ober-hau¬sen, Mitglied der Ge¬werk¬schaft und der Freimaurer-Lo¬ge. 1933 wurde er we¬gen seiner Gesin¬nung aus dem Schul¬dienst ent¬fernt, 1944 von der Ge¬stapo in Ober¬hau¬sen fest-genommen und ins KZ Sachsen¬hau¬sen überführt, seitdem ist er verschollen.
Umbenennung:
Vor der Eingemeindung (1929): Grünstraße. An dieser Straße befand sich seit 1889 die erste Stadtspar¬kasse der Bürger¬meiste¬rei Sterkrade.
Nach der Eingemeindung 1929 hieß sie für eine kurze Zeit: Zur-Nieden-Straße, nach dem zweiten Bürgermei¬ster von Sterkrade, Dr. Eugen zur Nieden (1906 bis 1915), von 1936 bis 1946: Immelmannstraße, nach dem bekann¬ten Kampfflieger im 1. Weltkrieg.
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Etwas geschichtliches und Neuzeitliches über den jetzigen Standort des Sterkrader Hirsch.

Der Platz wo unser Sterkrader Hirsch liegt ist wohl ohne Zweifel ein hervorragender Ort.
Das Areal wo heute der Volkspark ist gehörte früher den Gebrüdern Westhoff. Sie besaßen wohl den ältesten, größten und traditionsreichsten Sterkrader Bauernhof.
Im Jahre 1558 hat sich Hinrich to Westhoeven auf dem Hof im Alsfeld niedergelassen. Das im Jahre 1958 abgerissene Herrenhaus wurde 1777 gebaut. Der Schulte-Westhoff-Hof war innerhalb der Sterkrader Mark der wirtschaftliche Mittelpunkt. Hier wurden die zur Mast und Weidung vorgesehenen Schweine aufgetrieben, in Listen verzeichnet und mit Brenneisen zur besseren Auffindung im Falle des Umhertreibens gekennzeichnet. Markauflösung 1852. Sie besaßen sogar einen eigenen Schäfer für ihre ansehnlichen Herden sie hatten 250 Schafe in ihrem Besitz. Der Herrenhof hatte Wirtschafts- und Vorratsräume, das Wohngebäude und Stallungen. Es gab sogar eine Brennerei, dieser war über die Grenzen von Sterkrade bekannt der so begehrte "Westhoffsche". Nach dem Tod des letzten Besitzers ging der Hof an die Gutehoffnungshütte. Seit 1921 bis zum Abriss des Herrenhofs bewirtschaftete der Ackerer Graf die Landwirtschaft, in letzten Jahren nur noch eine Hühnerfarm. Das Schulte-Westhoffsfeld war mehrere hundert Hektar groß. Durch die Industrialisierung und mit Vergrößerung der städtischen Infrastruktur sowie dem wachsendem Wohnflächenbedarf verkleinerte sich der Schulte-Westhoff-Hof immer mehr, so dass die letzte bauliche Substanz 1958 abgerissen und das Gelände zum Naherholungsgebiet, dem Volkspark, angegliedert wurde. Von diesen Brüdern erwarb die Gemeinde Sterkrade 1906 ein 10 Hektar großes Waldgrundstück zum Preis von 10 000 Mark, aus dem der Gartenarchitekt Koch in den nächsten 10 Jahren einen kleinen Park mit einem Zugang von der Bergstraße (heute Parkstraße) entstehen ließ. 1920 wurde das Gelände durch ein weiteres Grundstück vergrößert und zunächst teilweise zu einer Eiswiese ausgestaltet. Die Bewässerung musste durch Hydranten vorgenommen werden, weil nicht genügend Wasser vorhanden war. 1925/26 ist diese Eiswiese zu einem Weiher umgewandelt worden, der wiederum 1927 als Sportweiher mit nur einem Meter Tiefe umgestaltet wurde. Ein großer Vorteil war, dass man durch die gesamte Parkanlage den Alsbach mit seinem unverbrauchten Wasser führen konnte. Als 1926 das Volksparkstadion entstand, ist gleichzeitig als Parkerweiterung der Zugang von der Brandenburger Straße, entlang der Eisenbahn, hinzugekommen. Am 8. August konnten die Väter nach der Stadioneinweihung mit ihren Kindern Kahnfahren. Wege wurden angelegt, um so das Spazierengehen im Volkspark zu einem besonderen Vergnügen zu machen. An schönen Abenden und am Sonntag herrschte Hochbetrieb, wenn die Erwachsenen und Familien mit Kindern zum Rudern kamen. Es war ein billiges Vergnügen, 50 Pfennige pro halbe Stunde. Neulinge waren schon meist müde, bevor der Ruf des Weiherpächters erscholl: “Kahn 5 zurückkommen”. Tennisplätze waren damals schon modern. Daneben wurden Ruhebänke aufgestellt und ein so genanntes Schweizerhäuschen errichtet. Für eine Restauration war auch gesorgt. 1927 bauten sich die Sterkrader eine Turnhalle ins Stadtgrün mit einer Turnwiese. Es war alles vorhanden für eine idyllische Naturpalette. Während des Krieges wurde der Volkspark von zahlreichen Bombeneinschlägen, die der Bahnlinie oder der Zeche Sterkrade galten, in einen kaum noch begehbaren Zustand gebracht. 1950 begann die Gartenbauabteilung der Stadt Oberhausen mit der Aufarbeitung und Umgestaltung der Parkanlage. Für eine kurze Zeit bis 1960 war auch wieder Gelegenheit zum Kahnfahren. Die letzte Erweiterung ist dem Park 1958, nach Abriss des ehemaligen Domänenhofes Schulte-Westhoff, zugefügt worden.
Heute beträgt die Gesamtgröße des Sterkrader Volksparkes 13,14 ha und ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. 1,41 ha ist Wasserfläche mit einer von der Stadtsparkasse 1984 gespendeten Wasser Fontaine, die zur Sauerstoffzufuhr unentbehrlich geworden ist. Der Versuch, Wasserpflanzen in den Teich zu setzen, ist wiederholt durch den Verbiss von Wasservögeln nicht geglückt. Im und am Teich sind neben den wechselnden Wasservögeln Schwäne, Blässhühner, Teichhühner, Krickenten und Höckergänse als Dauergäste anzutreffen.
3,30 ha sind Gehölz-und waldartige Flächen. Eichen, Buchen, Pappeln, Espen, Birken, Ahorn, Kastanien und Erlen geben reichlich Schatten und eine naturverbundene Atmosphäre. Mitte der 90er Jahre wurde die wichtige Wegeverbindung vom Neumarkt zur Weierstraße entlang der Bahnlinie in der halben Wegbreite mit einer Asphaltdecke versehen.
Zwei Kinderspielplätze mit Tischtennisplatten, Seilbahn, Kletter-Rutschkombinationsgerüst und ein Kletterfelsen, die in regelmäßigen Abständen überarbeitet und neugestaltet werden, sind Zielorte vieler Elternteile mit ihren Kindern. Heute ist der Volkspark ein beliebter Treffpunkt vieler Freizeitler. Jogger, Spaziergänger.
2011
Eröffnung und Einweihung des Sterkrader Stadions am Volkspark
Das Konjunkturpaket II hatte den Umbau inklusive Rasenfläche möglich gemacht. Kostenpunkt: rund 2,7 Millionen Euro.
http://fc-sterkrade-72.de/
http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/eroeffn...
2013
Der Teich im Volkspark Sterkrade hat seit gestern ein neues Wasserspiel – genauso schön wie das alte, allerdings deutlich energiesparender. Rund 5000 Euro kostet die Aktion insgesamt – allein 2500 Euro werden für die neue Unterwasserpumpe fällig, hinzu kommen zwei Kranwageneinsätze und Elektroarbeiten.
2014
Im Volkspark erschaffen Jugendliche aus aller Welt einen Windgarten. Es sind die Teilnehmer des internationalen Jugendaustauschs „Multi“, die gemeinsam mit einem Studenten der Landschaftsarchitektur gärtnern werden. Ein außergewöhnliches Projekt, das den Sterkradern langfristig erhalten bleibt.
https://www.oberhausen.de/de/index/kultur-bildung/...
http://www.multi-online.org/images/dailynews/2014/...
2014-2015
Reparaturen und Umbauungen.
Umgebaut wurden viele Details. Kaputte Treppen sind abgebaut und durch Rampen ersetzt worden. Unbenutzte Wege hat die OGM aufgegeben, Bänke umgestellt. Neue Mülleimer sind „vogelsicher“: Mit einer Abdeckung wird verhindert, dass die Tiere Müll herauspicken. Das Ufer des Teichs ist gesichert, neue Mülleimer stehen an den Wegen und Rampen erleichtern den Zugang für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen – an vielen Stellen sind die Veränderungen im Sterkrader Volkspark sichtbar. Knapp ein Jahr haben Auszubildende der Stadttochter „Oberhausener Gebäudemanagement“ (OGM) gearbeitet, um den zuletzt vernachlässigten, aber beliebten Park am Stadtteilzentrum herzurichten.
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Die Insel auf der der Hirsch ruht wird vom Wasser des Alsbaches gefüllt.

Der Alsbach ist ein Fließgewässer im Flusssystem der Emscher. Sein Durchlaufgebiet 3,8 km lang und befindet sich im Oberhausener Stadtbezirk Sterkrade.
Die Quelle des Alsbach liegt nahe der Hartmannstraße im Stadtteil Königshardt. Der größte Teil seines Laufes führt durch das nach ihm benannte Alsfeld und ist in das Landschaftsschutzgebiet „Alsbachtal und Volkspark Sterkrade“ eingebettet. Im nördlich der Sterkrader Innenstadt gelegenen Volkspark speist der Alsbach den dortigen Teich, wird am Westrand des Parks unterirdisch weitergeführt und jenseits der Bahnstrecke Oberhausen–Arnheim in Höhe der Von-Trotha-Straße in den Sterkrader Hauptkanal eingeleitet und dieser mündet in Emscher.
Vielleicht hat der eine oder andere Mal Lust entlang des Grüngürtels zu bachen (einen Spaziergang) oder Fahrradtour zu machen. Hier kann man mal abschalten vom Alltagsstress.
Man muss nicht immer weit fahren um ein bisschen Natur zu genießen. Unsere Stadt Oberhausen hat einiges in dieser Hinsicht zu bieten. Viel Spaß beim erkunden dieses Baches oder des Alsbachtal.
Das Alsbachtal gilt als das älteste Siedlungsgebiet im Sterkrader Raum. Davon zeugt ein fränkisches Gräberfeld aus der Merowingerzeit, das 1921 bei Bauarbeiten im Bereich Weseler Straße / Oskarstraße zufällig gefunden und 1936 durch Ausgrabungen erschlossen wurde.
Das 1927 eröffnete städtische Freibad „Alsbachtal“ wurde im Jahr 2009 geschlossen.

Im Artikel wird auch das Regenrückhaltebecken erwähnt es sollte damals und heute das Gelände in Königshardt schützen und sorgt für "Verschönerung" des Landschaftsbildes im Alsbachtal.
Er diente damals bis 2009 auch dazu das, das Freibad Alsbachtal nicht „überflutet“ wird.
Das Rückhaltebecken war früher ein Löschteich einer Ziegelei dir dort ansässig war. Der Löschteich war in früheren Jahren mit dem Alsbach verbunden bis zur Stilllegung der Ziegelei. Das Projekt „Route des Regenwassers”, wurde ins Leben gerufen es arbeiten unter anderen mit an diesem Konzept Baudezernent Peter Klunk, Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz, Umweltausschussvorsitzende Anne Janßen und Sterkrader Bezirksbürgermeister Dieter Janßen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 15 Prozent des Regenwassers im Einzugsgebiet der Emscher von der hier vorherrschenden Mischwasserkanalisation abzukoppeln. Das Projekt in Königshardt ist etwa 1,25 Millionen Euro teuer, die Emschergenossenschaft ist mit rund 100 000 Euro beteiligt, den Rest zahlt die Stadt. Die Verbindung wurde dann instand gesetzt ein 60 Meter langen Graben und das neue Rückhaltebecken hat ein Gesamtvolumen von mehr als 1300 Kubikmetern. Läuft es über, wird, über den Graben in Form eines Troges der Alsbach bedient. Das Rückhaltebecken wird von dem Regen gespeist, der auf ein über 1,5 Hektar großes Gelände zwischen Erzberger- und Jägerstraße fällt.
Das Regenrückhaltebecken hat eine wichtige Funktion im Naturschutzgebiet Alsbachtal

Erklärungen einiger Wörter die im Artikel vorkommen.

Unter dem Begriff Grüngürtel wird ein durchgängiges System aus Grün- und Freiflächen verstanden, die ein Siedlungsgebiet, ein Dorf oder eine Stadt kreisförmig umschließen. Üblicherweise sind derartige Grüngürtel besonders geschützt und auch durch entsprechende Flächenwidmung oder Flächennutzungspläne rechtlich abgesichert.
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Fließgewässer ist in der Hydrologie ein Sammelbegriff für alle oberirdisch fließenden Gewässer, also Wasserläufe des Binnenlandes mit ständig oder zeitweilig fließendem Wasser. Es handelt sich um offene Gewässer. Die Einstufung von fließendem Grundwasser als „unterirdisches Fließgewässer“ ist umstritten.
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Die Merowinger (seltener Merowinger) waren das älteste Königsgeschlecht der Franken vom frühen 5. Jahrhundert bis 751. Sie wurden vom Geschlecht der Karolinger verdrängt. Nach ihnen wird die historische Epoche des Übergangs von der Spätantike zum Frühmittelalter im gallisch-germanischen Raum Merowingerzeit genannt.
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Der Hauptkanal Sterkrade ist ein Gewässer im Flusssystem Emscher, das sich mit einer Gesamtlänge von annähernd 5,4 km durch den Oberhausener Stadtbezirk Sterkrade zieht.
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Regenrückhaltebecken (RRB), ein künstlich angelegtes Becken, das dazu dient, größere Mengen Niederschlagswasser zu speichern.
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Das Sommerbad Alsbachtal wie alles begann.
In der Mitte der 20er Jahre hatte die Stadt Sterkrade große Probleme, ihre Arbeitslosen zu beschäftigen. Unter einigen anderen Projekten ließ Sterkrade ein Kinderheilbad und Sommerschwimmbad im unwegsamen Sumpf- und Quellgebiet des Alsbachtales errichten. Als Bauland war dieses Gelände zu der Zeit nicht geeignet. Am 12. Juni 1927 wurde, wie die Zeitung damals schrieb, “Der Jungbrunnen der Industrie“ als Schmuckstück der Sterkrader Grünanlagen eingeweiht. In der Bauphase waren an manchen Tagen bis zu 300 Männer beschäftigt, die hier ihre Arbeitslosenunterstützung abarbeiteten. Das Ausschachten des 25x100 m und bis zu 3,50 m tiefen Schwimmbeckens erwies sich wegen des schlammigen Bodens als äußerst schwierig. Hinzu kam die Kultivierung eines schon oberhalb vorhandenen Teiches als Vorwärmbecken. Nach der Fertigstellung zeigte sich ein riesiger Erholungspark. Liegewiesen mit frisch gepflanzten Bäumen, vor Kopf ein stattliches Wirtschaftsgebäude mit Bediensteten Wohnungen und eine Cafeteria mit einer großen Freiterrasse. An der rechten Seite eine langgestreckte Halle mit Umkleide- und Sanitärräumen, streng getrennt nach den Geschlechtern. Auf einem 130x40 m abgegrenzten Seitengelände ist das städtische Kinderheilbad errichtet worden. Eingebettet in diese gärtnerische Oase ist das 100x25 m große Schwimmbecken mit einer abschließenden Sprungkuhle für einen 5 m Sprungturm. Die vordere Hälfte war den Nichtschwimmern zugedacht, wogegen in der anderen die Schwimmer sich tummelten. Zunächst wurde das Wasser des Alsbaches in einem Sammel- und Wärmevorbecken mit geringer Tiefe aufgefangen. Hierdurch wurde das klare, naturreine Bachwasser vorgewärmt und gleichzeitig der mitgeführte Lehm und Sand zum Ablagern gebracht. Nach Durchlauf durch das Schwimmbecken gelangte das Wasser in das unterhalb gelegene Kinderplanschbecken und wurde von hier als Abflußwasser wieder in den Alsbach geleitet. Ende der 50er Jahre war diese Technik der Wasserzuführung wegen der Umwelteinflüsse nicht mehr möglich. Das Rheinisch-Westfälische Wasserwerk war nicht begeistert, eine dicke Rohrleitung ins Sommerbad zu legen. Wünschelrutengänger entdeckten in unmittelbarer Nähe des Beckens zwei tiefliegende Wasseradern. Ein 130 m tiefer Brunnen wurde gebohrt, so dass heute hygienisch einwandfreies Tiefenwasser aus einer mittleren Tiefe von 40 bis 50 m gehoben und später in die Abwasserkanalisation abgeleitet wird. Das Vorwärmbecken wurde zugeschüttet und als Parkplatz hergerichtet.
Mit der Saison 1980 zeigt sich das Schwimmbad Alsbachtal bis in das Jahr 2009. Ein Freizeitgelände mit ausgedehnten Rasenflächen, mit alten schattenspendenden Baumbeständen, das allen Ansprüchen unserer heutigen Vorstellungen entspricht. Ein Nichtschwimmerbecken, ein beheizbares Bewegungsbecken und ein Tiefenbecken von 25x50 m mit Sprunganlage geben ausreichend Freude am nassen Element. Das kristallklare Brunnenwasser wird in einer hochtechnisierten Filter- und Enteisungsanlage sozusagen entrostet und mit Sauerstoff angereichert. Schon mehrmals wurde eine Schließung des Bades aus Kostengründen in Erwägung gezogen und 2009 war es dann soweit.


Literatur:
Wikipedia
Waz
Alfred Lindemann
Seipp: Oberhausener Heimatbuch

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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 06.05.2017 | 15:41  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 08.05.2017 | 17:20  
24.817
Helmut Zabel aus Herne | 10.05.2017 | 09:04  
Klaus Bednarz aus Oberhausen | 26.07.2017 | 14:02  
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