Der Glaube der Gläubigen

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„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ (Immanuel Kant)

Immer dann wenn menschlicher Geist, menschlicher Verstand an seine Grenzen stößt, der Menschen-Glaube auf dem Plan tritt, der dann genau darüber hinweg trösten soll, wird es spannend. Dankbar und weil Alternatives zu fehlen scheint, wird der Mensch, obwohl reich an Geist und bei vollem Verstand - oft ohne weiteres Nachdenken- zum Gläubigen…

Was die derzeitigen Grenzen des menschlichen Geistes, des menschlichen Verstandes angeht, ist ein Zitat von Ludwig J. Wittgenstein (österreichischer Philosoph) treffend,
in dem er sinngemäß sagt: Worüber wir derzeitig nicht sprechen können, weil uns Grundlegendes fehlt, darüber sollten wir schweigen…

Zugegeben, in den zurückliegenden Epochen der Menschen-Geschichte, war aufgrund noch nicht vorliegender, wichtiger und einschneidender Erkenntnisse auf den Gebieten der Philosophie und denen der Naturwissenschaften, andere Alternativen als die zu Glauben nur schwer zu erkennen. Religionen und ihre jeweiligen Vorgaben, hatten allesamt das Ziel dem Menschen in Unwissenheit, Furcht und Abhängigkeit zu belassen…

Um es hier von vornherein deutlich zu machen; Menschen, die an sich selbst glauben, indem sie ihren Verstand nutzen – Menschen, die ihre Visionen verteidigen und trotz aller ihnen entgegengebrachter Widerstände an diese glauben – Menschen, die allein oder in der Gruppe friedliche Ziele verfolgen und ans Erreichen dieser Ziele unumstößlich glauben; zähle ich nicht zu der oben genannten Gruppierung!

Die Gruppe der Gläubigen , in der Menschen mit unter-schiedlich religiöser Prägung, zwar unter weitestgehend ein und denselben Gruppen-Dach, immer wieder in Unfrieden miteinander Leben und Handeln. Und das leider von Menschheitsbeginn an!

Das „Kernprinzip“ aller mir bekannten Religionen basiert darauf, dass die Welt, in der wir leben, erschaffen wurde. Erschaffen von göttlicher Hand, die zu einem Gott gehört, dem die Gläubigen unterschiedliche Namen gegeben haben.

Alles das, was von diesem Gott oder den in seinem Namen verkündenden und handelten Propheten auf der Erde bekannt ist, beruht ausschließlich auf menschlicher Überlieferung in den unterschiedlichsten Formen!

Bei ÜBERLIEFERUNGEN, in welcher Form und von wem auch immer überliefert, ist, neben dem Nutzen des eigenen Verstandes, immer eine Portion gesunde Skepsis angebracht! Es gibt, meinem Wissen nach, nicht eine einzige überlieferte Geschichte, innerhalb welcher Religion auch immer, die einer „ernsthaften Überprüfung“ auf ihren jeweiligen Wahrheitsgehalt standhalten würde…

Inwiefern war es aber möglich, und ist es bis heute notwendig – von der eingangs erwähnten tröstenden Wirkung mal abgesehen – als Gläubiger in seinem jeweiligen Glauben zu investieren; wo doch Geist und Verstand, unter-malt durch die Naturwissenschaft etwas anderes sagen?

Erinnern wir uns:

Schon vor rund 430 Jahren ist Galileo Galilei bei seinen Forschungen auf den Kausalzusammenhang (Zusammenhang von Ursache und Wirkung) gestoßen,
was die damalige Weltanschauung und Aufklärung maßgeblich beeinflussen sollte. Dadurch bedingt, blieb damals der Glaube an eine göttliche Lenkung des
Weltenlaufes und des bis dahin geglaubten Schicksals der Menschen auf der Strecke.

Ist dieser Glaube in den vergangen Jahrhunderten wirklich auf der Strecke geblieben? Oder ist es vielmehr so, dass ihm immer wieder neu das Leben eingehaucht, dass der Gläubige für sein eigenes Leben offensichtlich dringend braucht?

Was passiert wenn, von Menschen überliefert, religiös Geprägtes, im jeweiligen Kopf, auf, vom Geist und Verstand her Geprägtes trifft?

Wenn der jeweilige Mensch es zulässt, kann es auf beiden Ebenen zu erheblichen Erschütterungen, bis hin zu kleinen und größeren Beben kommen…
Diese Erschütterungen wiederum könnten alles vordem im Inneren „Erbaute“
zum Einsturz bringen.

Da diese Möglichkeit auf beiden Ebenen besteht, sollte hernach – möglichst ehrlich – eine Bestandsaufnahme vom „Erbauten“, was ggf. noch steht, gemacht werden.

Aber Vorsicht, das Ergebnis daraus, könnte durchaus glaubhaft, eine andere Erkenntnis als die vor dem Zusammentreffen sein…! Oder auch nicht…!

Apropos Erschütterungen durch Beben hervorgerufen:

Ein weltanschauliches Erdbeben von besonderer Stärke löste in der Mitte des
19. Jahrhunderts (1858) ein Buch mit dem Titel „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ aus. Der Autor: Carls Darwin, bekannt als Begründer der modernen Evolutionstheorie, erschütterte damit – tiefgreifend - das bis dahin traditionelle Weltbild! Denn dieses, sein Grundlagenwerk und weitere, bis heute durchgeführte Naturwissenschaftliche Forschungen, belegen eindeutig, dass die göttliche Schöpfung, wie sie auch heute noch (nicht nur unter Christen) gelehrt und vertreten wird, eine einzige Mär ist. Eine Mär, die schon vor über 150 Jahren, auf dem Müll der Geschichte, ihr Ende hätte finden müssen…

Wie anders müssen wir uns unsere Welt vorstellen, wenn es von Anfang der Menschheitsgeschichte an, keine Gläubigen, keine Religion und damit verbundenen, keine religiösen Konflikte gegeben hätte? Konflikte, die auch heute noch andauern und mit ihren sicht- und spürbaren Blutspuren, für nachkommende Generationen ein beschämendes Erbe darstellen…!

© pr vettermann
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11 Kommentare
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Ingrid Dressel aus Bochum | 16.02.2016 | 01:29  
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Paul Roland Vettermann aus Oberhausen | 19.02.2016 | 17:54  
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Ingrid Dressel aus Bochum | 19.02.2016 | 22:16  
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Paul Roland Vettermann aus Oberhausen | 20.02.2016 | 17:37  
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Norbert Thiemann aus Bottrop | 27.03.2016 | 18:53  
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Norbert Thiemann aus Bottrop | 27.03.2016 | 19:18  
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Paul Roland Vettermann aus Oberhausen | 31.03.2016 | 22:17  
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Norbert Thiemann aus Bottrop | 31.03.2016 | 22:52  
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Norbert Thiemann aus Bottrop | 01.04.2016 | 10:00  
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