Die erste Heuer-Ampel in Sterkrade 1950

Anzeige
Heuer-Ampel Sterkrade. Bahnhofstraße/Steinbrinkstraße. Bild.Alfred Lindemann
 
Heuer-Ampel Sterkrade. Bahnhofstraße/Steinbrinkstraße. Bild.Alfred Lindemann

Eine kleine Reise in das Verkehrswesen von Sterkade im Jahre 1950.


Es gab einmal in Sterkrade eine gute, alte Heuerampel Ende der 40er Jahre begann sich nach dem Krieg der Straßenverkehr in der Sterkrader Mitte wieder zu beleben. Hinzu kam, dass hier sich die Straßenbahnlinien 1 und 2 kreuzten. Man war gewohnt, in Tageszeiten mit starkem Verkehrsaufkommen einen Polizisten auf der Straßenkreuzung zu sehen, der den Verkehr regelte. Ab dem 13. September 1950 regelte eine Verkehrsampel (Heuer-Hängeampel) an den Straßenkreuzungen Sterkrader Stadtmitte und in Oberhausen an Grenz- und Lothringer Straße die Verkehrsströme. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die ersten Ampeln gebaut, die man Heuerampeln nannte.

Vergangenheit:


Die Bezeichnung "Heuer-Ampel" geht zurück auf den Erfinder Josef Heuer und die Firma "Heuer - Hammer", eine Freiformschmiede und Bearbeitungswerk in Iserlohn. Das Familienunternehmen wurde 1893 von Heinrich Heuer als Huf- und Wagenschmiede gegründet und existierte bis zum Jahre 1993. In dieser Zeit war das Unternehmen Zulieferer der Industrie weltweit. Tätigkeitsschwerpunkt der Firma war der Bergbau, worin eine Vielzahl an Patenten bestand.
Unter der Leitung von Josef Heuer, schuf er in den Jahren 1928/29 die nach ihm bezeichnete Heuer-Ampel Offizieller Name "Zeigerampel".
Aus Familienerinnerungen lässt sich die Erfindung zurückführen auf die Tatsache, dass von Josef Heuer`s drei Söhnen zwei farbenblind waren und er für diese eine sicherere Teilnahme am Verkehrsgeschehen erreichen wollte. Als die erste Heuer-Ampel dem Fachpublikum präsentiert wurde war die Resonanz unerwartet groß vor allem aber positiv. Die Heuer-Ampel ging in die Serienfertigung.
Die ersten Heuer-Ampeln im Einsatz gab es in Deutschland noch vor dem zweiten Weltkrieg. Während den Kriegsjahren war die Nachfrage gering. Nach dem Krieg, folgte die Blütezeit der Heuer-Ampel (um 1950). Insbesondere in den Niederlanden, aber auch in Belgien, Frankreich und weiteren europäischen Staaten - und sogar in Australien - regelte die Heuer-Ampel den Verkehr.

Aussehen, Funktion, Technik:


Die Ampel bestand aus einem Kasten, wie eine Laterne (Würfel) geformt, der in der Mitte der Kreuzung hing. In dem Kasten befanden sich vier Scheiben nach den vier Richtungen der einmündenden Straßen ausgerichtet, auf denen sich jeweils die rote Farbe und die grüne Farbe gegenüber lagen. In der Mitte der Scheibe war ein Zeiger, ähnlich einer Uhr, der sich kontinuierlich im Kreis, mit gleicher Geschwindigkeit der Partnerzeiger, bewegte und so Rot oder Grün anzeigte und damit Anfahrt und Stopp signalisierte. in der Dunkelheit waren sie von innen durch vier einfache Glühbirnen beleuchtet. Das schlichte Konzept bestach durch seine Zuverlässigkeit. Die Zeiger waren innerhalb der Ampel mechanisch fest miteinander verbunden, sie konnten, wenn überhaupt, nur gemeinsam ausfallen. Zudem sahen alle beteiligten Verkehrsteilnehmer an der Zeigerstellung, wie lange eine Phase dauern würde, ein gelber Zwischenschritt war daher unnötig. Mit einem zentralen Leuchtkörper war die Anlage äußerst kostengünstig. Bei manueller Steuerung, z. B. für den Verkehr in Stoßzeiten, war es der Verkehrspolizei möglich, die Drehung an bestimmten Punkten, meist Rot-Grün-Paarungen, anzuhalten. War die Ampel außer Betrieb, so blinkte ein an ihr angebrachtes gelbes Licht. Für die damalige Zeit war diese Ampelanlage ein Fortschritt und eine segensreiche Einrichtung. Als später, in den 70er Jahren, die Straßenkreuzungen durch Fußgänger und Radfahrer belebter wurden, konnte die Heuerampel nicht mehr mithalten. Es wurde die Wechsellichtschaltung entwickelt, unsere heutigen Ampeln. Nach und nach wurden die Heuer-Ampeln dann in den 1960er Jahren durch moderne Lichtsignalanlagen ersetzt. Die letzte noch in Betrieb befindliche Heuer-Ampel gab es hier in Detmold. Diese regelte den Verkehrsablauf an der Kreuzung Lange Straße/Woldemarstraße bis zum Jahr 1972. Dieses Jahr war gleichzeitig das offizielle Ende aller Heuer-Ampeln in Deutschland, da die Novellierung der StVO für das Entfernen von Heuer-Ampeln eine Frist bis zum 31.12.1972 setzte.

Die Nachteile die später das Aus waren für die „Heuer-Ampeln“


Im Zuge des Weiteren technischen Fortschritts war die Heuer-Ampel unwirtschaftlich (umständliche Wartung, relativ hohe Herstellungs- und Wartungskosten). Vor allem aber war sie zu unflexibel:
Es konnte nur jeweils eine gesamte Kreuzungszufahrt geregelt werden und nicht einzelne Verkehrsströme.
Eine separate Berücksichtigung von Fußgängern und Radfahrern traute man der Heuer-Ampel wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Kfz-Signal nicht zu.
Bei vorhandenen Oberleitungen von Straßenbahnen oder O-Bussen war die Installation und der Betrieb einer Heuer-Ampel im Allgemeinen nur mit erheblichem Aufwand möglich.
Es waren (bis 1952) nur nahezu rechtwinklige Straßenkreuzungen regelbar.

Anbringung:


Die Aufhängevorrichtung bestand aus zwei sich kreuzenden, quer über die Straßenkreuzung gespannten Stahlseilen. Diese wurden im Allgemeinen an angrenzenden Gebäuden befestigt. Ein besonderer Querträger oberhalb der Heuer-Ampel stellte die Sicherheit gegen Verdrehen her. Tatsächlich befestigten die meisten Städte ihre Heuer-Ampeln an vier Seilen, wohl um eine erhöhte Sicherheit gegen Herabfallen zu haben und um eine stabilere Ausrichtung bei Wind zu erhalten.

Maße einer Heuerampel.:


Maße: ca. 1,20 m x 1,20 m x 1,20 m
Gewicht: 222 Kg
Motor: elektrisch
Stromversorgung: 220 V
Innenbeleuchtung: 4 Glühbirnen (100 Watt, 220 V)
Hilfssignal: 1 Glühbirne (100 Watt, 220 V)

Quelle: Hochschule Ostwestfalen-Lippe FB3, Wikipedia Heuerampel, Alfred Lindemann

Bilder: Historisch Alfred Lindemann, Bild in der Erklärung Wikipedia Heuerampel Presse 03,

2
2
2
2
2
2
2
3 2
2
2
2
9
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
4 Kommentare
25
Walburga Wölk-Haddan aus Oberhausen | 08.10.2015 | 11:31  
531
Martin Grundmann aus Oberhausen | 09.10.2015 | 15:39  
8.714
Eckhard Schlaup aus Gladbeck | 12.10.2015 | 22:15  
54.645
Myriam Weskamp aus Castrop-Rauxel | 28.02.2016 | 19:08  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.