Die Siegessäule (Denkmal) auf dem Altmarkt in Oberhausen.

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Von mir erstelltes Titelbild mit Halo.Schein.
 
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Siegessäule Altmarkt Oberhausen.
  Heute berichte ich von der Siegessäule auf dem Altmarkt in Oberhausen.
Vorweg gesagt es ist wieder ein längerer Artikel. Wenn man über solche alten Denkmäler schreibt gibt es so viele Geschichten rundum der Siegessäule, die man einfach zu Wort bringen muss. Was hat es sich mit dem denkmalgeschützten Objekt auf sich.
Im Jahr 1876 wurde auf dem Marktplatz die Siegessäule errichtet, von den Oberhausener Bürgern. Ein Kriegerdenkmal aus Sandstein in Andenken an die Schlachten der Jahre 1864 bis 1871.

Ein Landwirt Wilhelm Stöckmann machte es eigentlich erst möglich dass an den heutigen Stellen der Altmarkt entstehen konnte. Dieser besagte Landwirt schenkte der Gemeinde Styrum das Grundstück im Juni 1859. Die Schenkung war nicht ganz aus Herzensgüte geschehen. Er hoffte dass rund um Altmarkt sich Kaufleute ansiedeln würden. Gute Idee, zufälligerweise gehörten die Grundstücke rund um den Altmarkt herum ebenfalls ihm, was ein Zufall. Haha. Zu dieser Zeit war noch nicht von der Stadt Oberhausen die Rede. Damals waren es noch Gemeinden .Aber es ging fix voran.
Die Bürgermeisterei Oberhausen wird am 1. Februar 1862 auf emsiges Betreiben eines Duisburger Landrats aus Teilen von sechs anderen Gemeinden gebildet. Die Urzelle und den größten Gebietsanteil (zwei Drittel) lieferte die Gemeinde Borbeck mit den Ortsteilen Lippern und Lirich, die bisher zum Reichsstift Essen gehörten. Dazu kamen Teile von Alstaden, Dümpten und Styrum aus der Bürgermeisterei Mülheim-Land. Hinzu kamen auch noch kleinere Teile von Meiderich und Buschhausen. Den Namen Oberhausen erhielt die junge Gemeinde vom 1847 neuangelegten gleichnamigen Bahnhof (seinerzeit erster Bahnhof der Gemeinde Borbeck) an der Cöln-Mindener Eisenbahn, der wiederum seinen Namen von dem an der Emscher gelegenen Schloss des Grafen Westerholt erhalten hatte. Bereits zwölf Jahre danach am 10. September 1874 erhielt die Gemeinde Oberhausen durch Einführung der Städteordnung die Stadtrechte.
In diesem Zusammenhang erhielt der Platz zwei Jahre später eine symbolische Aufwertung in Gestalt eines Kriegerdenkmals. Eine geflügelte Siegesgöttin fordert auf einer hohen Säule über pyramidenförmigem Sockel das "Gedenken an die heldenmuthigen Kaempfe und Siege unserer Krieger..." ein. Das war die kleine rundum die Siegessäule. Jetzt endlich die Beschreibung.

Beschreibung der Siegessäule:
Viktoriastandbild Friedensengel auf einer Säule mit Postament In der Mitte eines kreisförmigen Brunnenbeckens erstreckt sich ein sich nach oben verjüngendes Postament, aus dessen unterem Teil sich das Wasser ergießt. Auf den Flächen des Sockels sind an zwei Seiten Inschriften angebracht und an der Westseite das Porträtmedaillon Kronprinz Friedrich Wilhelms, an der Ostseite dasjenige von Kaiser Wilhelm I.
Die kannelierte Säule mit korinthischem Kapitell ist unten mit Lorbeergirlanden verziert, über denen sich eine weitere Inschrift befindet. Die das Denkmal bekrönende Viktoria hält mit ihrer rechten Hand einen Lorbeerkranz empor.

Folgende Inschriften befinden sich auf der Säule:
Postament: Vorderseite (Norden): Den kuenftigen Generationen zum dauernden Gedenken an die heldenmuethigen Kaempfe und Siege unserer Krieger in den Jahren 1864 – 1866 – 1870 – 1871. An die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches und den ruhmreichen Frieden zu Frankfurt a. M. 10. Mai 1871.

Errichtet von den Bürgern Oberhausens am 2.September 1876“

Süden: „Es starben den Heldentod 1866 Namen der Verstorbenen 1870
– 1871 Namen der Verstorbenen“
oberhalb der Lorbeergirlanden: „Sedan/ Paris/ Düppel/Sadowa“ das sind Kriegsorte.

Jetzt nehmen wir die Jahreszahlen unter die Lupe was haben sie für eine Bedeutung. 1864 – 1866 – 1870 – 1871.Es handelt sich um die sogenannten Einigungskriege und den Frankfurter Frieden.

Hier eine kurze Erklärung dazu.

Deutsche Einigungskriege
Als deutsche Einigungskriege (gelegentlich auch Reichseinigungskriege genannt) bezeichnet man die Kriege, die zwischen 1864 und 1871 zur Entstehung des „kleindeutschen Nationalstaates“ (1871, Deutsches Reich) unter der Führung Preußens geführt haben. Zu den deutschen Einigungskriegen zählt man den Deutsch-Dänischen Krieg im Jahre 1864, den Preußisch-Österreichischen Krieg (auch Deutscher Krieg, Deutsch-Deutscher Krieg oder Bruderkrieg) im Jahre 1866 und zuletzt den Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871.

Deutsch-Dänischer Krieg (1864)
Der Deutsch-Dänische Krieg war die militärische Auseinandersetzung um das Herzogtum Schleswig zwischen dem Deutschen Bund und dem Königreich Dänemark. Der Krieg endete mit einer Niederlage der Dänen. Die beiden Siegermächte Österreich und Preußen übernahmen anfangs gemeinsam die Besetzung und Verwaltung der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Das gespannte Verhältnis beider Staaten verschlechterte sich jedoch in der folgenden Zeit, bis es schließlich 1866 zum Deutschen Krieg kam.
Düppeler Schanzen 18. April 1864. Die Schlacht war die Entscheidungsschlacht im Deutsch-Dänischen Krieg. Die zehn Düppeler Schanzen wurden nach fast fünfwöchiger Belagerung am 18. April 1864 von den Preußen unter Prinz Friedrich Karl erstürmt.

Deutscher Krieg (1866)
Der Deutsche Krieg war eine militärische Auseinandersetzung Österreichs mit Preußen. Der Krieg wurde um die Vorherrschaft in Deutschland ausgetragen. Er endete mit einem Sieg Preußens (und seiner Verbündeten) über Österreich (und seine Verbündeten) und hatte die Auflösung des Deutschen Bundes zur Folge. Preußen übernahm damit von Österreich die politische Vormachtstellung unter den deutschen Ländern und gründete den Norddeutschen Bund.
Schlacht bei Königgrätz beim Dorf Sadowa 3. Juli 1866 In der Schlacht von Königgrätz trafen die Truppen Preußens auf die Armee der Österreicher. Es stellt die Entscheidungsschlacht des Krieges dar, bei der die Österreicher vernichtend geschlagen wurden.
Die Schlacht von Sedan fand am 1. September 1870 im Deutsch-Französischen Krieg statt. Mit der Kapitulation der französischen Truppen und der Gefangennahme des französischen Kaisers Napoléon III. am 2. September war sie vorentscheidend für den Ausgang des Krieges.
Der Deutsch-Französische Krieg 1871 gilt als letzter Deutscher Einigungskrieg. Nach dem vorangegangenen Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Deutschen Krieg 1866 führte er schließlich zur Entstehung des kleindeutschen Nationalstaates unter der Führung von Preußen.
Die Belagerung von Paris, die vom 19. September 1870 bis zum 28. Januar 1871 dauerte, führte zur Niederlage der neubegründeten Dritten Französischen Republik im Deutsch-Französischen Krieg und zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs.

Am 10. Mai 1871 unterzeichnete Otto von Bismarck und Jules Favre den Frankfurter Frieden , der, abgesehen von einigen Bestimmungen über die Zahlung und die Okkupation , den Präliminarfrieden von Versailles bestätigte. Das Ergebnis des Krieges war nicht bloß die Wiedergewinnung Elsass-Lothringens und der Festung Straßburg und Metz, sondern auch die Gründung des neuen Deutschen Reiches, die schon während des Krieges am 18. Januar 1871 in Versailles vollzogen wurde.


Hier einige Erklärungen zu Namen und Säule.

Bürgermeisterei:
Die Bürgermeisterei war ein in der preußischen Rheinprovinz (1822 aus den 1815 eingerichteten Provinzen Großherzogtum Niederrhein und Jülich-Kleve-Berg entstanden) und in der Provinz Westfalen (seit 1815) aus mehreren Gemeinden zusammengesetzter Kommunalverband bzw. eine Verwaltungseinheit. Derselbe stand unter einem von der Regierung ernannten Bürgermeister, welcher von der Bürgermeisterei honoriert wurde, und dem die Bürgermeistereiversammlung als Organ des Verbandes zur Seite stand. Die den Bürgermeistereien zugeordneten Gemeinden wurden durch Gemeindevorsteher vertreten.

Der Friedensengel Viktoria:
In der römischen Mythologie ist Victoria die vergöttlichte Personifikation des Sieges (lat. victoria), Schutzgöttin des römischen Kaisers und jungfräuliche Hüterin des Reiches. Sie ist die Entsprechung der griechischen Göttin Nike. Dargestellt wurde sie häufig fliegend und mit einem Lorbeerkranz als Siegessymbol in der Rechten.
Sedan/ Paris/ Düppel/Sadowa sind Kriegsorte sind erklärt in den Eingungskriegen.

Wilhelm I. (Deutsches Reich)
Wilhelm I. (* 22. März 1797 als Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen in Berlin; † 9. März 1888 ebenda) aus dem Haus Hohenzollern war seit 1858 Regent und seit 1861 König von Preußen, ab 1866 Präsident des Norddeutschen Bundes sowie ab 1871 erster Deutscher Kaiser.

Kronprinz Friedrich Wilhelm, Friedrich III. (Deutsches Reich)
Friedrich III., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen (* 18. Oktober 1831 im Neuen Palais in Potsdam; † 15. Juni 1888 ebenda), entstammt dem Adelshaus der Hohenzollern und war 99 Tage lang Deutscher Kaiser und König von Preußen. Er war preußischer Feldherr im Deutschen und im Deutsch-Französischen Krieg.


Postament
Das Postament, auch das Piedestal (mittelfrz. piédestal, ital. piedestallo, zu ital. piede „Fuß“ und stallo „Sitz“), ist ein bisweilen recht aufwendig gestalteter Sockel von Gebäuden, Statuen oder Säulen.

Kannelierung
Die Kannelierung (lat. canna = Rohr; frz. cannelure = Rinne, Furche, Rille) ist die Auskehlung eines Objektes, meist einer Säule, eines Pfeilers oder eines Pilasters mit senkrechten, konkaven Furchen. Sie ist vor allem in der antiken und in deren Tradition stehenden Architektur zu finden.

Kapitell
Das Kapitell (auf der letzten Silbe zu betonen, von lat. capitellum „Köpfchen“ zu caput „Kopf“), früher auch Kapitäl genannt, ist der obere Abschluss einer Säule, einer Ante, eines Pfeilers oder eines Pilasters.
In der griechischen Architektur werden die Kapitelle in drei Haupttypen unterteilt, die in der Säulenordnung festgelegt sind: das dorische, das ionische und das korinthische Kapitell.
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