Gedenkstein,Ehrenmal für die verstorbenen Bergleute am 3. Juli 1912 auf der Zeche Osterfeld.

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Gedenkstein für die Opfer vom 3.7.1912. Das Bild habe ich ein wenig retuschiert.Grund hinter den Grabstein befanden sich Graffitis die mich gestört haben.
 
Zeche Osterfeld ca 1910
 

Gedenkstein, Grabstein zu Ehren der 16 verstorbenen Bergleute in der Parkanlage Osterfeld Vestischestraße.

Warum steht dort in der Parkanlage dieser Grabstein?

Am 3. Juli 1912 ereignet sich gegen 13 Uhr im Grubenbetrieb der Zeche Osterfeld in rund 600 m Tiefe bei Sprengarbeiten in einem Aufbruch eine Schlagwetterexplosion, die 16 Todesopfer forderte. Weitere 7 Bergleute wurden verletzt. Zwei davon schwer die anderen leicht. Sie wurden in das St. Marien-Hospital Osterfeld gebracht und versorgt. Alle Verletzten wurden wieder gesund.
Die Grubenwehr waren bis zu späten Abend beschäftigt die Verunglückten Kumpels zu bergen, durch die Schlagwetterexplosion wurde die Verunglückten bis fast zur Unkenntlichkeit verbrannt. Das erschwerte die Identifikation der Bergleute.
Noch während die Bergungsmaßnahmen liefen, versammelten sich immer mehr Leuten rund um die Zeche Osterfeld. Man sprach von einigen Hunderten. Die Nachricht das etwas passiert auf der Zeche Osterfeld machte schnell die Runde. Polizei musste nicht eingreifen alles verlief ruhig.

Zwei Tage nach dem Grubenunglück gab die GHH eine Pressemitteilung raus.
Das tragische Ereignis mit den vielen toten Bergleute wurde durch menschliches Versagen verursacht.
Durch die bergbehördlichen Untersuchung des Unglücks wurde als Ursache für diese Explosion menschliches Fehlverhalten festgestellt. In einem Aufbruch waren zwecks Sprengung fünf Bohrlöcher erstellt worden. Bei diesen Bohrarbeiten war ein Kohlenflöz mit angebohrt worden (Anm. Da das Kohlenflöz durchbohrt war, durfte nach den bergbaulichen Vorschriften nicht mit Dynamit geschossen werden. Entweder haben die Bergleute dem Schießmann nicht mitgeteilt, dass das Kohlenflöz bereits durchbohrt war, oder der Schießmann hat trotzdem Dynamit verwandt. Das konnte nicht konnte die geklärt werden da sie beim Unglück verstarben.) Bei den folgenden Sprengarbeiten war, anstelle des für solche Sprengungen vorgeschriebenen Wettersprengstoffes, Dynamit verwendet worden. Die Detonation des Sprengstoffes entzündete das aus den Bohrlöchern ausströmende Methan, das aus dem angebohrten Kohlenflöz ausströmte.

Die Trauerfeier fand am Montag, dem 8. Juli 1912 statt.
In Osterfeld wehten viele viele Fahnen auf "halbmast" und trugen Trauerbänder.
Alle Gaslaternen brachten und waren mit Trauerflor umkleidet. Auf den Straßen bewegten sich eine riesige Menschenmenge tausende von Leuten wollten die verstorbenen Kumpels zur ihrer letzten Ruhestätte geleitenden.
Auf den Zechenplatz wo sich weitere tausend von Leuten trafen, fand eine bedeutsame Trauerfeier stand. In allen Betrieben der GHH standen die Fahnen auf halbmast.
Auf diesen Platz wurde provisorisch eine Kanzel errichtet. Vor der Kanzel wurde Stuhlreihen errichtet für die Witwen, Kinder und Anverwandten der Verstorbenen. Auch die Kapelle der Gutehoffnungshütte fand sich ein. Ebenfalls eine große Zahl von bergmännischen Delegationen in Galatracht erschienen. Alles was Rang und Namen hatte nahm an der Trauerfeier statt Herr Reusch, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der GHH, die Direktoren und Oberbeamten ein, ferner Mitglieder des Aufsichtsrats der Hütte und einige anderen hohen Männer aus dem heutigen Ruhrgebiet.

Nach der Trauerrede fuhren die Pferdebespannten Leichenwagen zu den Gräbern der Bergleute. Insgesamt 14 Bergleute.2 Bergleute wurden in Styrum und Sterkrade beerdigt auf Wunsch der Hinterbliebenen.
Vierzehn Bergleute wurde in Osterfeld beigesetzt 2 von ihnen auf der Bottroper Straße auf dem Katholischen Friedhof und 12 Bergleute auf den evangelischen Friedhof auf der Sterkrader Straße Nähe Erikastraße. Heute heißt die Straße Veristische.

Jeder Leichenwagen stimmte ein Choral an und dann folgten Vertreter der Hütte und Behörden, eine große Zahl Vereine, Belegschaft, Geistlichkeit und Kranzträger mit prächtigen Kränzen der Hütte und Zeche. Danach folgten die Leichenwagen, hinter jedem gingen die einzelnen Familien. Noch wochenlang spürte man in Osterfeld die Trauer um die Bergleute.

Der damalige evangelische Friedhof auf der Sterkrader Straße heute Vestische Straße ist ja nicht mehr vorhanden er existierte bis ungefähr 1950.Hier entstand ein Grüngürtel der bis zum Stemmersberg reicht.
In diesen Park wurde dann wieder der originale Gedenkstein in die Parkanlage integriert um die toten Bergleuten zu ehren.

Hier einige Erklärungen die in meinem Artikel vorkommen.

Als Schlagwetterexplosion bezeichnet man im Bergbau die Explosion von schlagenden Wettern. Die Schlagwetterexplosion ist dann am heftigsten, wenn das entzündete Gasgemisch zu 1/11, das entspricht 9,5 %, aus Methan besteht. Durch eine Schlagwetterexplosion kann es unter bestimmten Bedingungen als Folgereaktion zu einer Kohlenstaubexplosion kommen. Eine schwache Schlagwetterexplosion, mit einem niedrig konzentrierten Gas-Luft-Gemisch, bezeichnet der Bergmann als Schlagwetterverpuffung.

Schießmann ausgebildeter Bergmann mit Sprengberechtigung.
Aufbruch in der Bergmannssprache ein unter der Erdoberfläche endender, senkrechter Blindschacht

Ein Blindschacht verbindet intern ein oder mehrere Sohlen eines Bergwerks. Er erreicht nicht die Tagesoberfläche.

Als Kohleflöz wird eine kohlehaltige Schicht der Erdkruste bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Bergbau und bezeichnet eine abbauwürdige Schicht.

Methan: Grubengas wird das Gas bezeichnet, das beim Inkohlungsprozess entstanden ist und als Folge des Abbaus der Steinkohle sowie im Zuge von mikrobiellen Prozessen freigesetzt wurde und wird. Der wesentliche Bestandteil ist das Methan.

Wettersprengstoffe ist der Sammelbegriff für eine Gruppe von Sprengstoffen, die sich wegen ihrer niedrigen Wärmeentwicklung für den Einsatz im Untertagebau eignen. Der Wortbestandteil Wetter bezeichnet fachsprachlich das Gasgemisch in einem Bergwerk. Wettersprengstoffe sind meist ein Gemisch konventioneller Sprengstoffe auf Basis von Emulsionssprengstoffen, pulverförmigen Sprengstoffen oder gelatinösen Sprengstoffen mit Salzen der Alkalimetalle oder Ammoniumsalzen und Holzmehl. Durch den Zusatz von Salzen (umgekehrte Salzpaare) zu den herkömmlichen Sprengstoffen findet eine Zweitreaktion statt, bei der in den Schwaden Alkalihalogenide entstehen, die den Feuerstoß der gezündeten Sprengladung örtlich und zeitlich reduzieren. Ebenso wird Explosionsenergie und -temperatur deutlich reduziert, sodass eine Zündung von Schlagwettern oder Kohlestäuben nicht mehr möglich ist.

Die Grubenwehr ist eine Hilfsorganisation mit der Aufgabe, bei Grubenunglücken zu helfen. Sie sind den Bergwerken angegliedert und stellen eine Art der Werkfeuerwehr dar.
Ihr Aufgabenbereich umfasst die Rettung und Bergung verunglückter Bergleute unter Tage, die Bekämpfung von Grubenbränden und die Erhaltung von Sachwerten.

Choral (lat. Adjektiv choralis zu gr. χορός chorós „Chor“) bezeichnet ursprünglich die in der Liturgie der Westkirche einstimmige Kirchenmusik
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2 Kommentare
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Bärbel Brauer aus Oberhausen | 20.03.2015 | 12:47  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 20.03.2015 | 14:00  
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