Historisches und neuzeitliches über den Volkspark Oberhausen Sterkrade. Wie,wann wurde er errichtet.?

Anzeige
Der Volkspark Sterkrade.
 
Das Schweizer-Haus.Anno 1928,Bild.Alfred Lindemann
   
Sterkrade Gondelweiher 1959.Bild Barbara Hüsken.
Hallo und guten Tag liebe Leser,

heute möchte ich gerne etwas über unseren Volkspark in Sterkrade erzählen.
Warum und weshalb ist dieser Park überhaupt da? Wie lange gibt es ihn denn schon? Wusstet ihr das auf den heutigen Weiher die Leute mit einer Gondel und Boot gefahren sind? Es gab auch eine Eiswiese und ein Schweizer Haus! Etwas neugierig geworden?Ich weiß der Artikel ist wieder etwas lang geworden.Hätte ich mehr Informationen gehabt hätte ich wahrscheinlich einen zweiten Teil gemacht.Bitte schaut und lest euch den Artikel in Ruhe durch.Er beschreibt den Volkspark kurz von gestern bis heute.Der ganze Bericht wird wird von wunderschönen historischen Postkarten und Bildern untermalt.Für mich ein Augenschmaus.Die Postkarten,Ansichtskarten stammen von leidenschaftlichen Sammlerinnen Barbara Hüsken und Walli Wolke.Die historischen Bilder von Alfred Lindemann.Vielen Dank das ihr euch die Zeit nimmt,diesen Artikel zu lesen.Ich oder wir hoffen das wir euch, dadurch die Geschichte des Volkspark ein wenig näher bringen konnten.

Weshalb entstand nun unser Volkspark?

Seit 1886 ist Sterkrade selbständige Bürgermeisterei. Nachdem sich die innerstädtische Baustruktur zu einem ansehnlichen Stadtgebilde herauskristallisiert hatte und immer mehr Menschen harter Arbeit nachgingen, vermehrte sich der Wunsch nach Erholung, flanieren und sich von anderen Menschen sehen zu lassen. In dieser Lage sah sich Sterkrade gezwungen, ähnlich wie Oberhausen (Kaisergarten) und die umliegenden Städte und Gemeinden, eine großzügige “Grünflächenpolitik” zu betreiben. Man sah sich veranlasst, trotz Überfluss an Wald und Grünfläche im Norden der Gemeinde, kleine Wälder oder Grünzonen in die Stadt oder in ihre unmittelbare Nähe zu holen. Um die Wälder an den Randgebieten für die Masse der Stadtbevölkerung zu nutzen, fehlte es an geeigneten Wegen, Transportmitteln und Erholungsstätten. Das ”Gros” der Erholungssuchenden und Ausflügler zog es daher in die südlicheren Gefilde ins Ruhrtal bei Mülheim oder in die Duisburger Wälder.

Wem gehörte dieses Grundstück denn?

Das Areal wo heute der Volkspark ist gehörte früher den Gebrüdern Westhoff. Sie besaßen wohl den ältesten, größten und traditionsreichsten Sterkrader Bauernhof.
Im Jahre 1558 hat sich Hinrich to Westhoeven auf dem Hof im Alsfeld niedergelassen. Das im Jahre 1958 abgerissene Herrenhaus wurde 1777 gebaut. Der Schulte-Westhoff-Hof war innerhalb der Sterkrader Mark der wirtschaftliche Mittelpunkt. Hier wurden die zur Mast und Weidung vorgesehenen Schweine aufgetrieben, in Listen verzeichnet und mit Brenneisen zur besseren Auffindung im Falle des Umhertreibens gekennzeichnet. Markauflösung 1852. Sie besaßen sogar einen eigenen Schäfer für ihre ansehnlichen Herden sie hatten 250 Schafe in ihrem Besitz. Der Herrenhof hatte Wirtschafts- und Vorratsräume, das Wohngebäude und Stallungen. Es gab sogar eine Brennerei, dieser war über die Grenzen von Sterkrade bekannt der so begehrte "Westhoffsche". Nach dem Tod des letzten Besitzers ging der Hof an die Gutehoffnungshütte. Seit 1921 bis zum Abriss des Herrenhof bewirtschaftete der Ackerer Graf die Landwirtschaft, in letzten Jahren nur noch eine Hühnerfarm. Das Schulte-Westhoffsfeld war mehrere hundert Hektar groß. Durch die Industrialisierung und mit Vergrößerung der städtischen Infrastruktur sowie dem wachsendem Wohnflächenbedarf verkleinerte sich der Schulte-Westhoff-Hof immer mehr, so dass die letzte bauliche Substanz 1958 abgerissen und das Gelände zum Naherholungsgebiet, dem Volkspark, angegliedert wurde.

Von diesen Brüdern erwarb die Gemeinde Sterkrade 1906 ein 10 Hektar großes Waldgrundstück zum Preis von 10 000 Mark, aus dem der Gartenarchitekt Koch in den nächsten 10 Jahren einen kleinen Park mit einem Zugang von der Bergstraße (heute Parkstraße) entstehen ließ. 1920 wurde das Gelände durch ein weiteres Grundstück vergrößert und zunächst teilweise zu einer Eiswiese ausgestaltet. Die Bewässerung musste durch Hydranten vorgenommen werden, weil nicht genügend Wasser vorhanden war. 1925/26 ist diese Eiswiese zu einem Weiher umgewandelt worden, der wiederum 1927 als Sportweiher mit nur einem Meter Tiefe umgestaltet wurde. Ein großer Vorteil war, dass man durch die gesamte Parkanlage den Alsbach mit seinem unverbrauchten Wasser führen konnte. Als 1926 das Volksparkstadion entstand, ist gleichzeitig als Parkerweiterung der Zugang von der Brandenburger Straße, entlang der Eisenbahn, hinzugekommen. Am 8. August konnten die Väter nach der Stadioneinweihung mit ihren Kindern Kahnfahren. Wege wurden angelegt, um so das Spazierengehen im Volkspark zu einem besonderen Vergnügen zu machen. An schönen Abenden und am Sonntag herrschte Hochbetrieb, wenn die Erwachsenen und Familien mit Kindern zum Rudern kamen. Es war ein billiges Vergnügen, 50 Pfennige pro halbe Stunde. Neulinge waren schon meist müde, bevor der Ruf des Weiherpächters erscholl: “Kahn 5 zurückkommen”. Tennisplätze waren damals schon modern. Daneben wurden Ruhebänke aufgestellt und ein so genanntes Schweizerhäuschen errichtet. Für eine Restauration war auch gesorgt. 1927 bauten sich die Sterkrader eine Turnhalle ins Stadtgrün mit einer Turnwiese. Es war alles vorhanden für eine idyllische Naturpalette.

Während des Krieges wurde der Volkspark von zahlreichen Bombeneinschlägen, die der Bahnlinie oder der Zeche Sterkrade galten, in einen kaum noch begehbaren Zustand gebracht. 1950 begann die Gartenbauabteilung der Stadt Oberhausen mit der Aufarbeitung und Umgestaltung der Parkanlage. Für eine kurze Zeit bis 1960 war auch wieder Gelegenheit zum Kahnfahren. Die letzte Erweiterung ist dem Park 1958, nach Abriss des ehemaligen Domänenhofes Schulte-Westhoff, zugefügt worden.

Heute beträgt die Gesamtgröße des Sterkrader Volksparkes 13,14 ha und ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. 1,41 ha ist Wasserfläche mit einer von der Stadtsparkasse 1984 gespendeten Wasser Fontaine, die zur Sauerstoffzufuhr unentbehrlich geworden ist. Der Versuch, Wasserpflanzen in den Teich zu setzen, ist wiederholt durch den Verbiss von Wasservögeln nicht geglückt. Im und am Teich sind neben den wechselnden Wasservögeln Schwäne, Blässhühner, Teichhühner, Krickenten und Höckergänse als Dauergäste anzutreffen.

3,30 ha sind Gehölz-und waldartige Flächen. Eichen, Buchen, Pappeln, Espen, Birken, Ahorn, Kastanien und Erlen geben reichlich Schatten und eine naturverbundene Atmosphäre. Mitte der 90er Jahre wurde die wichtige Wegeverbindung vom Neumarkt zur Weierstraße entlang der Bahnlinie in der halben Wegbreite mit einer Asphaltdecke versehen.

Zwei Kinderspielplätze mit Tischtennisplatten, Seilbahn, Kletter-Rutschkombinationsgerüst und ein Kletterfelsen, die in regelmäßigen Abständen überarbeitet und neugestaltet werden, sind Zielorte vieler Elternteile mit ihren Kindern. Heute ist der Volkspark ein beliebter Treffpunkt vieler Freizeitler. Jogger, Spaziergänger.

2011

Eröffnung und Einweihung des Sterkrader Stadions am Volkspark
Das Konjunkturpaket II hatte den Umbau inklusive Rasenfläche möglich gemacht. Kostenpunkt: rund 2,7 Millionen Euro.

http://fc-sterkrade-72.de/

http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/eroeffn...

2013

Der Teich im Volkspark Sterkrade hat seit gestern ein neues Wasserspiel – genauso schön wie das alte, allerdings deutlich energiesparender. Rund 5000 Euro kostet die Aktion insgesamt – allein 2500 Euro werden für die neue Unterwasserpumpe fällig, hinzu kommen zwei Kranwageneinsätze und Elektroarbeiten.

2014

Im Volkspark erschaffen Jugendliche aus aller Welt einen Windgarten. Es sind die Teilnehmer des internationalen Jugendaustauschs „Multi“, die gemeinsam mit einem Studenten der Landschaftsarchitektur gärtnern werden. Ein außergewöhnliches Projekt, das den Sterkradern langfristig erhalten bleibt.

https://www.oberhausen.de/de/index/kultur-bildung/...

http://www.multi-online.org/images/dailynews/2014/...

2014-2015

Reparaturen und Umbauungen.
Umgebaut wurden viele Details. Kaputte Treppen sind abgebaut und durch Rampen ersetzt worden. Unbenutzte Wege hat die OGM aufgegeben, Bänke umgestellt. Neue Mülleimer sind „vogelsicher“: Mit einer Abdeckung wird verhindert, dass die Tiere Müll herauspicken. Das Ufer des Teichs ist gesichert, neue Mülleimer stehen an den Wegen und Rampen erleichtern den Zugang für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen – an vielen Stellen sind die Veränderungen im Sterkrader Volkspark sichtbar. Knapp ein Jahr haben Auszubildende der Stadttochter „Oberhausener Gebäudemanagement“ (OGM) gearbeitet, um den zuletzt vernachlässigten, aber beliebten Park am Stadtteilzentrum herzurichten.

Es gibt auch ein Denkmal im Volkspark.

Der Sterkrader Hirsch. Ein Verdienst des SPD Stadtverordneten Hubert Codes. Er hatte sich sehr bemüht das er wieder nach Sterkrade kam. Darüber schreibe ich demnächst einen kleinen Artikel.


Der Alsbach

der Bach der den Weiher füllt. Darüber habe ich einen Artikel geschrieben.

http://www.lokalkompass.de/oberhausen/natur/der-al...

Im Volksparkstation steht ein Ehrenmal das an frühere Zeiten erinnert. Vielleicht wird es ja Mal ein Denkmal. Hierüber habe ich einen Artikel geschrieben.

http://www.lokalkompass.de/oberhausen/kultur/die-g...
3
3
3
3
3
3
3
3
4
2
3 2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
10
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
6 Kommentare
8.672
Eckhard Schlaup aus Gladbeck | 25.02.2016 | 20:05  
531
Martin Grundmann aus Oberhausen | 25.02.2016 | 20:17  
18.762
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 25.02.2016 | 21:27  
531
Martin Grundmann aus Oberhausen | 26.02.2016 | 12:11  
3.207
Monika Wübbe aus Marl | 26.02.2016 | 20:06  
531
Martin Grundmann aus Oberhausen | 28.02.2016 | 22:39  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.