Interview mit Jerry Marwig: "MammaMia! ist gut für die Liebe!"

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Jerry Marwig (Mitte) als Sam auf der Bühne des Metronom-Theaters in Aktion.Foto: Stage/Winkler
 
Jerry Marwig ist Wahl-Hamburger, fühlt sich aber in Oberhausen wohl, weil er viele familiäre Verbindungen ins Ruhrgebiet hat. „Die Zeit hier habe ich natürlich genutzt, um die wieder aufleben zu lassen.“ Foto: Privat
Oberhausen: Metronom Theater |

Er hat die „ABBA Gold“ als Schallplatte und noch nie ein Stück so lange gespielt: Jerry Marwig stand über 1.200 Mal als Sam im ABBA-Musical „MammaMia!“ auf der Bühne mehrerer Theater. Zurzeit ist er im Metronom-Theater am Centro in Oberhausen zu sehen.

Und es wird nicht langweilig: „Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Stück mal so lange spiele“, gibt der 47-Jährige zu. „Aber es macht immer noch Spaß. Ich habe es ja immer mit verschiedensten Kollegen gespielt, das sorgt schon für Abwechslung. Aber das Beste an „MammaMia!“ ist, dass man am Ende der Show nur in strahlende Gesichter im Publikum blickt.“ Und so sorgt das Gute-Laune-Stück für beste Stimmung bei Zuschauern und Darstellern...
Gern erinnert sich der gebürtige US-Amerikaner mit Daueraufenthaltsgenehmigung an die diversen Versprecher auf der Bühne. „Es gibt Kolleginnen, die sehr reizvoll die Liedtexte neu gestalten“, schmunzelt der 1,93-Meter-Hüne, der im April sein 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert, natürlich ohne Namen zu nennen.

Strahlende Gesichter im Publikum

Seine Ausbildung machte er nach dem Abitur im Hessischen - nach zehn Jahren in den USA zog es die Familie zurück nach Deutschland - in Hamburg. „Dort habe ich bis heute viele Freunde, schon während des Studiums traf ich die Kollegen Thomas Borchert und Ralf Bauer. Mit Borchert brachte ich auch das erste eigene Ding auf die Bühne: „Tom & Jerry-Show“ haben wir das genannt. Damit waren wir sogar in der Nachwuchsecke beim „Großen Preis“ im Fernsehen.“ Und mit ihm verbindet ihn auch heute noch das eine oder andere Projekt. „Wir haben die Rechte für eine Broadway-Show, die wir gerade übersetzen. Sie heißt „Story of my Life“ im Original und wir wollen sie im Frühjahr 2017 als deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne bringen.“

Sprechtheater oder Fernsehen?

Viele Engagements führten Jerry Marwig, der sich mit Golf und neuerdings auch mit dem Kampfsport „Krav Maga“ fit hält, zum Sprechtheater. „Dazu habe ich nach der langen Musical-Phase jetzt wieder Lust“, gibt er zu. „Ab Herbst werde ich meine Kontakte in diesen Bereich auffrischen, vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, mal wieder etwas fürs Fernsehen zu machen.“ Er spielte bereits in Serien wie „Großstadtrevier“ oder „Rettungsflieger“ mit.
Den Billy Flynn in „Chicago“ hätte er auch gern gespielt. „Ja, das ist noch so ein Traum. Ich bin zuletzt bis ins Finale gekommen, aber dann hat man sich für den anderen entschieden.“ So ist es beim Musical: Vor jedem Engagement steht das Vorsingen. „Das ist das einzige, was mich an meinem Beruf nervt, dass man immer bei Null anfängt“, gibt Marwig zu. „Immer kommt es auf die Millisekunde bei der Audition an.“ Oft haben sich die Produzenten dann durchaus für ihn entschieden.


Weltpremiere von "Ich war noch niemals in New York"

„Ganz furchtbar war es bei „Ich war noch niemals in New York“ damals“, erinnert sich Marwig. Er spielte bei der Welturaufführung des Udo Jürgens-Musicals die männliche Hauptrolle. „Ich hatte alle Workshops mitgemacht, war voll in der Rolle, musste aber ganz normal zum Vorsingen.“ Und dabei kam er ins Finale, sein einziger Konkurrent zum Schluss der Freund und Kollege Borchert. „Vielleicht verdanke ich es Udo Jürgens, dass ich die Rolle bekommen habe“, vermutet er heute und erinnert sich gern an die Zusammenarbeit mit dem Star und an das Erschaffen einer Musical-Rolle, die inzwischen schon von einigen Kollegen gespielt wurde. „Das war eine tolle Erfahrung, eine ganz neue Show mitzuerfinden.“

Die "Frage aller Fragen" - auch privat?

In „MammaMia!“ gab es bereits Vorbilder, als er den Sam übernahm. „Das macht aber auch Spaß.“ Soll es ja auch, schließlich ist er derjenige, der Abend für Abend die „Frage aller Fragen“ stellt und die Schöne küssen darf. Ob er die Frage privat auch schon gestellt hat? „Ja, tatsächlich ja.“ Aber nicht 1.200 Mal? „Zweimal. Ich war mit Caroline Beil verheiratet, heute sind wir zum Glück noch beste Freunde. Und tatsächlich hat „MammaMia!“ dafür gesorgt, dass ich mich letztes Jahr verlobt habe, denn ich habe Rebecca hier bei der Show kennengelernt.“ Das Musical ist also auch gut für die Liebe... „Das ist es sicher“, stimmt Marwig zu. „Ich kenne noch mehr Kollegen, die geheiratet haben, ein Pärchen war zum Beispiel Sophie und Sky.“ Noch ein gutes Argument dafür, dass man „MammaMia!“ nicht verpassen sollte. Bis 2. Oktober ist es - mit Jerry Marwig - in Oberhausen zu sehen.

Karten für MammaMia! gibt es unter Telefon 0201/8046060.
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