Dealer erwischt

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Handel mit Kokain und Heroin: Seit 2014 trieb eine Dealerbande von mehreren Albanern bereits ihr Unwesen in Oberhausen. Vor Kurzem gelang es der Polizei Oberhausen, die Bande auf frischer Tat zu ertappen.

von Sarah Dickel

2014 ist die Gruppe von Albanern der Polizei Oberhausen zum ersten Mal aufgefallen, wie Kriminaldirektor Uwe Mainz berichtet: „Wir haben bemerkt, dass es eine Gruppe gibt, die mit Drogen handelt, und hatten sie im Visier“, so Mainz. Ein Teil der Gruppe konnte damals gefasst werden und wurde in Untersuchungshaft gebracht. „Wir dachten damals, dass der Schlag erstmal sitzt, aber es ging weiter“, so Mainz.
Auch 2015 versuchte die Polizei Oberhausen der Gruppe wieder auf die Spur zu kommen, aber dies erwies sich als schwierig: „Die Personen in der Gruppe wurden immer ausgewechselt und blieben nur drei Monate in Deutschland, was unsere Ermittlungen erschwerte“, so Michael Mende, Leiter KK12. Die Täter waren weder im Einwohnermeldeamt noch im Sozialamt gemeldet, erklärt Mende die Schwierigkeiten, die dazu führten, dass die Täter nicht gefasst werden konnten.
Im letzten Jahr verlagerte die Gruppe ihren Umschlagplatz zuerst in den Olgapark und dann an den kleinen Park gegenüber dem Bero-Einkaufscenter. „Das Schwierige war, dass die Dealer die Drogen immer nur ganz kurz in den Händen hielten und sehr gerissen vorgingen“, so Mende.

Brüder aus Albanien

Trotzdem gelang es der Polizei herauszubekommen, dass die Gruppierung von drei Brüdern aus Albanien geführt wurde. Nach und nach kam ans Tageslicht, dass die Bande nicht nur in Oberhausen, sondern auch in anderen Städten, wie zum Beispiel im Landschaftspark in Duisburg, tätig war. Umfangreiche verdeckte Maßnahmen führten zur Identifizierung von konspirativen Wohnungen, Dealern und Hintermännern. Akribisch aufgedeckt wurde ein schwunghafter Straßenhandel mit Heroin und
Kokain.
Am 20. Januar gelang der Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Duisburg die Festnahme, wie Mende berichtet: „Wir hatten beobachtet, dass einer der drei Brüder am 18. Januar nach Amsterdam fuhr, um dort ein Geschäft einzuwickeln. Als der Wagen am 20. Januar wieder ankam, hatten wir nur eine Chance und die musste sitzen“, so Mende.
Ein Kurier aus Rotterdam fuhr dann am 20. Januar mit dem Stoff nach Duisburg und übergab die Betäubungsmittel an einen der beiden Händler. Dort wartete allerdings schon ein "Mobiles Einsatzkommando" (MEK). Die Übergabe wurde dokumentiert und die beiden Personen festgenommen.
Die Beamten konnten nach genauer Untersuchung 3,5 Kilogramm Kokain, 0,5 Kilogramm Heroin und ein Kilogramm Streckmittel im Auto finden: „Die waren so gut versteckt, dass die bei einer normalen Kontrolle nicht aufgefallen wären“, erklärt Mende. Den Einkaufswert der Drogen schätzt Mainz auf circa 150.000 Euro: „Im Verkauf kostet das Ganze dann ungefähr das Dreifache“, erklärt Mainz, um den Wert der Hehlerware deutlich zu machen. Die Ermittler schätzen, dass diese Menge an Drogen einmal im Monat nach Deutschland gebracht wurden: „Man kann sich also vorstellen, welchen Gewinn die drei Brüder gemacht haben“, so Mainz.
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