Denkmal Westfriedhof Oberhausen-Lirich für die Opfer eines Gebirgsschlages 1938

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  Denkmal Westfriedhof Oberhausen-Lirich für die Opfer eines Gebirgsschlages 1938

Acht Tote durch Gebirgsschlag Am 23. April 1938, es ist ein Samstag, kommt es auf der fünften Sohle im Flöz Sonnenschein der Schächte II/III zu einem gewaltigen Gebirgsschlag. Sieben Tote, drei Schwer und drei Leichtverletzte werden geborgen. Später gelingt es, acht weitere Bergleute, die zunächst vermisst wurden, zu retten. Am folgenden Tag erliegt ein Schwerverletzter im Johanniter-Krankenhaus seinen Verletzungen. Die acht Verunglückten hinterlassen 21 Kinder. Die Trauerfeier findet zwei Tage später in der Turnhalle von Schacht II/III statt. Anschließend setzt sich der Trauerzug in Richtung Westfriedhof in Bewegung. Hier werden sie direkt an der Hauptallee beigesetzt. Die gemeinsame Grabstätte besteht aus einem Gedenkstein und acht leicht gewölbten Steinplatten, die die Gräber der Verunglückten bedecken. Gedenkstein für die Opfer Der Gedenkstein zeigt die Alltagsszene eines unter Tage arbeitenden Bergmanns. Die Darstellung veranschaulicht die Schwere der Arbeit. Über dem Arbeiter ist zu lesen: „Den bei einem Gebirgsschlag am 23.4.1938 auf Concordia als Opfer der Arbeit gefallenen Knappen.“


Die Zeche Concordia war ein Steinkohlen-Bergwerk in Oberhausen. Im Jahre 1848 wurden mehrere Grubenfelder im Bereich der Lipper Heide von verschiedenen Schürfergesellschaften gemutet. Diese schlossen sich zusammen und gründeten 1850 die Bergwerksgesellschaft Concordia (lat. ‚Einheit“) als Aktiengesellschaft. Im Jahre 1850 wurde in der Nähe des Bahnhofs im Stadtteil Lirich mit dem Abteufen des Schachtes 1 begonnen. Dieser Schacht ging 1854 in Förderung und wurde mit einer Fahrkunst ausgestattet. In unmittelbarer Nähe von Schacht 1 wurde eine Kokerei errichtet. Stilllegung der Concordia trotz heftigen Protestes beschließt der Aufsichtsrat der Concordia Bergbau AG Oberhausen am 07. August 1967 die Stilllegung der Concordia.Die letzte Kohle in der Geschichte der Zeche Concordia wird in der Nacht von 22. auf den 23. März 1968 zu Tage gefördert.

Als Gebirgsschlag werden schlagartige Spannungsumlagerungen in kompaktem, sprödem Gestein bezeichnet. Die häufigste Ursache von Gebirgsschlägen ist der menschliche Eingriff in das Gesteinsgefüge durch Bergbau. Dadurch bauen sich in Gesteinsschichten mit geringem Elastizitätsmodul Spannungen auf, die sich beim Überschreiten der Verformungsgrenze plötzlich und schlagartig abbauen. Der Gebirgsschlag im Kaliwerk Merkers wurde durch übermäßige Pfeilerschwächung verursacht. Beim dort angewendeten Abbauverfahren Kammer-Pfeilerbau wurden schachbrettartig Kammern aufgefahren, zwischen denen annähernd quadratische Pfeiler stehenblieben, die die Firste abstützten. In den Pfeilern bilden sich Spannungslinien aus, die konkav verlaufen. Das Material außerhalb des Spannungslinienverlaufes hat keine tragende Funktion. Diesen Effekt machte man sich zunutze, um die Abbauverluste durch die dauerhaft stehenbleibenden Pfeiler zu minimieren. Durch Fehler in der Berechnung wurde zu viel Material abgetragen und die Pfeiler dadurch zu sehr geschwächt.

Als Sohle bezeichnet man im Bergbau ein Höhenniveau (eine meist horizontale Ebene) eines Bergwerks, auf dem Grubenbaue aufgefahren sind. Auch die Begrenzungsfläche eines söhligen (waagerechten) oder geneigten Grubenbaus mit der kürzesten Entfernung zum Erdmittelpunkt, im Allgemeinen also dessen „Fußboden“, wird im Bergbau als Sohle bezeichnet.


Ein Flöz ist eine sedimentär entstandene, ausgedehnte Lagerstätte eines Rohstoffes (zum Beispiel Kohle), die parallel zur Gesteinsschichtung verläuft. Die Mächtigkeit eines Flözes ist variabel. Die räumliche Lage eines Flözes im „Gebirge“ ist durch sein Fallen und Streichen festgelegt.Der abgebaute Bereich hinter einem abgebauten Flöz wird als Alter Mann bezeichnet. Das Absacken oder Einbrechen dieses Hohlraumes kann zu Tagebrüchen führen.
Die Kohleflöze im Ruhrbergbau waren neben Metallen das Hauptanliegen des Ruhrbergbaus. Die Steinkohle entstand im Zeitalter des Karbon. Die Sedimentschichten im Bereich des Ruhrrevieres weisen bis zu einer Tiefe von 3000 Meter etwa 100 Kohleflözschichten auf.Die Flöze fallen grob in Süd-Nord-Richtung ab, wobei sie ab der Mergelgrenze in Richtung Norden eine immer größer werdende Teufe erreichen und von anderen Sedimentschichten überlagert werden. Die Mächtigkeit der Flöze beträgt bis 3 Meter. In Abhängigkeit von den Randbedingungen (Kohlensorte, Abbauverfahren) wurden Flöze ab 60 bis 100 cm abgebaut. Die Benennung der Kohlenflöze erfolgte anfangs nach einer den Zechen eigenen Nomenklatur. In den 1930er Jahren wurden diese Namen geändert und mit der Ruhr-Einheits-Bezeichnung (abgekürzt: REB) vereinheitlicht. Die Flöze sind zu Flözgruppen zusammengefasst und werden als Schichten bezeichnet.


Literatur: Wikipedia, Liricher Stadtmagazin,
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