Friedensdorf ermöglicht Weiterleben

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Foto: privat

Gäste aus Ländern von Angola bis Japan, von Georgien bis Kambodscha und ein neu komponierter Friedensdorf-Song prägten die Zentralveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Oberhausener Friedensdorfs International am zweiten Juli-Samstag.

Vor über 350 Zuhörern drückten 18 Kinder und Friedensdorf-Mitarbeiterinnen im eigens komponierten Song auf „ihr“ Dorf ihren Dank aus. „…du (das Dorf) hast mitgeholfen, du hast was bewegt…, hast anderen gezeigt, wie es richtig geht.“ Für dieses Engagement erhielten das Friedendorf und seine Aktiven in ganz Deutschland und weltweit die Oberhausener „Glückauf-Bronze“, die nach der Ehrenbürgerwürde zweithöchste und nur selten verliehene Auszeichnung der Stadt.

Rückblick

Einen bewegenden Rückblick auf ihren Weg in Deutschland gaben ehemalige Dorfbewohner, denen anders als andere Friedensdorf-Kinder nach 1975 die Rückkehr in ihre Heimat vom siegreichen kommunistischen Vietnam verwehrt wurde. Von akuten Kriegs-Verletzungen geheilt mussten sie mit der Unterstützung des Dorfes ihr neues Leben in Deutschland trotz körperlicher Handicaps beginnen. Sie, aber auch Ehrenamtliche der Hilfsorganisation hatten Thomas Jacobs als Friedensdorf-Leiter und Dr. Susanne Grünewald, erste Vorsitzende des Friedensdorf-Vereins zuvor begrüßt, ebenso prominente Friedensdorf- Botschafter wie etwa den Schauspieler Günter Lamprecht oder BVB-Torwartlegende Hans Tilkowski, dazu Mitarbeiter und Helfer.
Über Gäste aus Politik und Diplomatie freute sich das Friedensdorf, Jacobs begrüßte Ryuta Mizuuchi, den japanischen Generalkonsul, sowie Daniel Schranz und Dr. Michael Heidinger, die (Ober-)Bürgermeister aus Oberhausen und Dinslaken. Besonders dankbar erwähnte er Christel Berghaus, die Ehefrau des 1985 verstorbenen Fritz Berghaus. Berghaus hatte mit Oberbürgermeisterin Luise Albertz seit 1967 als Gründungsmitglied der damaligen Friedensdorf-Bürgerinitiative Weichen für die kommenden Jahre gestellt. So wurde in der Folgezeit die Behandlung von Tausenden von Kindern in der Obhut des Friedensdorfes oder deren Versorgung in ihren Heimatländern möglich. Über die für das Überleben des Friedensdorfes entscheidende Phase der Revitalisierung und Gebäude-Sanierung Ende der 1990-er Jahre berichteten auf dem Podium der frühere Oberbürgermeister Burkhard Drescher (Oberhausen) sowie die Lions Deutschland, etwa Dieter Bergener. Auf dem Podium im Programm standen sie auch stellvertretend für unzählige andere engagierte Förderer und Spender.

Herausforderungen

Nach Jahrzehnten der Herausforderungen, Krisen und des motivierenden Tuns muss das Dorf auch heute auf entscheidende Entwicklungen reagieren. Auf dem Podium wurde in Gesprächen mit dem „Dorf“ verbundenen Klinik-Verantwortlichen und Ärzten klar: Für das Friedensdorf ist in Zeiten des wirtschaftlichen Drucks auf Krankenhäuser die Nähe zu den Hospitälern wichtig. Die Bereitschaft von Kliniken, Kinder in kostenfreien Operationen und über die so genannten „Freibetten“ zu versorgen, ist entscheidende Grundlage für die Arbeit der Hilfsorganisation. Ausdrücklich bedankte sich das Friedensdorf nicht nur bei Kliniken aus Dinslaken, Oberhausen und Duisburg. Ein Dankeschön für gute Verbundenheit galt auch den Unterstützern vom Roten Kreuz, den Oberhausener Verkehrsbetrieben und dem Düsseldorfer Flughafen sowie den vielen Ehrenamtlichen in allen deutschen Regionen, die die Kinder nach der Ankunft und während ihrer Krankenhaus-Zeit begleiten.

Friedenslieder

Während das Akkordeonorchester Sonsbeck und die Guittar School Oberhausen etwa bei „Mozart mit Drums“ und Friedensliedern für Abwechslung und Entspannung sorgten, wagte Moderator Olaf Kracht in der abschließenden Podiumsrunde mit journalistischen Friedensdorf-Unterstützern einen Ausblick. Eine ihrer Botschaften: Bewegende Bilder und „Eindrücke des Lebens“ müssen Medienleute im „Dorf“ nie selbst erschaffen: Der Friedensdorfalltag hält sie bereit.
In Erinnerung für die Zukunft bleibt der persönliche Appell des von Kriegsfolgen schwer gehandicapten Gasts Ly auf dem Podium. Als einer der an der Rückkehr gehinderten Vietnamesen der 1970-er Jahre formulierte er seinen Rückblick: „Ich bin froh, dass ich damals eine Chance bekommen habe. Sorgen Sie dafür, dass Menschen ein Herz für Kinder haben und dass sie wissen, wie das Engagement des Friedensdorfes für diese Kinder ein Weiterleben ermöglicht.“
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