Grabstätte des Industriepionier Gottlob Jacobi der Gutehoffnungshütte GHH auf dem ev. Friedhof an der Steinbrinkstraße in Oberhausen-Sterkrade

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Jacobi, Gottlob
 
Die Friedenskirche im Oberhausener Stadtbezirk Sterkrade ist die älteste Gottesdienststätte der dortigen evangelischen Kirchengemeinde.
 
Begräbnisstätte Jacobis Friedhof an der Steinbrinkstraße
   
Fürstäbtissin Kunigunde.
Heute möchte ich über einen Mann berichten der sehr bedeutend war für Sterkrade und der ganzen Montaninstustrie. Hier eine kleine Geschichte über ihn.

Jacobi, Gottlob


Eisenindustrieller, war ein deutscher Unternehmer und Mitbegründer des späteren Gutehoffnungshütte-Konzerns.
Geboren am 29.12.1770 in Winningen/Mosel,
Verstorben 25.1.1823 Sterkrade (Rheinland). Begraben in einer Sonderbegräbnisstätte am Großen Markt in Sterkrade. 1904 umgebettet zum ev. Friedhof an der Friedenskirche.
Hütteningenieur - Verheiratet mit Johanna Sophie Haniel (geb. 1773 - gest. 1843), einer Schwester von Gerhard und Franz Haniel.
1. Generaldirektor der vereinten Hüttenwerke bis zu seinem Tod
Gründungswerke der " Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel und Huyssen " JH&H, aus der 1873 die Gutehoffnungshütte ( GHH ) hervorging.
Die JH&H verfügte auch über eine Dampfschiffswerft in Duisburg-Ruhrort. Von der lief 1830 der 1. deutsche Rheindampfer vom Stapel.
Geschäftsführender Direktor des Unternehmens.
1814 baute JH&H die erste vollständige Dampfmaschine.
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Sein Wissen, Können und die technische Begabung sammelte Gottlob Jacobi auf der von seinem Vater Heinrich Daniel Jacobi geleiteten Sayner Hütte bei Koblenz. Hier lernte er erste Kenntnisse in der Eisenverhüttung und vertiefte diese während seiner Lehr- und Wanderjahre in England. Vater Jacobi stand in Diensten des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Clemens Wenzeslaus von Sachsen, dessen Schwester Maria Kunigunde wiederum Fürstäbtissin in Essen war und sich ebenfalls für die Eisenverhüttung interessierte. Als sie um 1790 einen Verwalter für die von ihr gegründete Eisenhütte Neu-Essen suchte, nutzte sie diese Verbindung und holte Gottlob Jacobi an die Emscher.

Eine kleine Geschichte zu den Verhandlungen rund um die Antony-Hütte.
Die 1790iger Jahre waren hektisch und ereignisreiche Jahre alles hatten um ein Thema Eisenverarbeitung. Viele merkten dass man damit sehr viel Geld verdienen konnte. Aus diesem Grunde wollte Kunigunde 1791 auch die Antony Hütte erwerben. Sie war ja nur ca1 km entfernt von der Hütte Neu-Essen. Die Verhandlung übergab sie dem jungen Jacobi. Die Verhandlungen dauerten Jahre. Als es dann endlich soweit kam verkaufte die Besitzer der Antony Hütte das Werk an zwei Parteien.26.7.1793 schlossen die Besitzer einen Vertrag mit Pfandhöfer ab.6000 Reichstaler. Pfandhöfer wollte am anderen Tag eine Anzahlung machen wie sie vereinbart haben. Er kam zu spät und es fehlte die Vollmacht von seinem Geldgeber. Dadurch wurde der Vertag ungültig. Pfandhöfer war sehr zornig darüber.
Am 27.6 wurde ein mündlicher Vertrag geschlossen mit Jacobi im Auftrag der Fürstäbtissin Kunigunde. Kaufpreis 600 Reichstaler.100 Reichstaler sofort. Obwohl Pfandhöfer keinen rechtsgültigen Vertrag hatte fuhr er mit seinen Arbeiter am 29.7 zur Antony-Hütte und wollte Reparaturarbeiten ausführen. Am gleichen Tag kam auch Jacobi mit seinen Arbeitern. Jacobi vertrieb Pfandhöfer und dessen Leute mit Waffengewalt von seinen Grund und Boden. Er hatte ja den Vertrag. Das hatte ein böses Nachspiel für Jacobi es musste für einige Wochen ins Gefängnis in Wesel. Er klärte sich natürlich später auf das er im recht war. Er wurde entlassen.
Die Streitigkeiten zwischen Pfandhöfer und Jacobi dauerten Jahre. Herr Pfandhöfer war ein Playboy und er warf gerne mit Geld von anderen Leuten um sich. Seine Alkoholsucht und das betrügerische Leben machten das leben hier im schwerer. Er flüchtete vor der Gerichtsbarkeit nach Holland. Ab diesen Zeitpunkt hatte Jacobi endlich Ruhe vor ihm.
Beide Hütten wurden 1798 der Aufsicht Jacobis unterstellt und erfuhren einen raschen Aufschwung. Die Fürstäbtissin schenkte ihrem Hütteninspektor Jacobi unbegrenztes Vertrauen und machte ihn 1799 mit ¼ zum Teilhaber beider Hütten. Als sie 1802 beim Übergang der Fürstabtei an Preußen das Interesse an den Hütten verlor, veranlasst Jacobi. sie, die ihr verbliebenen ¾ Anteile 1805 an seine Schwäger Gerhard und Franz Haniel zu verkaufen. 1808 erwarb Franz Haniel von der Witwe des Friedrich Jodocus Krupp die „Gutehoffnungshütte“. Somit waren 3 Hütten in einer Hand vereinigt. J. erhielt bei Abschluss des Gesellschaftsvertrags die „ausschließliche Direktion“ der Hütten, die den Namen „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ erhielten und unter der Führung von Jacobi. einen ungeahnten Aufschwung nahmen, obwohl die politischen Verhältnisse zeitweilig sehr unsicher waren.

Unermüdlich verbesserte Jacobi die Anlagen, nutzte neue Erfindungen und erweiterte das Produktionsprogramm 1795–1801 Einführung eines Polierhammers auf Neu-Essen, 1801 erfolgreiche Versuche, mit liegenden Meilern mehr Holzkohle zu gewinnen, 1803 Lieferung der ersten Maschinenteile an Franz Dinnendahl für die Zeche Wohlgemuth, 1811/12 Aufnahme der Stabeisenerzeugung durch Einrichtung eines Hammers auf Neu-Essen, 1819/20 Beginn des Maschinenbaues, 1822 Lieferung der ersten Dampfmaschine. Als erster benutzte er bereits 1797 auf Neu-Essen anstelle lederner Bälge hölzerne Zylindergebläse. Wahrscheinlich gemeinsam mit Friedrich Krupp, der sich nach 1808 auf der Gutehoffnungshütte zum Hüttenmann ausbildete, hat Jacobi an der Lösung der Aufgabe der Gussstahl Bereitung gearbeitet.1817 ließ James Watt auf der Gutehoffnungshütte einen Balancier gießen. Von seinen Zeitgenossen wurde Jacobi neben Dinnendahl und Cockerill zu den Männern gerechnet, die die Dampfmaschine in Deutschland eingeführt haben. Seine Verdienste um die Entwicklung des Eisenhüttenwesens z. B. Einführung des Kupolofens sind groß und zahlreich. Jacobi. war der eigentliche Initiator des durch die Kapitalkraft der Haniels ermöglichten Zusammenschlusses der Gutehoffnungshütte, der Anthony-Hütte und der Eisenhütte Neu-Essen. Aus der Hüttengewerkschaft, die bei Jacobis Tod 185 Arbeiter beschäftigte und deren Leitung Wilhelm Lueg übernahm, ging schließlich der heutige Weltkonzern der Gutehoffnungshütte AV hervor.

Erklärungen zu einigen Wörter im Artikel:

Heinrich Daniel Jacobi (* 20. Dezember 1725 in Eisleben; † 13. März 1796 in Sayn) war Bergmann und Hüttenmann. Er erbaute die Sayner Hütte im Bendorfer Stadtteil Sayn.
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Die Friedenskirche im Oberhausener Stadtbezirk Sterkrade ist die älteste Gottesdienststätte der dortigen evangelischen Kirchengemeinde.

Bis etwa 1800 hatte Sterkrade so gut wie keine evangelischen Bewohner, was unter anderem dem Einfluss des dort 1254 angesiedelten Zisterzienserinnen-Klosters zuzuschreiben ist.[1] Dies änderte sich mit dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts einsetzenden Aufschwung der Hüttenindustrie. Die Familie des Mitbetreibers der Gutehoffnungshütte Gottlob Jacobi soll sich als erste evangelische in Sterkrade angesiedelt haben. In der Folgezeit nahm der Anteil der Protestanten an der rasch steigenden Einwohnerzahl des Ortes stetig zu. 1838 kam es unter Führung des Hüttendirektors Wilhelm Lueg zur Gründung eines Bundes der Evangelischen in und bei Sterkrade, der die Interessen von inzwischen rund 300 Menschen vertrat, die kirchlich noch zur Gemeinde Holten zählten, sich jedoch einen eigenen Geistlichen und eine eigene Kirche wünschten. 1846 konnte mit August Creutzberg der erste Pfarrer für Sterkrade eingestellt werden; im April 1848 kam es zur offiziellen Gründung der Evangelischen Kirchengemeinde Sterkrade.

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Metallurgie (gleichbedeutend Hüttenwesen) bezeichnet die Gesamtheit der Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Metallen und anderen metallurgisch nützlichen Elementen.Das Wort „Metallurgie“ setzt sich zusammen aus dem altgriechischen μέταλλον métallon für eine Abbaustätte und ourgos für ‚den eine Tätigkeit Ausübenden‘.[1] Demgemäß arbeitet ein Metallurg in Abbaustätten und mit deren Inhalten. Das lateinische Wort metallum ist begrifflich enger, es bedeutet lediglich „Metall“.[2]
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Maria Kunigunde Dorothea Hedwig Franziska Xaveria Florentina von Sachsen (* 10. November 1740 in Warschau ; † 8. April 1826 in Dresden) war Prinzessin von Polen, Litauen und Sachsen aus dem Hause der albertinischen Wettiner sowie später Sternkreuzordensdame, Stiftsdame im Stift Münsterbilsen und letzte Fürstäbtissin der freiweltlichen Reichsstifte Essen und Thorn.
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Franz Ferdinand Lambert Nicolaus Freiherr von der Wenge zu Enckingmühlen und Dieck (* 1707; † 1788) entstammte der westfälischen Linie der Familie von der Wenge und war seit 1736 Domkapitular des Hochstiftes Münster und seit 1765 Kanoniker des Kollegiatstiftes St. Mauritz vor Münster.

Am 25. Februar 1741 beantragte er beim Erzbischof zu Köln die Genehmigung zum Suchen und Graben von Eisengestein zwischen Osterfeld und Buer im Vest. Am 13. Juli 1753 erteilte Clemens August, Kurfürst und Erzbischof zu Köln und Herr im Vest Recklinghausen, die „Concession“ zur Erbauung einer Eisenschmelzhütte für Franz Ferdinand von der Wenge. 1754 wurde mit dem Bau der St.-Antony-Hütte begonnen. Am 18. Oktober 1758 begann die Verhüttung in den ersten Hochöfen des Ruhrgebietes. 1771 verpachtete von der Wenge die Hütte. Nach seinem Tod wurde sie von seinen Erben verkauft und gehörte ab 1808 zur Gutehoffnungshütte.
Begraben wurde er vermutlich in der Stiftskirche Maria in der Not zu Essen-Stoppenberg.
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Die Emscher (plattdeutsch Iämscher) ist ein 83,1 Kilometer langer, rechter Nebenfluss des Rheins im Ruhrgebiet. Sie war mit ihrem Einzugsgebiet Flusslandschaft des Jahres in den Jahren 2010 und 2011.
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Die St. Antony-Hütte ist ein ehemaliges Eisenwerk im Oberhausener Stadtteil Klosterhardt, der zum Stadtbezirk Osterfeld gehört.Das Hüttenwerk, in dessen Umgebung Raseneisenerz als Rohstoff vorhanden war, wurde 1758 von Franz von der Wenge (1707–1788), Domherr zu Münster, im damaligen Osterfeld als erstes Eisenwerk im Ruhrgebiet gegründet. Die St. Antony-Hütte gilt demnach als „Wiege der Ruhrindustrie“.Am 18. Oktober 1758 wurde ein neun Meter hoher Hochofen am Elpenbach zwischen Sterkrade und Osterfeld angeblasen. Die erste erzverarbeitende Produktionsstätte in dieser Region hatte ihren Betrieb aufgenommen. Neben dem Hochofen gehörten Gießereien und Formereien zur St. Antony-Hütte.
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Die Hütte Gute Hoffnung in Oberhausen-Sterkrade nahm ihren Betrieb 1782 auf
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Vest Recklinghausen ist die Bezeichnung für den Gerichtsbezirk des mittelalterlichen Gogerichts in Recklinghausen. Das Vest stellte neben dem Erzstift Köln und dem Herzogtum Westfalen einen weltlichen Herrschaftsbereich der Erzbischöfe von Köln dar. Während der frühen Neuzeit gehörte es als Teil Kurkölns dem Kurrheinischen Reichskreis an.
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Das Herzogtum Kleve (auch Cleve) war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis zu beiden Seiten des Rheins zwischen dem Fürstbistum Münster, dem Reichsstift Essen, den Herzogtümern Berg, Jülich und Geldern sowie dem Kurfürstentum Köln gelegen. Kleve bestand seit etwa 1020 als Grafschaft und wurde 1417 zum Herzogtum erhoben. Der Sitz des Herrschers war die Schwanenburg in der Stadt Kleve, zeitweise auch Burg Monterberg bei Kalkar.
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Preußen war ein seit dem Spätmittelalter bestehendes Land zwischen Ostsee, Pommern, Polen und Litauen, dessen Name nach 1701 auf ein weit größeres, aus dem Kurfürstentum Brandenburg hervorgegangenes Staatswesen angewandt wurde, das schließlich fast ganz Deutschland nördlich der Mainlinie einschloss und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestand.
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Als Raseneisenstein oder Raseneisenerz werden durch besonders hohe Eisengehalte gekennzeichnete Verfestigungen in rezenten wie fossilen Grundwasserböden bezeichnet, die gesteinsbrockenartig als Konkretionen oder bankartig als Bodenhorizonte auftreten.

Quellen:Wikipedia, www.epoche-napoleon.net/haniel, www.deutsche-biographie.de, www.bendorf-geschichte.de/
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Walburga Wölk-Haddan aus Oberhausen | 03.06.2015 | 08:50  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 03.06.2015 | 17:07  
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Walburga Wölk-Haddan aus Oberhausen | 03.06.2015 | 22:31  
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