Tour der Begegnung

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Ob gemeinsame Judo- und Rollstuhl-AGs, das jährliche Sportfest oder teilweise sogar gemeinsamer Unterricht. Dass das gesellschaftliche Miteinander von behinderten und nicht behinderten Schüler gut funktionieren kann, bewiesen jetzt die Schüler der LVR-Christoph-Schlingensief-Schule sowie der Gesamtschule Weierheide. 430 Jungen und Mädchen legten bei der „Tour der Begegnung“ des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) drei Kilometer durch Sterkrade zurück und warben damit für Inklusion.

Dabei meisterten die Schüler die Strecke auf unterschiedlichste Art und Weise. Sie waren zu Fuß, mit Rollstühlen, Inlineskates, Handbikes und Rollstuhl-Fahrrad-Tandems unterwegs und demonstrierten mit ihrem Lauf, dass ihnen das gesellschaftliche Miteinander wichtig ist.

Nach der gemeinsamen Tour ging es dann für alle Schüler auf den Schulhof der LVR-Christoph-Schlingensief-Schule (CSS), wo unter anderem der Paralympicstar Alexander Spitz die Teilnehmer in Empfang nahm. Der Sportler, dem nach einer Knochenkrebs-Erkrankung ein Bein amputiert werden musste, hat sich selbst Inklusion auf die Fahnen geschrieben und unterstützt die CSS seit vielen Jahren. „Was sich in den letzten Jahren entwickelt hat, ist schon toll. Bei mit war das Miteinander damals noch keine Selbstverständlichkeit. Ich komme immer gerne hierhin, denn bei den beiden Schulen sieht man wirklich gelebte Inklusion“, so der Spitzensportler. Für seine Förderung des inklusiven Sports an Oberhausener Schulen wurde Andreas Spitz dann mit dem LVR-Wanderpokal „Goldener Mitmän“ ausgezeichnet.

Paralympic-Star Alexander Spitz zu Gast


Mit gemeinsamen Darbietungen, unter anderem aus der Judo-AG, demonstrierten die Schüler dann auf dem Schulhof, wie das tägliche Miteinander der beiden Schulen im Alltag aussieht. Ebenfalls mit von der Partie beim Finale der Tour der Begegnung war auch Oberbürgermeister Daniel Schranz. Auch er zeigte sich von der gelebten Inklusion der Schüler beeindruckt und erklärte, dass auch in Oberhausen an einem Inklusions-Plan gearbeitet würde. Nach dem offiziellen Teil ging es dann mit dem inklusiven Spiel- und Sportfest der beiden Schulen weiter. Und auch dort konnten die Schüler unter Beweis stellen, dass Inklusion für sie kein Fremdwort ist. „Bei uns ist das einfach wie von selbst entstanden. 2007, als unsere Schule eröffnete, kam sofort eine Anfrage für gemeinsame Projekte von der Gesamtschule Weierheide“, berichtet Sven Ricken, Schulleiter der LVR-Christoph-Schlingensief-Schule. Schnell seien dann gemeinsame Sport-AGs und sogar teilweise gemeinsamer Unterricht entstanden.

Auch das alljährliche Sportfest sei mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Im Jahre 2012 sei man dann sogar mit 30 Kindern zu den Paralympischen Spielen in London gewesen. Sven Ricken: „Sport ist als Medium sehr gut geeignet und kann Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführen.“

Von Verena Reimann, Fotos: Rüdiger Marquitan
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