BUND-Kreisgruppe Oberhausen besuchte den Kräutergarten im Kloster Saarn

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Kräuterexpertin Stefanie Horn zeigte und erklärte Heilkräuter im mittelalterlichen Klostergarten

Bei strahlend schönem Herbstwetter drängten sich in den schmalen Wegen zwischen den Hochbeeten des Gartens im Kloster Saarn die Teilnehmer der Exkursion der BUND-Kreisgruppe Oberhausen. Cornelia Schiemanowski, stellvertretende Sprecherin der Kreisgruppe begrüßte mit Freude Mitglieder der Kreisgruppe, zahlreiche Gäste sowie Wildkräuter-& Heilpflanzenpädagogin Stefanie Horn, die durch den Kräutergarten führte.

Kräuterpädagogin Stefanie Horn, die den Klostergarten mit aufgebaut hat und dort regelmäßig Veranstaltungen anbietet, erläuterte dann die Enstehung des Klostergartens, der auf der Grundlage bestehender Pläne über den Aufbau mittelalterlicher Kräutergärten rekonstruiert wurde. Die 800 Jahre alte ehemalige Zisterzienserinnenabtei Kloster Saarn in unserer Nachbarstadt Mülheim beherbergte in vergangenen Jahrhunderten einen Kräutergarten, in dem die Nonnen Heilkräuter anbauten.

Im Mittelalter hatten Heilkräuter eine große Bedeutung in der Volksmedizin. Stefanie Horn verwies dazu auf historische Quellen. Sie erwähnte Walahfrid Strabo, der um das Jahr 840 ein Buch über die Gartenpflege, auch bekannt als Hortulus, eines der bedeutendsten botanischen Werke des Mittelalters, verfasste. In diesem Werk sind 24 Heilpflanzen in Versform beschrieben. Bekannter als Strabo ist vielen Interessierten Hildegard von Bingen, die in den 1150er Jahren Abhandlungen über Heilkräuter und ihre Verwendung in der Medizin schrieb.

Heute ist das lange Zeit in Vergessenheit geratene mitelalterliche Kräuterwissen wieder Gegenstand der Forschung und viele Heilkräuterbestandteile werden in medizinischen Therapien verwendet. Als Beispiele allseits bekannt sind Kamille, Salbei oder die Melisse. Aber es gab im mittelalterlichen Kräutergarten auch Kräuter, die heute nicht mehr so bekannt sind. Einige davon wachsen heute im Klostergarten Saarn:
Der Odermennig gehört zu den Rosengewächsen und kann bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Im Mittelalter spielte er ein ganz große Rolle in der Volksmedizin. Heute weiß man, dass manche Inhaltsstoffe Heilwirkungen bei Entzündungen der Haut und Schleimhäuten besitzen.
Frauenmantel kann gegen leichten Durchfall helfen. In der mittelalterlichen Volksmedizin diente Frauenmanteltee als pflanzliches Mittel bei Menstruationsbeschwerden. Der Spitzwegerich, Heilpflanze des Jahres 2014, gehört zu den Wegerichgewächsen, blüht von April bis September und kommt in ganz Europa vor. Seit dem 11. Jahrhundert wird die Heilpflanze bei Husten, Fieber und Insektenstichen verwendet.
Johanniskraut kann bis zu einem Meter hoch werden. Die gegenständigen Blätter sehen eiförmig aus und tragen zahlreiche durchscheinende Punkte (Drüsen) auf der Oberfläche. Zu dieser Pflanze, die im Mittelalter auch als "Zauberpflanze" galt, konnte Stefanie Horn eine schöne Geschichte erzählen: " Im Mittelalter machte ein schöner junger Mann einem Mädchen den Hof und es wurde ein "Date" verabredet. Da das Mädchen einen schlechten Traum gehabt hatte und ein wenig argwöhnisch geworden war, bestellte sie den Verehrer zu einer Wiese, auf der sehr viele Johanniskrautpflanzen wuchsen. Als der schöne junge Mann, der in Wahrheit nichts anderes als der Teufel war, vor den Johanniskrautpflanzen stand, wurden seine Teufelszeichen erkennbar und er konnte das Mädchen nicht mehr erreichen. Aus Wut soll er dann mit seinen Hörner auf die Pflanzen eingestochen haben, sodass die kleinen Löcher in den Blättern heute noch zu erkennen sind." Inzwischen weiß man, dass Johanniskraut wertvolle Inhaltsstoffe enthält , die z.B. in Medikamenten gegen Depressionen oder in Form des Rotöls bei Hautentzündungen genutzt werden.

Über Hundert verschiedene Heilpflanzen werden im Klostergarten angebaut und während des Besuchs der BUND-Kreisgruppe Oberhausen konnten nur wenige Beispiele dargestellt werden. Alle Kräuter werden mit Beschilderungen präsentiert und so besteht jederzeit die Möglichkeit wieder zu kommen und sich ausführlich zu informieren.

Im Anschluss an die Führung, für die alle Teilnehmer Stefanie Horn einen ausgiebigen Applaus spendeten, konnte noch Kräutersalz mit den frischen Kräutern des Gartens hergestellt werden.

Cornelia Schiemanowski bedankte sich für die BUND-Kreisgruppe Oberhausen und kündigte weitere Angebote zum Thema "Kräuter" an, die über das Veranstaltungsprogramm von Haus Ripshorst sowie in den Medien bekannt gemacht werden.
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