Der Elpenbach in Oberhausen-Sterkrade

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Der Teich an der Antony-Hütte gespeist vom Elpenbach.
 
Der Teich an der Antony-Hütte gespeist vom Elpenbach.
 
Der Teich an der Antony-Hütte gespeist vom Elpenbach.
  Elpenbach ist der Name eines Bachlaufes in Oberhausen in den Stadtbezirken Osterfeld und Sterkrade. Frühere Bezeichnungen des Baches lauteten „Sterkrader Bach“ oder „Mühlenbach“.
Quelle Im Bereich Klosterhardt-Nord
♁51° 31′ 33″ N, 6° 52′ 57″ O
Sein Quellgebiet liegt in Klosterhardt, an der Einmündung der Schwarzwaldstraße in die Harkortstraße; jedoch ist der Bach bereits nach 200 Metern verrohrt und tritt erst in 500 Metern Entfernung, an der Elpenbachstraße, wieder ans Tageslicht. Von dort verläuft er durch einen Grünzug zur St.-Antony-Hütte, speist dort den ehemaligen Hüttenteich und fließt anschließend in einem renaturierten Bereich bis zur Elly-Heuss-Knapp-Stiftung. Der weitere Verlauf ist verrohrt und mündet in den Hauptkanal Sterkrade der Emschergenossenschaft der es weiterleitet zur Emscher, Rhein und dann der Nordsee übergibt.

Etwas Geschichtliches zu unserem Elpenbach:

Eine Bemerkung ist sogar aus dem Jahre 1254 Verlegung des Frauenklosters von Defth nach Sterkrade auf den Herrenhof des Adolf von Holte, der damit die Versorgung eines Teiles der Töchter seiner Burgherren aus dem niederen Adel regelte. Das Kloster erhält den Namen "St. Maria am Bächlein". Gemeint waren hier der Elpenbach und Reinersbach.

In der Geschichte der St.-Antony-Hütte spielte der Elpenbach eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung. Zwischen 1752 und 1756 war er Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen dem bachabwärts gelegenen Kloster Sterkrade und den Hüttenbesitzern. Die Nonnen des Klosters erhoben Einspruch gegen die Hüttengründung, weil sie eine Verschmutzung des Baches sowie eine Überschwemmungsgefahr durch ein Brechen des Staudammes befürchteten. Anfangs des 20. Jahrhunderts (1925–1955) speiste er das an der Elpenbachstraße (früher Bachstraße) gelegene Freibad "Sommerbad Klosterhardt"
Im Emscher-Lippe Gebiet besitzt Sterkrade eine geographisch günstige Lage unterhalb der rheinischen Hochterrasse. Von der Hochebene floss ständig frisches, sauberes Wasser herab. Aber nicht nur wegen der lebensnotwendigen Bedürfnisse suchte der Mensch das Wasser; auch die Naturkraft nahm er in Anspruch. So errichtete man schon früh in der Ebene viele Wassermühlen. Auf das Jahr 1263 geht der Bau der Sterkrader Wassermühle (ehemals an der Bahnhofstraße) zurück. 1754 erbaute Freiherr Ferdinand von Wenge die Antony-Hütte, oberhalb des Elpenbaches; wegen der nutzbaren Wasserkraft durch das natürliche Gefälle. Schon in der Zeit der Vorplanung gab es Streit um das Sterkrader Wasser. Die Nonnen des Sterkrader Zisterzienserinnen Klosters protestierten und prozessierten gegen den Stauteich der Antony-Hütte. Sie befürchteten die Verunreinigung des Elpenbach, dessen Wasser sie zum Backen, Brauen, Waschen und zur Viehtränke benötigten. Auch die 1782 gegründete Hütte "Gute Hoffnung" nutzte das Wasser des Elpenbaches.

1925 Eröffnung des Sommerbades Klosterhardt an der Elpenbachstraße.
Der Bau des Sommerbades Klosterhardt.
Ein Jahr nach der Stadtwerdung 1922 Osterfelds beschloss man ein Freibad zu errichten. Das erste Grundstück das man wählte war ungeeignet.(Verbindungstraße) heute Lilienthalstraße.
Das nächste Grundstück passte besser es lag an der (Bachstraße) heute Elpenbachstraße. Es dauerte durch die Inflation bis 1924 bis das Sommerbad realisiert werden konnte.
Das Schwimmbecken hatte folgende Maße 90m lang und 25 m breit. Eine Hälfte war für Schwimmer die andere Hälfte für Nichtschwimmer. Gespeist wurde das Bad durch den schon Jahrhunderte alten Elpenbach. Erwärmt wurde das Wasser durch das Verbleiben im seitlichen Vorbecken. Dies nannten die Leuten Eiskeller. Rund um das Schwimmbad wurden Rasenflächen geschaffen und ein Zaun mit Sichtschutz angefertigt. Umkleideräume fertigte man auch an. Genauso wie heute musste gespart werden. Die Seitenwände des Schwimmers waren aus Beton das des Nichtschwimmer war mit einem Weidengepflecht bestückt. Als optische Trennlinie benutzte man Baumstämme.

Die offizielle Eröffnung des Sommerbad Klosterhardt war im Jahre 1925.Das Bad war sehr beliebt und es musste 1927 schon vergrößert werden. Die Bronkhostschule nahe des Freibads schloss 1927 und das Freibad bekam den Schulhof als Vergrößerung. Man hatte Pläne die Schule mit einzubinden und technische Neuerungen einzuführen, Warmwasseraufbereitung usw. Das zerschlug sich aber die Schule wurde zur Wohnzwecken benutzt.
1934 verpachtete die Stadt Oberhausen das Freibad an den Diplomschwimmmeister Hubert Schneider mit der Auflage die Unterhaltung und die Instandsetzungsarbeiten aus dem Ertrag der Eintrittsgelder zu bezahlen.
Es war ein Familienunternehmen.Jeder half mit.Familie Schneider hielt das Freibad in guten Zustand und das zug viele Besucher an.All die jahrelangen Mühen wurde 1944 zerstört. Das Freibad wurde durch Kriegseinwirkungen stark beschädigt. Nach dem Krieg baute Herr Schneider mit seiner Familie ohne städtische Zuschüsse das Freibad wieder auf. Die Firma Küppers war so großzügig und half beim Entfernen des Schutt aus dem Becken und gab im Baumaterialien.Kostenlos.Er schaffte es mit viel Mühen und die Leuten kamen wieder.Leider blieb trotz der vielen Besucher nichts übrig für die Modernisierungen er bekam 10 Pfg pro Besucher das reichte aber hinten und vorne nicht.
Die Firma Küppers hatte auch einen Kostenvoranschlag unterbreitet aber der Stadtbaurat bewilligte nichts. Es kam noch viel schlimmer 1955 beschloss der Sportausschuss das Freibad zu schließen. Dem Pächter würde gekündigt.
1960 beklagte die Ruhrwacht den katastrophalen Zustand des Bades.
1964 wurde dann Nottenkämper beauftragt und schüttete das Becken zu.
1973 wurde es dann so gestaltet wie wir es heute kennen.Grünzug Elpenbach.
Das erste Freibad Sterkrade war nun verschwunden.Schade es haben bestimmt sehr viele Menschen "getrauert".
Zum Glück gibt es noch Fotos davon und die schönen Erzählungen der damaligen Besucher so bleibt es trotzdem noch in Erinnerung.

Einige Erklärungen zu den Wörtern im Artikel:


Die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung – Deutsches Müttergenesungswerk (kurz Müttergenesungswerk) ist eine 1950 von Elly Heuss-Knapp gegründete Stiftung bürgerlichen Rechts zur Förderung der Müttergenesung. Der satzungsmäßige Sitz ist Stein. Die Stiftung soll laut Satzung unter der Schirmherrschaft der Ehefrau des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin stehen. Schirmherrin des Müttergenesungswerkes ist Joachim Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt. Gegenwärtige Vorsitzende des Kuratoriums ist Dagmar Ziegler. Sie folgt auf Marlene Rupprecht.
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Die St. Antony-Hütte ist ein ehemaliges Eisenwerk im Oberhausener Stadtteil Klosterhardt, der zum Stadtbezirk Osterfeld gehört. Das Hüttenwerk, in dessen Umgebung Raseneisenerz als Rohstoff vorhanden war, wurde 1758 von Franz von der Wenge (1707–1788), Domherr zu Münster, im damaligen Osterfeld als erstes Eisenwerk im Ruhrgebiet gegründet. Die St. Antony-Hütte gilt demnach als „Wiege der Ruhrindustrie“.
Der Hauptkanal Sterkrade ist ein Gewässer im Flusssystem Emscher, das sich mit einer Gesamtlänge von annähernd 5,4 km durch den Oberhausener Stadtbezirk Sterkrade zieht.
Das Kloster Sterkrade war ein Kloster der Zisterzienserinnen im heutigen Stadtteil Sterkrade von Oberhausen, das im Jahr 1240 als Filiale des Klosters Duissern in Duissern gestiftet wurde. Es wurde 1809 während der Napoleonischen Besetzung aufgehoben.
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1254 Verlegung des Frauenklosters für Töchter des niederen Adels von Defth nach Sterkrade auf den Herrenhof des Adolf von Holten, der damit die Versorgung eines Teiles der Töchter seiner Burgmänner regelte. Das Kloster bekommt den Namen: "St.Maria ad rivilum" (St.Maria am Bächlein).
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Ruhrwacht lokale Zeitung Oberhausen hatte im Bert-Brecht Haus ihren Sitz.. Im vorderen und mit insgesamt sieben Geschossen höheren .Gebäudeteil befand sich ein Warenhaus der Leonhard Tietz AG, das im Zuge der Arisierung in den Kaufhof überging. Nachdem der Kaufhof 1961 einen Neubau bezog und die Ruhrwacht 1967 ihr Erscheinen einstellte, kam es zu einem weitgehenden Leerstand des Gebäudes.
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Franz Ferdinand Lambert Nicolaus Freiherr von der Wenge zu Enckingmühlen und Dieck (* 1707; † 1788) entstammte der westfälischen Linie der Familie von der Wenge und war seit 1736 Domkapitular des Hochstiftes Münster und seit 1765 Kanoniker des Kollegiatstiftes St. Mauritz vor Münster. Am 25. Februar 1741 beantragte er beim Erzbischof zu Köln die Genehmigung zum Suchen und Graben von Eisengestein zwischen Osterfeld und Buer im Vest. Am 13. Juli 1753 erteilte Clemens August, Kurfürst und Erzbischof zu Köln und Herr im Vest Recklinghausen, die „Concession“ zur Erbauung einer Eisenschmelzhütte für Franz Ferdinand von der Wenge. 1754 wurde mit dem Bau der St.-Antony-Hütte begonnen. Am 18. Oktober 1758 begann die Verhüttung in den ersten Hochöfen des Ruhrgebietes. 1771 verpachtete von der Wenge die Hütte. Nach seinem Tod wurde sie von seinen Erben verkauft und gehörte ab 1808 zur Gutehoffnungshütte.
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Die Emschergenossenschaft ist als sondergesetzlicher Wasserwirtschaftsverband eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Essen und kümmert sich um den Fluss Emscher und um ihre Nebenläufe. Im Zuge der Industrialisierung wurde im Ruhrgebiet die Emscher zum Abwasserkanal umfunktioniert. Ohne weitere regulierende Eingriffe kam es aber immer wieder zu Hochwasser. Das verschmutzte Wasser überschwemmte ganze Stadtteile und in der Folge kam es zu Krankheiten, Seuchen und sonstigen Schäden. Daher wurde am 14. Dezember 1899 – als erster Verband dieser Art in Deutschland – in Bochum die Emschergenossenschaft gegründet. Ihre Aufgaben waren die Kanalisierung der Emscher zur Vermeidung von Verseuchungen im Umland und weitere Maßnahmen zur Gewässerregulierung.
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Bachstraße (Klosterhardt-Süd) Ursprünglich verband sie die Klosterhardter Straße mit der Schwarzwaldstraße. Später wurde sie nach Süden bis zur Teutoburger Straße und in nördlicher Richtung bis zur Herzogstraße verlängert und in Elpenbachstraße umbenannt.
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Lilienthalstraße Osterfeld
Otto Lilienthal, geb. 1848 in Anklam, gest. 1896 in Berlin (Absturz), befaßte sich intensiv mit der Er-for¬schung des Vogelfluges und führte 1891 mit einem von ihm gebauten Flugappa¬rat den ersten Gleitflug durch. Sein Einsatz und seine Forschung förderten das Flugwe¬sen ent¬schei¬dend.
Umbenennung:
Vor der Eingemeindung (1929) bis 1937: Verbin¬dungs¬straße, weil sie eine Verbindung von der alten Provinzial¬straße (Bottroper Straße) zur Gas¬straße (Nürnberger Straße) her¬stellte.
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Elpenbachstraße Klosterhardt
Diese Straße erhielt ihren Namen nach dem gleichnamigen Bach, der an der tiefsten Stelle der Straße überquert wird. Der Elpenbach hat der Oberhausener Geschichte viel traditionelle Bedeutung gegeben. Sein Quellgebiet liegt im ehemaligen Gelände der Kokerei Jacobi. Schon 1256 speiste dieser Bach die Sterkrader Klostermühle. Ab 1754 wurde das Wasser zum Betreiben der St.-Antony-Hütte benötigt. Ab 1782 trieb er die Wasserräder der Gutehoffnungshütte an. Bis nach dem 2. Weltkrieg badete man im Elpenbachwasser, im Freibad Klosterhardt. Heute bildet der gestaute Elpenbach eine Ruhezone im Antoniepark und gehört mit zum Elpenbachgrüngürtel.
Umbenennung:
Vor der Eingemeindung (1929) bis 1936: Westl. und östl. der Dorstener Straße: Teilungsstraße (alter Heideteilungsweg). Südl. der Tackenbergstraße: Bach¬straße, nach dem Elpenbach.
Bei der Besiedlung der Klosterhardt, oberhalb des Tacken-berges, wurde der Straßenzug ausgebaut und erhielt den Gesamtnamen: Elpenbachstraße.
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Es gibt auch ein Lied über den Elpenbach.
Das Elpenbachlied

(Melodie: „Der Tag war grau, der Tag war schwer und stürmisch ging die See“)

1) Es gibt auf dieser weiten Welt ein’ Ort, den man die Heimat nennt.
Für uns ist es die Klosterhardt, das Glück ist uns vergönnt.
Es ist die Wieg’ der Industrie am Rhein und an der Ruhr.
Das Wiegenlied das singt uns hier, das sing uns die Natur,
das Wiegenlied das singt uns hier, das singt uns die Natur.

Refrain: Oh Elpenbach, oh Elpenbach, wie lustig rauscht dein Wässerlein.
So lustig wie dein Wasser rauscht, rauscht’s auch bei uns hinein.
Du Wirt von der Antonyhütt’ schenk ein, schenk ein, schein ein!
Das Bier, das hier im Keller liegt, muss morgen alle sein,
das Bier, das hier im Keller liegt, muss morgen alle sein!

2) Wenn dich die Sorgen niederdrücken, lass sie heut’ entflieh’n
Und ist dein Liebchen dir nicht treu, so lass’ es einfach zieh’n.
Doch hast Du aber alles das, ja was dein Herz begehrt,
dann mach’ es wie der Elpenbach, sei fröhlich, unbeschwert,
dann mach’ es wie der Elpenbach, sei fröhlich, unbeschwert.

Refrain: Oh Elpenbach, oh Elpenbach, ...

3) Heute Abend wollen wir, bis in den neuen Tag,
so fröhlich sein und rauschen hier, wie unser Elpenbach.
Und rauscht es dann in unser’m Kopf, dann sind wir ganz vernarrt,
in Klosterhardt am Elpenbach, in unser Klosterhardt,
in Klosterhardt am Elpenbach, in unser Klosterhardt!

Refrain: Oh Elpenbach, oh Elpenbach, ...


Verfasst von Günter Kock und Josef Kusenberg, für den Kolping-Karneval 1956, für den Auftritt der „Klosterhardter Wassermänner“.


Quellen:"Wikipedia, osterfeld-westfalen,de, der Kickenberg, Alfred Lindemann."
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7 Kommentare
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 03.06.2015 | 14:10  
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Eckhard Schlaup aus Gladbeck | 03.06.2015 | 21:54  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 05.06.2015 | 08:03  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 05.06.2015 | 08:03  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 05.06.2015 | 08:03  
2.856
Brigitte Lambertz aus Oberhausen | 07.06.2015 | 13:44  
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Martin Grundmann aus Oberhausen | 08.06.2015 | 10:32  
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