Der Reinersbach in Oberhausen Sterkrade

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Der 700 Jahre Sustmanns-Hof in Sterkrade liegt am Reinersbach
   

Der Reinersbach

ist ein jahrhundertealtes fließendes natürliches Gewässer, erste Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1254.
Er ist ein ca. 5,4 km langer Bach in Oberhausen-Sterkrade, er verläuft von Nord nach Süd durch das Oberhausener Stadtgebiet.

Er ist ein Abfluss vom Rotbach, Bottroper Seite nahe der Halde Haniel. Das erste Mal wo er zum Vorschein kommt auf Oberhausener Seite ist in der Sterkrader Heide, nahe der Fernewaldstraße, ab hier heißt er dann Reinersbach.

Von der Fernewaldstraße bis zur Bremener Straße ist der Reinersbach ein sehr naturnahes Gewässer. Er fließt durch die Sterkrader Heide und das Landschaftsschutzgebiet Reinersbachtal nahe der Rügenstraße. Dieser Abschnitt entspricht ca. 2/3 seiner Gesamtlänge. Zwischen der Bremener und Holtener Straße unterquert der Reinersbach die Bundesautobahn A516.Hinter dem Sustmannshofs an der Hedwigstraße verschwindet er unter der Erde und wird verrohrt auf etwa 1,5 km Länge unter der Sterkrader Innenstadt und der Bahnstrecke Oberhausen–Arnhem hergeleitet und dabei mit dem Alsbach und dem Elpenbach zusammengeführt im Hauptkanal Sterkrade am Aldenkampshof. All diese Bäche münden dann in der Emscher nahe der Königstraße in Biefang.


2009

ist im Rahmen des Projekts Umbau des Emschersystems ein Teil des Bachlaufes von der Bremener Straße bis zur Holtener Straße renaturiert worden. Der Reinersbach wurde mittels Sohlschalen befestigt und führte bis zum Bau eines Parallelkanals Mischwasser.

Etwas Geschichtliches rundum den Reinersbach.

1254 Verlegung des Frauenklosters von Defth nach Sterkrade auf den Herrenhof des Adolf von Holte, der damit die Versorgung eines Teiles der Töchter seiner Burgherren aus dem niederen Adel regelte. Das Kloster erhält den Namen "St. Maria am Bächlein". Gemeint waren hier der Elpenbach und Reinersbach.
Die ”Egelsfurth” war nach der Domänenkarte von 1727 ein kleines Waldgebiet an der Mündung des Egelsfurthgrabens und des Alsbaches in den Marien- oder Mühlenbach. Heute dient der einstige Marienbach als Abwasserkanal und ist von der Sterkrader Innenstadt bis zur Leuthenstraße verrohrt.


1900 In der Mulde des Reinersbaches stand um die Jahrhundertwende die Reinersmühle.

Reinersbach, der seinen Namen wiederum dem Reinershof verdankt. Dieser Hof lag an der Bremener Straße, in Höhe der Kreuzung mit dem Bach. Östlich der Straße war der Bach gestaut. Die Wasserkraft trieb die zum Hof gehörende Reinersmühle an.

Noch in den 30er Jahren sorgte der Reinersbach in Sterkrade immer wieder mal für Überschwemmungen.

Das letzte Hochwasser war 30./31. August 1938
Aus: Rhein- und Ruhrzeitung vom 31.08.1938 Wasserkatastrophe in Groß-Oberhausen
Große Schäden in allen Stadtteilen – Osterfeld am stärksten mitgenommen
Hierbei wurde auch die Reinersmühle zerstört. (Siehe Foto). Sie diente als Wohnraum nicht mehr als Mühle.


Nach dem Kriege wurde der Reinersbach nach und nach wassertechnisch behandelt. In den 50er wurde das Bett tiefer gelegt und Sohlschalen eingebaut. Das sind Betontröge, die für einen so gleichmäßigen wie gesicherten Ablauf des Wassers sorgten. Zu Teilen wurde er komplett verrohrt und war nicht zu sehen – das heißt dann „offener Mischwasserkanal”.

Heute dient das Wasser der Bäche als Vorflut des Sterkrader Entwässerungs-Hauptkanals zum Emscherkanal.

Der 700 Jahre Sustmanns-Hof in Sterkrade liegt am Reinersbach:
Früher hieß er Broßhof - heute dient er als Begegnungsstätte älterer Menschen
In der “Mulsbeck“, dem heutigen “Bachsteg“, wo der Reinersbach sein Wasser aus der Sterkrader Heide entlangführt, um sich in der Mitte von Sterkrade mit dem Elpenbach (später Marienbach oder Mühlenbach genannt - heute eingebunden im Entwässerungskanalsystem) zu vereinigen, befinden sich die Relikte des über 700 Jahre alten Broß- oder Sustmanns-Hofes. Dieser historische Hof gehört mit zu den ältesten Bauernhöfen in Sterkrade.


Etwas Heimatgeschichte:

Bis über 70 Meter über dem Meeresspiegel erheben sich die Kammrücken an der östlichen Flanke von Sterkrade. Wer immer von Sterkrade nach Schmachtendorf, Königshardt, Tackenberg oder zur Klosterhardt will, muss bergauf.
Entstanden sind diese terrassenförmigen Erhebungen nach Osten durch die Einflüsse der bis zu 1,6 Millionen Jahre zurückliegenden Eiszeiten. In den Perioden der Eiszeiten lag Nordeuropa unter einer mächtigen Eisdecke. Witterungsumschläge ließen in den Zwischenzeiten die Temperaturen zurückgehen, die Gletscher im Norden und im Süden wurden länger, schoben sich gegenseitig entgegen, bedingt durch das gegensätzliche Gefälle vom hohen Norden bis in die Rheinische Tiefebene und vom Alpengebiet in Richtung zur heutigen Nordsee. Infolge der reichhaltigen Niederschläge und Abschmelzen der Gletscher wuchsen die heutigen Flüsse von Süd nach Nord zu riesigen Urströmen an. Der starke Frost zermürbte das Felsgestein, und ungeheure Schuttmassen (Moränen) wurden mitgerissen und talwärts geschoben. Die Barriere des nordischen Eises und ein gleichzeitiges Absinken des heutigen Niederrheingebietes bewirkten ein mächtiges Aufschottern der Urströme. So sind die Kiesablagerungen der Hauptterrasse entstanden mit kargen Böden, die sich zu Heidelandschaften entwickelten. Bedingt durch die ständige Labilität der noch relativ jungen Erdkruste aufgrund der enormen aufliegenden Gewichtsmassen waren die Auswirkungen tektonischer Kräfte unvermeidbar. Ein ständiges Heben und Senken der Landschaft war die Folge. Die Erde atmete gewissermaßen. Durch diesen Umstand wirkten drängende Urstrommassen zur Nordsee wie eine Sägewirkung auf den Untergrund und schoben den aufgeschotterten Kies zu Aufhäufungen an die Ränder.
Wenn sich ein Fluss in die Tiefe gräbt und die Hänge von den Seiten her nachrutschen, entsteht ein Tal. Je nachdem, wie das umgebene Gestein beschaffen ist, wie rasch der Fluss dahinströmt und wieviel Wasser er führt, erhält die Flusslandschaft eine charakteristische Form. Gräbt sich ein Fluss mit vielen Schlingungen langsam ein, so bilden sich Talmäander (Schlangenlinien) mit steilen und flachen Gleithängen. Im Falle des Niederrheins, im Bereich Sterkrade, ist diese Landschaftsgestaltung besonders ausgeprägt. Die Zwischenzeit von der ersten zur zweiten Eiszeit muss verhältnismäßig lang gewesen sein. Daraus ist zu erklären, dass die ersten Erhebungen weitaus höher sind, man nennt sie heute Hauptterrassen, als die drei nachfolgenden. Durch die Erosion der Naturkräfte, insbesondere der herabführenden Bäche wie der Elpen-, Reiners-, Als- und Handbach, sind die Kämme im Laufe der vielen Millionen Jahre wieder teilweise abgetragen und abgerundet worden. Da wo die drei Bäche, der Elpenbach, Alsbach und Reinersbach, zusammenflossen, im heutigen Egelsfurthgebiet in der Weierheide, liegt unter der Erdkrume ein großes Konglomeratfeld von unterschiedlichen Gesteinsarten. Aber auch die Winderosion trug die ausgetrockneten Decksande ab und lagerte sie in rückwärtigen Gebieten wieder auf.
Die östlichen Kammrücken nennt man heute Königshardt, Tackenberg, Klosterhardt, Vondernberge usw. Westlich des Rheines heißen sie z.B. Hülser Berg, Schapenhuysener Höhen, die Kamper Höhen und die Leucht.
In den drei Eiszeitperioden und den entsprechenden Zwischenzeiten entstanden auch drei Terrassenbildungen. Auf der Mittelterrasse bildeten sich die Brüche. Die von den Höhen herunterführenden Bäche versickerten hier und bildeten Bruchlandschaften wie das Forsterbruch, die Schwarze Heide, die Weierheide, den Waldteich und das Holtener Bruch. Schwarze, dunkle Böden zeugen heute aus dieser Zeit. Wenn das Wasser zu hochstieg und überschwappte, wurde es vom Lehmbach, Röttgersbach und vom Brunsbach zur Emscher und zum Rhein abgeführt.
Die Menschen vergangener Tage, unsere Vorfahren, machten sich diese Geschenke der Natur zu Nutze. Auf den Hochterrassen und an den Rändern fanden sie den Sand und Kies für den Mauer- und Betonbau. An den Hängen der Mittelterrasse hat man in Gruben nach Lehm und Ton für die Ziegelherstellung gegraben. An einigen ehemaligen Ziegeleien befinden sich noch heute wassergefüllte Ziegelgruben, die den Anglern eine idyllische Atmosphäre bieten. Auf der Mittelterrasse bildete sich ein guter Humus für den Ackerbau. Auf der Niederterrasse würden wir heute - wenn nicht fast alles zugebaut wäre - (Marxloh, Wehofen) ein fruchtbares Acker- und Weideland vorfinden.

Der Höhenweg bildet die Wasserscheide zwischen Emscher und Rotbach. Zur Emscher: Nassenkampgraben, Tüsselbeck, Handbach, Alsbach, Reinersbach. Zum Rotbach: Buchenbach, Ebersbach, Vennbach, Waldgraben.



Quelle:Wikipedia,Alfred Lindeman,WAZ,Ruhrwacht,Generalanzeiger
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