Der Frosch muss weichen

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Foto: Peter Hadasch
Selten war das Interesse der Bevölkerung in Biefang an einer Bürgerversammlung so groß, ging es doch um den Emscherumbau. Auf Initiative der BIG Biefang waren Vertreter der Emschergenossenschaft und der Stadt Oberhausen vor Ort, um die Bürger über den derzeitigen Stand der Bauplanungen im Rahmen des Masterplans Emscher-Zukunft zu informieren. Die Abwässer der Emscher selbst im Holtener Bruch werden entgegen der ursprünglichen Planung nicht bis zum Klärwerk Emschermündung in Dinslaken in der bis hier vorgesehenen Tiefe von 43 m geführt. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit und des erforderlichen Gefälles innerhalb der Abwasserrohre von 1,5 %o ist ein Pumpwerk notwendig, in dem die Abwässer aus 43 m Tiefe hochgepumpt werden und dann bis Dinslaken oberflächennah als hochliegender Abwasserkanal weitergeführt werden. Daher entfallen die bisher im Holtener Bruch geplanten drei 70 m hohen Abluftschornsteine sowie die geplanten drei Schächte im Biefanger Bereich.
Diese erfreuliche Entwicklung wird allerdings getrübt durch die Beeinträchtigungen, die durch die für die Errichtung des Pumpwerks notwendigen Bauarbeiten unweigerlich auf die Biefanger Bevölkerung zukommen.
Für das Pumpwerk, das zwischen dem Hof Klapheck, der Kurfürstenstr. und der östlichen Wohnbebauung Goerdeler-/Leber-/Flurstr./Kuhweg entstehen soll, wird eine Baugrube von 40 m Durchmesser unterirdisch in 43 m Tiefe ausgehoben, das bedeutet einen Bodenaushub von 70 000 m³, der auf kürzestem Weg zur Autobahn abzufahren ist.
Der Baustellenverkehr wird von einer neuen Hauptzuwegung aus dem Holtener Bruch über die Kurfürsten- und Königstraße zur A3 geführt und laut Emschergenossenschaft keine Veränderung der bestehenden Regelungen erfordern. Somit wäre laut Emschergenossenschaft keinerlei Beeinflussung der Anwohner zu befürchten. Das sehen diese allerdings ganz anders. Erfahrungen in dieser Richtung konnten Anwohner der Rohrstraße bereits sammeln, die seit Jahren beim Umbau der Alten Emscher den Baustellenverkehr, -Lärm sowie –Schäden an ihren Häusern hinnehmen mussten.
Wenn es allerdings an die ökologische Aufbereitung des Holtener Bruchs geht, befürchtet die Bürgerinitiative noch weitaus größere Beeinträchtigungen. Die als Hochwasserschutz erforderlichen Deiche sollen weiträumig verlegt werden, um eine zusätzliche Aufweitung der Aue zu erreichen.
Für diese umfassenden Erdbewegungen rechnet man mit einer Million Kubikmeter die über die Kurfürsten-/Königstraße zum Autobahnanschluss A2/A3 OB-Holten abtransportiert werden. Das bedeutet rund 200 LKW an jedem Arbeitstag über eine Bauzeit von rund drei Jahren.
Das Biefanger Wahrzeichen Frosch „Frobie“ samt Verkehrsverteilerring wird dann seinen Platz auf unbestimmte Zeit räumen müssen.
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