Fahrradfreundliche Stadt Oberhausen: Gut, aber mit Luft nach oben

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„Der langjährige Einsatz für den Radverkehr in Oberhausen trägt auch dieses Jahr Früchte“, freut sich der Vorsitzende des Umweltausschusses, Norbert Axt (Grüne), merkt aber auch an: „ Ein zweiter Platz im Ranking der NRW-Städte ist eine schöne Bestätigung, aber es gibt noch Luft nach oben. Wir streben an, künftig bundesweit noch besser im Urteil der Radlerinnen und Radler eingestuft zu werden.“ Hierfür sei es erforderlich, die von Fahrradfahrern deutlich benannten Defizite in einem zweijährigen Fahrradaktionsplan zu analysieren und für Abhilfe zu sorgen.

„Unser Ziel ist es, das alltägliche Radfahren für die Menschen deutlich attraktiver zu gestalten“, so die planungspolitische Sprecherin der Grünen, Regina Wittmann. „Hierzu gehört, die Infrastruktur für FahradfahrerInnen auch außerhalb der Straßen zu verbessern.“ Als großes Hemmnis haben sich fehlende sichere Radabstellanlagen herausgestellt. „Wir müssen ein Angebot von abschließbaren Radabstellanlagen und Boxen sowohl im öffentlichen Raum als auch Anreize für deren Errichtung auf privaten Grundstücken schaffen“, erklärt Norbert Axt weiter. „Nur wer schnell und unkompliziert sein Fahrrad für kurze Besorgungen nutzen kann, wird es häufiger einsetzen.“ Das Tragen aus engen Kellerräumen, vor allem in den Innenstadtbereichen, animiere nicht dazu. Gleichzeitig wollen die Menschen, dass ihr Fahrrad sicher aufgehoben ist. „Lediglich Bügel zum Anketten der Räder zu Verfügung zu stellen, reicht nicht für deren Schutz.“
Darüber hinaus müssten Hauseigentümer und Wohnungsbaugenossenschaften angeregt werden, gerade in großen Wohnanlagen Platz für sichere Fahrradboxen und -häuser zur Verfügung zu stellen und damit einen echten Mehrwert für ihre Mieter zu schaffen.

Die VerkehrspolitikerInnen der Grünen werden sich ebenso für die Einrichtung von mehr Ladestationen für Elektrofahrräder einsetzen. „Mit der EVO ist nach unseren Vorstellungen ein Masterplan zu entwickeln, wo und in welchem Zeitrahmen entsprechende Ladestationen eingerichtet werden“, schlägt Norbert Axt als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der EVO vor. „Uns kommt es darauf an, nicht nur an touristischen Zielen für derartige Ladestationen zu sorgen, sondern gerade in innerstädtischen Bereichen.“ Hierbei können sichere Abstellanlagen und Ladestationen nach den Vorstellungen der Grünen kombiniert werden. Beteiligt werden sollten bei der Konkretisierung der Planungen der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) als auch die BewohnerInnen in den Stadtbezirken. „Für die Bürgerbeteiligung der Stadt gibt es ein breites Betätigungsfeld, denn die RadlerInnen sind die besten ExpertInnen bei der Frage, was benötigt wird.“

Die Grünen verstehen ihren Vorstoß bereits als ersten Baustein des Mobilitätskonzeptes. In Kürze wird genau diskutiert, welche Formen der Mobilität ausgebaut werden sollen. „Für uns steht fest: Eine weitere Steigerung vom Autoverkehr auf den Straßen darf es nicht geben“, so Regina Wittmann abschließend. „Wir benötigen Strategien, um Lärm, Feinstaub und deren gesundheitliche Einschränkungen zurückzudrängen. Dabei geht es uns nicht um Verbote, sondern darum, andere Formen der Mobilität attraktiver zu machen.“
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