Grexit oder ?

Anzeige
Berlin: Bundestag | Die Teilnehmer der "Günter Jauch Runde" am 14.6.15 waren gut ausgesucht. Die Sendung war nicht langweilig. Die Position von Prof. Otte „ein Grexit wird billiger“ bis zum Verbleibt mit notwendigen Hilfszahlungen von Frau Hermann taz war die Brandbreite gegeben. Drei der vier Teilnehmer waren sich einig: Allein kommt Griechenland nicht auf die Beine.

Nur der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach spielte die Karte vom fleißigen Deutschen und vom faulen Südländer.

Er empört sich über das niedrige Renteneintrittsalter in Griechenland, das angeblich bei 56 Jahren liegen soll. Hinterfragt, angefochten oder korrigiert hat diese Äußerung niemand aus der Runde.

Das griechische Renteneinstiegsalter - öffentlicher Dienst und Privatsektor zusammengenommen - schätzte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2012 übrigens auf 61,9 Jahre bei Männern und 60,3 Jahre bei Frauen. Und auch die von Bosbach, FAZ und Bild bemühte Zahl 64 für das Rentenalter in Deutschland liegt, bezogen auf 2012, daneben: Nach OECD-Angaben gehen Männer hierzulande mit 62,1 und Frauen mit 61,6 Jahren in Ruhestand. Wichtig und ehrlich ist nur ein Vergleich auf gleicher Basis.

Griechenland und Deutschland liegen, was das gemittelte Renteneintrittsalter betrifft, also nicht so weit auseinander. Das passt nicht in das beliebte und einfache Stammtischbild. Wovor wollen Hardliner der CDU ablenken.

Martin Schulz der Präsident des Europaparlaments, sieht trotz des Abbruchs der Verhandlungen noch Spielraum für eine Einigung. Die Gespräche würden bis zu einem Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag in Luxemburg weitergeführt. Man werde weiter hart verhandeln müssen, weil beide Seiten ein Interesse daran haben müssten, dass es zu einem vernünftigen Kompromiss komme.

Es bleibt spannend. Bisher flossen alle Hilfsgelder zu über 77 Prozent in den Bankenkreislauf. Die Reichen bringen Ihr Kapital in Europa unter.
Wer sind die Profiteure?

Werden die Bürger Griechenlands gerettet oder wird ein „Bürgerkrieg“ seitens Brüssel und den nationalen Parlamenten durch unerfüllbare Forderungen, gegen Recht und Gesetz, riskiert.

Politik mit überzogenen Argumenten, Diffamierungen und Ängsten verfängt hoffentlich nicht.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.