Holtener Protestmarsch mit Laternen

Anzeige
Rettet die Kastellschule

Es ist ein vertrautes Bild in diesen Tagen: Grundschulen und Kindergärten erleuchten mit hunderten Laternen die nun schon zeitig dunklen Straßen der Stadt. Sie erinnern damit an den heiligen Martin von Tours, dessen legendäre Mantelteilung bis heute als Sinnbild christlicher Nächstenliebe und Solidarität mit den Armen verehrt wird.

Der diesjährige Martinszug in Holten wurde allerdings von der drohenden Auflösung der Kastellschule überschattet, und so stand nicht etwa die Pflege eines alten Brauchtums im Vordergrund, sondern das Aufbegehren gegen den schulpolitischen Kahlschlag im Oberhausener Nordwesten.

Die Holtener Bürger sind sich einig: Eine Schließung der Grundschule, wie sie der aktuelle Bildungsplan der Stadt Oberhausen alternativlos empfiehlt, käme einer Abwertung des gesamten Stadtteils gleich und und würde das auf eine mehr als 700-jährige Geschichte zurückblickende Holten wohl endgültig ins Abseits stellen.

Aufgabe der Politik müsste sein, den strukturschwachen und von zunehmender Überalterung gekennzeichneten Stadtteil nachhaltig zu stärken. Stattdessen plant die Stadt Oberhausen, ausgerechnet jungen Familien die Ansiedlung in Holten zu erschweren. Offenbar hat man in der Verwaltung bei aller Euphorie über mögliche Einsparpotenziale den Sinn dafür verloren, dass Schulpolitik immer auch Familienpolitik ist.

Nun ist die Frage, wie der Schulausschuss den Bildungsplan bewertet, bevor im kommenden Frühjahr der Stadtrat darüber entscheiden wird. Die Zeit ist knapp, ganz Holten ist alarmiert. Mit ihren Laternen und Plakaten schickten die Holtener Kinder nun ein starkes Signal an die Oberhausener Politiker: Rettet die Kastellschule, damit Holten lebendig bleibt! So wurde der traditionelle Lichterzug der Kinder schließlich zu einer politischen Kundgebung für ihre Kastellschule und für ihren Stadtteil.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.