„Ist das Kunst oder kann das weg?“

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Stadt verliert ihr Gesicht im Umgang mit Mawick Mosaik

Die Stadt darf ihr Gesicht im Umgang mit dem Mawick Mosaik nicht verlieren, fordert das Bündnis Oberhausener Bürger (BOB). Der durch die Planungsdezernentin kurzfristig festgelegte Abriss des Kunstwerks von Walter Mawick an der Fassade der alten Stadtteilbibliothek in Sterkrade „verletzt die Vereinbarung in den Gremien, das Kunstwerk zu erhalten. Schon die Art des Verfahrens ist nicht hinzunehmen: Die Stadtverwaltung hat offenbar weder die politischen Gremien noch etwa den Gestaltungsbeirat in diese Entscheidung einbezogen“, kritisiert BOB-Fraktionsvorsitzender Werner Nowak. In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister appelliert die BOB-Fraktion, den Abriss aufzuschieben, bis ein Weg gefunden wurde, das Mosaik zu retten. Möglich ist das, indem man etwa die komplette Fassadenwand erhält, statt die Kunst abzulösen.

Ein Stück Stadtgeschichte

Aus Sicht von BOB stellt das Mawick Mosaik an der alten Stadtteilbibliothek Sterkrade einen prägnanten Teil der kulturellen und historischen Identität des Stadtteils dar: „Seine Kunst hat unsere Stadt an zahlreichen Orten geprägt. Dass die untere Denkmalbehörde dies bislang nicht wahrgenommen hat, sagt viel über das mangelnde Bewusstsein und den katastrophalen Umgang der Verwaltung mit der Geschichte Oberhausens aus“, findet Architekturprofessor und Denkmalschützer Roland Günter durchaus schärfere Worte: Die vorherrschende Abrissmentalität, die sich bereits beim früheren Haus der Jugend gezeigt habe, gehe streng nach gewohntem Prinzip „weiter so“ vor.

Viel gesehen, wenig beachtet

Das Bündnis Oberhausener Bürger sieht in den angegebenen Kosten von angeblich 150.000 Euro nur einen vorgeschobenen Grund: „Man macht es sich zu einfach. Welche Experten wurden bei der Ermittlung der Kosten einbezogen?“, stellt Nowak die Angaben infrage.

Er schätzt die Mehrkosten für den Erhalt dieser stadtprägenden Kunst als vergleichsweise gering ein: „In den vergangenen Ratssitzungen haben nahezu alle Fraktionen immer wieder zugestimmt, den Haushaltsplan des Kämmerers nachträglich um hohe Millionenbeträge zu überschreiten – an der desolaten finanziellen Situation unserer Stadt ändern die Kosten für den Kunsterhalt wenig.“

"...Ideenfabrik Oberhausen – hau weg den Scheiß“

Günter und Nowak sind sich einig: „Das Mosaik kann man erhalten, indem man die komplette Wand des Gebäudes stehen lässt, und nur das Gebäude dahinter abträgt.“
Zerstört man hingegen das Mosaik, schlägt Günter bewusst provokant vor, das neue Leitbild der Stadt entsprechend zu ändern, „denn wer derart rigoros mit Stadtgeschichte umgeht, muss auch konsequent in der Selbstdarstellung sein: Ideenfabrik Oberhausen – hau weg den Scheiß“.
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