Linie 105 - Grünes Licht für Bürgerentscheid

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Im Rat der Stadt wurde am Montag noch einmal heftig debattiert und gestritten, am Ende kam es aber zu einem einstimmigen „Ja“ zum Bürgerentscheid über den Weiterbau der Straßenbahnlinie 105.

Der Lückenschluss zwischen der Stadtgrenze nach Essen und der Neuen Mitte soll 80 Millionen Euro kosten, rund 13 Millionen muss die Stadt stemmen. Dazu kommen die jährlichen Zusatzbelastungen für die STOAG in einer kalkulierten Höhe von 300.000 Euro. Die Planer hoffen auf über 8.000 Fahrgäste zusätzlich am Tag.
Durch einen alternativen Routenvorschlag der CDU, der wesentlich günstiger ausfällt, war es in den vergangenen zwei Wochen zu einer intensiven Diskussion gekommen, verbundenen mit teils heftigen Angriffen gegen den Alternativvorschlag.
Zuletzt war die Formulierung umstritten, die Koalition setzte sich mit ihrer Version durch, da die CDU es daran am Ende nicht scheitern lassen wollte. So heißt es am 8. März: „Sind Sie dafür, dass die Straßenbahnlinie 105 als Lückenschluss vom Essener Stadtgebiet zum Oberhausener Hauptbahnhof und zum Sterkrader Bahnhof gebaut wird?“

Ermahnung an Grünen


Die Diskussion verlief in großen Teil hart, aber sachlich fair. Allerdings: Der Grüne Andreas Blanke musste sogar vom Oberbürgermeister ermahnt werden. Die Opposition kritisierte noch einmal „die teuerste Bauweise“, die es gibt mit aufgeständerter Trasse quer über ein leeres Gelände. SPD-Fraktionsvize Karl-Heinz Emmerich zeigte zwar Verständnis dafür, dass viele Bürger Probleme angesichts der hohen Baukosten für die arme Stadt sehen. Doch diese Kosten könne man angesichts des Stoag-Jahresumsatzes von 52 Millionen Euro schultern.

13 Millionen Euro Eigenmittel


An Eigenmitteln müssten Stadt und Stoag zunächst gut 13 Millionen Euro für das Bauwerk aufbringen, anschließend sollen etwa 300.000 Euro Betriebskosten pro Jahr fällig werden. Dies sei ohne Leistungskürzungen bei der Stoag nicht zu stemmen, kritisierte Karl-Heinz Mellis (BOB). Denis Osmann (CDU) schlug in die gleiche Kerbe und bewertete die prognostizierten zusätzlichen 8000 Fahrgäste pro Tag als unwahrscheinlich. Linken-Fraktionschef Yusuf Karacelik vermutet: „Die SPD will mit dem Bürgerentscheid das Projekt durch die Hintertür verabschieden.“
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