Martin Schulz in Oberhausen

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Oberhausen. Beim Besuch von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beim Zentrum für Ausbildung und Qualifikation (ZAQ) in Oberhausen setzt dieser auf konkrete Schritte staatlicher Verantwortung bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.


Als ehemaliger Bürgermeister der Stadt Würselen bei Aachen kennt Martin Schulz die Rahmenbedingungen, unter denen Kommunen wie Oberhausen den Bildungssektor unterhalten müssen. Das machte er direkt zu Beginn des Gesprächs beim ZAQ in Oberhausen deutlich, wo er von den beiden SPD-Landtagskandidaten Sonja Bongers und Stefan Zimkeit begleitet wurde. Gerade deshalb will er staatliche Verantwortung für Ausbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen größer schreiben und Institute wie das von der Arbeiterwohlfahrt Oberhausen betriebene ZAQ, welches er als vorbildlich beschreibt, stärker fördern.

Nicht nur auf akademische Berufe blicken


Ihm sei wichtig, dass es nicht nur eine Chance auf den ersten und zweiten Bildungsweg gibt, sondern er spricht von einer „Philosophie der zweiten und auch der dritten Chancen“. Wiedereingliederung, Weiterbildung und auch das verkürzte Erreichen neuer Berufsabschlüsse durch schon im Arbeitsalltag erlerntes sei der Grundstein für das Funktionieren der deutschen Wirtschaft. Der Staat dürfe sich deshalb nicht nur auf die Stärke der akademischen Berufe reduzieren, obgleich jeder Euro in Forschung und Entwicklung viel besser investiert sei, als Steuern zu reduzieren. Gerade die hoch qualifizierte Facharbeiterschaft sei eine der Stärken, um die Deutschland international beneidet würde.

Im Fachgespräch mit ZAQ-Geschäftsführer Jochen Kamps und seinem Stellvertreter Uwe Beier spricht Schulz auch von seinen einschlägigen Erfahrungen auf diesem Gebiet. Gerade deshalb will er vom Modell der Wettbewerbsorientierung zum Vorteil langfristiger und qualifizierterer Maßnahmen, wie sie beim ZAQ angeboten würden, abrücken: „Es kann nicht sein, dass aus der systematischen kurzfristigen Förderung prekäre Arbeit bei Trägern erwächst“. Jochen Kamps plädierte dafür, von einer „Projektritis“ zurück zu einer Förderung langfristiger Berufsperspektiven zu kommen.

Veränderungen in der Arbeitswelt


Schulz sprach die dramatischen Veränderungen an, die in der Arbeitswelt im Zuge der schneller werdenden Digitalisierung kommen werden. Da der technologische Fortschritt mittlerweile selbst hochqualifizierte Arbeitsplätze wegrationalisiere, brauche es zum einen neue Berufsbegriffe und zum anderen müsse man sich überlegen, was mit den Menschen passieren soll, deren Arbeitsplätze weg fallen. Aus diesem Grund wird der Weiterbildung und Weiterqualifizierung eine Schlüsselrolle für unsere Gesellschaft zukommen – von den jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss bis hin zum Hochqualifizierten!

Beim Rundgang durch die Werkstätten des Aus- und Weiterbildungszentrums sprach Schulz mit vielen, für die das ZAQ eine Berufsperspektive bedeutet. Im Anschluss unterhielt sich Schulz mit zwei jungen Müttern, für die durch eine Ausbildung in Teilzeit der Berufsabschluss erreichbar wird. „Hier müssen wir nicht nur dafür sorgen, dass es diese Angebote gibt, sondern dass auch darüber informiert wird. Das habe ich von diesem Gespräch mitgenommen und außerdem hier auch noch ein wenig dazugelernt“.


Armin Laschet in Oberhausen

Fotos: Carsten Walden
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