Möbelhaus Finke verlässt den Standort Sterkrade

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Foto: Peter Hadasch

Noch in der letzten Woche war eine Schließung des Möbelhauses Finke in Sterkrade offiziell kein Thema. Mit dem Verkauf der Immobilie durch die Familie Sachse hat sich das schlagartig geändert.

Am Mittwochabend informierte die Finke-Unternehmensgruppe per Mail über die fristgerechte Kündigung des Mietvertrages zum 31. Juli 2016.
„Das vorhandene Gebäude entspricht im Hinblick auf seine Größe nicht den Dimensionen, die wir für unsere zukünftigen Pläne im Ruhrgebiet benötigen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir mittelfristig an einem anderen Standort ein neues Objekt in Anlehnung an das sehr erfolgreiche Finke-Center mit zwei Verkaufshäusern in Hamm-Rhynern erstellen können“, so Gesamtgeschäftsführer Dr. Rudolf Christa.
Die zukünftige Entwicklung der Finke-Standorte soll nach dem Vorbild von Hamm-Rhynern erfolgen, einmal ein „Erlebnis-Einkaufen“, das andere Haus steht unter dem Motto „Carré schnell schön einrichten“. Aufgrund der Größe des Grundstücks und der vorhandenen Immobilie lasse sich diese Dimension in Oberhausen allerdings nicht übertragen, so heißt es in der Pressemitteilung.
Dr. Christa zeigt sich von der Kurzfristigkeit des Verkaufs überrascht. „Unter bestimmten Verhältnissen hätten wir in Sterkrade weitergermacht“, so der Gesamtgeschäftsführer. In Sterkrade sei allerdings das Modell Hamm-Rhynern definitiv nicht möglich.
„Scheiden tut weh“, antwortet Dr. Christa auf die Frage nach einem Fazit der zehn Jahre in Sterkrade. Betriebswirtschaftlich habe der Standort nämlich durchaus Sinn gemacht. Aber: „Dieser Standort ist für unser Unternehmen nicht konkurrenzfähig“.
Die komplette Belegschaft (45 Mitarbeiter) ist bereits über ihre Entlassung informiert. Wie schon in den Vorjahren erhalten sie kein Weihnachtsgeld.
Einen längeren Leerstand am Neumarkt müssen die Sterkrader allerdings nicht befürchten. Der Käufer, das in Süddeutschland angesiedelte Möbelhaus Segmüller, feierte in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Sterkrade wird die erste Filiale nördlich des Mains sein.
Oberbürgemeister Daniel Schranz zeigt sich in erster Linie besorgt über das Schicksal der Finke-Belegschaft: „Die Schließung ist vor allem für die 45 gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bitter, deren Sorgen ich sehr gut verstehen kann. Dass mit der Firma Segmüller ein neuer Käufer aus der Möbelbranche für die Immobilie gefunden wurde, ist aber ein positives Zeichen. Das Familienunternehmen Segmüller hat bereits das Gespräch mit der Stadt gesucht. Selbstverständlich werden wir alles daran setzen, Investitionen in den Standort Sterkrade positiv zu begleiten“, so Schranz.
„Völlig überrascht“, zeigt sich der 2. Vorsitzende der Sterkrader Interessengemeinschaft (STIG), Axel Lambertz, über den Fortgang Finkes. Noch in der vorherigen Woche habe es Gespräche mit dem Hausleiter der Filiale, Michael Wildenau, gegeben. Da war der Tenor noch, dass es in Sterkrade mit Finke weiter gehen solle. „Wir haben immer gute Kontakte zu Finke gehabt“, betont Lambertz, „und wir hoffen, dass es mit dem neuen Besitzer so weiter geht“. Er gibt sich zuversichtlich: „Es geht weiter hier. Sterkrade ist ein attraktiver Standort, sonst hätte Segmüller die Immobilie nicht gekauft.“
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