Oberhausener GRÜNE beim Armutskongress

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Andreas Blanke, Fraktionsvize der Oberhausener Grünen.
Mit seinem Untertitel „Zeit zum Handeln“ gab der Armutskongress 2016 deutlich seine Richtung vor. Diese verfolgte der stellvertretende Fraktionssprecher der Oberhausener Grünen, Andreas Blanke, Anfang Juli in Berlin.

Der rote Faden des Armutskongresses, den federführend „Der Paritätische Gesamtverband“ ausrichtete, ist die Forderung, den Armutsbegriff hierzulande nicht ausschließlich auf absolute Armut zu lenken. Diese Form, also wenn die Grundbedürfnisse – wie sauberes Trinkwasser, notwendige Nahrungsmittel sowie dem Klima angemessene Bekleidung – von Menschen nicht mehr befriedigt werden können, gibt es zwar ebenfalls in Deutschland, doch herrscht hier vermehrt ihr relatives Vorkommen. Darauf machten die Oberhausener Grünen bereits bei ihrer Veranstaltung im Mai mit Ulrich Schneider und Stefan Sell im Gdanska aufmerksam.

Die vielen Gesichter der Armut


Auch der renommierte Armutsforscher Christoph Butterwegge verwies in Berlin auf das mehrdimensionale Problem der Armut. In einem reichen Land, das die Bundesrepublik ist, stellt sich Armut vielfältig dar: von Verschuldung und dem Mangel ein halbwegs „normales“ Leben führen zu können über etliche Benachteiligungen wie in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Freizeit bis hin zu Existenz- und Gesundheitsrisiken, einer niedrigeren Lebenserwartung sowie Macht- und Einflusslosigkeit in gesellschaftlichen Schlüsselbereichen.
Butterwegge gibt die These aus, dass Armut in einem reichen Land erniedrigender auf die Betroffenen wirkt, als in einer allgemein ärmeren Gesellschaft. Er mahnt daher, dass die vielen Gesichter der Armut nicht dazu führen dürfen, sie nicht wahrzunehmen.

„Gerechtigkeit als Gleichheitsvermutung“

In diesem Zusammenhang steht die Umsetzung der Gleichwürdigkeit aller Menschen, die dem Artikel 1 des Grundgesetzes entspricht. „Gerechtigkeit als Gleichheitsvermutung“ forderte der emeritierte Professor Friedhelm Hengsbach auf dem Kongress in seinem eingängigen Vortrag mit dem Titel „Wirtschaft braucht Ethik“. Die moralische Gleichheit der Menschen bezeichnet er als Basis einer demokratischen Gesellschaft.

„Es ist skandalös, dass Armut in Deutschland Kranke und Wehrlose wie Kinder und Alte besonders hart trifft“, stellt Andreas Blanke fest. In der Präventionsarbeit sieht der Grüne daher einen notwendigen Ansatz, um den Ungleichheiten entgegenzuwirken. „Präventionsnetzwerke müssen in Oberhausen verstärkt verfolgt und errichtet werden. Es ist alles andere als Luxus, wenn eine Kommune beispielsweise über die Einrichtung einer Fachstelle für Wohnungsverlust nachdenkt.“ Auch den sozialen Wohnungsbau werden die Grünen noch in diesem Jahr anschieben.

Um bei Kindern diesen Missständen entgegenzuwirken, forderten die Oberhausener Grünen unlängst auf die Qualität der Schulverpflegung ein besonderes Augenmerk zu legen. „Dass ein hungriger Magen nicht gerne lernt, sagt schon ein altes Sprichwort“, so Blanke. „Wenn wir also für alle gleiche Chancen beim Lernen erreichen wollen, müssen auch alle etwas Gutes und Leckeres gegessen haben. Das muss schon in der KiTa beginnen und fester Bestandteil des Lehrauftrages im Schulbereich sein. Wir brauchen hier mehr Verständnis für eine neue Kultur der Ernährung. Es ist eben mehr als die reine Essensaufnahme und dient letztendlich der sozialen Gerechtigkeit.“
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