Stadtdechant und Katholikenratsvorsitzender zu Gast bei Oberhausens CDU

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344 Stimmberechtigte gab es, doch nur 195 Stimmen wurden abgegeben: Weil das nordrhein-westfälische Schulgesetz 250 Ja-Stimmen einfordert, hätte also selbst ein 100-prozentiges Votum für den Erhalt der katholischen Bekenntnisgrundschule im Schmachtendorfer Dunkelschlag nicht ausgereicht, um den Willen der an der Stimmabgabe interessierten Eltern durchzusetzen. Die Zweidrittel-Mehrheit, 134 zu 61 Stimmen, reichte nicht aus. Dies nahmen Stadtdechant Peter Fabritz und der Oberhausener Katholikenratsvorsitzende Thomas Gäng zum Anlass, die Frage aufzuwerfen: „Wie geht eigentlich jetzt die Politik mit einem solchen Abstimmungsergebnis um?“

Der Stadtdechant und der Katholikenratsvorsitzende hatten auch erklärt, „einem Austausch über die Frage des christlichen Bekenntnisses im Schulalltag offen gegenüber zu stehen“. Oberhausens CDU hat schnell reagiert und diesen Austausch mit den engagierten Katholiken mit einer Einladung in die „Große Fraktion“ eröffnet, in der alle Funktions- und Mandatsträger der Oberhausener CDU versammelt sind. Gäng leitete im Ratssaal der Stadt aus dem Aus für die Dunkelschlagschule als katholische Bekenntnisschule Grundfragen ab, denen sich unsere Gesellschaft stellen müsse: „Erkennen wir im Christentum noch eine wichtige Basis für unsere Gesellschaft? Erkennen wir im Christentum Werte, auf deren Basis wir ein gutes, ein gelingendes Leben führen können?" Fabritz erklärte: „Die Grundlagen unseres Staates sind christlich.“

Darüber, dass das Wahlverfahren nicht dazu geeignet sei, den Elternwillen durchzusetzen, war man sich schnell einig. Christliche Werte, betonten Mitglieder der Großen CDU-Fraktion, könnten allerdings auch an einer Gemeinschaftsgrundschule vermittelt und gelebt werden: „Wenn wir immer weniger katholische Kinder haben - wie glaubwürdig ist es dann, wenn über einer Schule Katholische Bekenntnisschule steht?“

Fabritz und Gäng denken nun darüber nach, „ob es für unsere Kirche ein Weg sein könnte, in eigener Trägerschaft eine Bekenntnisgrundschule oder Bekenntnishauptschule zu errichten, um Kindern christliche Werte und den katholischen Glauben über den Inhalt des Religionsunterrichtes hinaus nahebringen zu können“. Beide bedankten sich für die Einladung durch die CDU. Sie hoffen nun „auf einen weiteren Austausch über die Bedeutung des Christentums für unsere Gesellschaft“.
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