Überzeugend argumentieren

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Oberhausen. Vor einem Publikum frei sprechen zu müssen, ist für viele Menschen eine echte Herausforderung. Das man dann noch einen festen Standpunkt vertreten und über diesen mit anderen in einem Streitgespräch diskutieren muss, macht das Ganze nicht gerade leichter.

Doch genau dieser Herausforderung stellen sich jedes Jahr Schüler aus ganz Deutschland, die am Wettbewerb „Jugend debattiert“ teilnehmen. Der Fokus bei diesem Wettbewerb liegt in der Stärkung der Demokratieerziehung.
Die Schüler lernen unter anderem, aufmerksam zuzuhören und auf andere einzugehen, gegensätzliche Meinungen auszuhalten und Streit mit Worten beilegen zu können.

Damit fördert und stärkt der Wettbewerb kommunikative Fähigkeiten durch Ausbildung in Rede, Gegenrede und Debatte, die Persönlichkeitsbildung durch gegenseitigen Austausch und Perspektivenwechsel und die Meinungsbildung durch Auseinandersetzung mit aktuellen Streitfragen. Zudem wird die politische Urteilsfähigkeit verbessert. Die Schüler erwerben Kompetenzen die sie dazu befähigen, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten.
Vor wenigen Tagen fand die Landesqualifikation NRW im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Oberhausen statt. Schüler aus 16 Regionen traten gegeneinander an und hatten zehn Tage Zeit, sich auf ihre Debatte vorzubereiten. Geht es dann endlich los, haben die Schüler (zwei für Pro, zwei für Contra) abwechselnd jeweils zwei Minuten Zeit, um möglichst überzeugend darzulegen, dass das Fach Demokratie mit dem Schwerpunkt Kinderrechte an nordrhein-westfälischen Grundschulen eingeführt werden sollte - oder nicht.
In der anschließenden freien Aussprache, die zwölf Minuten dauert, werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen. In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer noch einmal eine Minute Zeit, die Streitfrage ein zweites Mal zu beantworten. Während sich die Pro-Seite einig ist, dass demokratische Werte so früh wie möglich vermittelt werden sollten und das Wissen über die Rechte eines Kindes - wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit - bereits für Grundschüler wichtig ist, hält die Contra-Seite dagegen: Demokratie sollte als Fach nicht isoliert behandelt werden, sondern fächerübergreifend.

Eine Jury bewertet anschließend Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die Teilnehmer mit den beiden höchsten Punktzahlen qualifizieren sich für das Finale NRW am 17. April. Anschließend geht es zum Bundeswettbewerb nach Berlin.
Die Teilnahme an „Jugend debattiert“ ist mit Arbeit für die betreuenden Lehrer und auch Schüler verbunden, gesteht Simone-Tatjana Stehr, Landesbeauftragte Jugend debattiert NRW. So müssten die Lehrer an Schulungen teilnehmen, um die Schüler trainieren zu können.
Auch auf die Schüler wartet, ab den Regionalwettbewerben, professionelle Rhetoriktrainings. Doch die Arbeit lohne sich, denn sie bietet den Schülern auch Chancen, Mut zu gewinnen. So würde man sich sicher freuen, im nächsten Jahr auch eine Oberhausener Schule bei den Teilnehmern zu sehen.
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