Zahl der Straftaten in Oberhausen sinkt, Aufklärungsquote steigt

Den Kriminalitätsbericht 2017 stellten vor: Maik Podlech (Leiter Pressestelle), Ingolf Möhring (Polizeipräsident) und Peter Mosch (Leiter Direktion K) | Foto: Bildquelle: Polizei Oberhausen
  • Den Kriminalitätsbericht 2017 stellten vor: Maik Podlech (Leiter Pressestelle), Ingolf Möhring (Polizeipräsident) und Peter Mosch (Leiter Direktion K)
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Wer die Zahlen der aktuellen Kriminalitätsstatistik wahrnimmt, kann sich nochmals mit einem besseren Gefühl in unserer Stadt bewegen als im Vorjahr. Oberhauen ist offenbar wieder ein Stück sicherer geworden. Die Polizei hat Zahlen zur Kriminalität 2017 in Oberhausen präsentiert. Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Straftaten demnach auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Ein Erfolg für die Oberhausener Polizei, an dem sie auch in diesem Jahr anknüpfen will!

2017 wurden bei der Polizei insgesamt 16.470 Straftaten zur Anzeige gebracht. Das sind 5,5 Prozent weniger als 2016. Vor zehn Jahren wurden noch mehr als 21.000 Delikte bei der Polizei registriert. Zudem ist die Aufklärungsquote leicht gestiegen, und zwar auf 56,64 Prozent – ein Plus von 3,49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Oberhausen über dem Landesdurchschnitt. „Das heißt aber nicht, dass alles gut ist“, sagte Polizeipräsident Ingolf Möhring bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2017. „Uns ist bewusst, dass das Sicherheitsgefühl der Menschen nicht der aktuellen Lage entspricht. Deshalb sind wir zum Beispiel mit dem kommunalen Ordnungsdienst als mobile Wachen unterwegs, wo wir Präsenz zeigen und mit den Oberhausenern ins Gespräch kommen. Das kommt bei den Menschen gut an und gibt uns ein gutes Gefühl. Als Polizeibehörde ist uns Ihre Sicherheit wichtig und wir arbeiten daran, unsere Stadt sicherer zu machen“, betont der Polizeipräsident.

Positive Entwicklung - Weniger Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2017 um gut 35 Prozent auf 484 gesunken. 2013 waren es noch mehr als doppelt so viele, nämlich 982 – ein Rückgang, der über dem Landesdurchschnitt liegt. Nach Bewertung der Polizei ging das „Oberhausener Konzept“ erfolgreich auf, mit dem bereits vor fünf Jahren ein Paket von Repressions- und Präventionsaktivitäten geschnürt wurde, um gegen Einbrecher und Einbrecherbanden vorzugehen. Dazu zählt unter anderem die Kampagne „Schützt Euer Eigentum“, wobei die Polizei auch Tipps gibt, wie Wohnungen besser abgesichert werden können. Weil die Wohnungen gut gesichert waren, oder Nachbarn aufpassten, waren viele Einbruchsversuche erfolglos. „Auf die Wohnungseinbruchkriminalität wurde bereits im Jahr 2013 ein besonderes Augenmerk gelegt, nachdem sich hier die Fallzahlen erhöht hatten“, erklärte Kriminaldirektor Peter Mosch. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen liegt bei etwas über 16 Prozent. Der Kriminaldirektor betont, dass die Polizei bei der Aufklärung auf Hinweise aus der Bevölkerung und auf entsprechende Spurenlagen am Tatort angewiesen ist. „Wenn beides nicht vorhanden ist, ist eine Aufklärung äußerst schwierig. Unser Ziel ist eine höhere Aufklärungsquote.“ Deshalb appelliert die Polizei, wer Hinweise hat, die zur Aufklärung von Straftaten beitragen können, sollte diese auch der Polizei mitteilen.

Mehr Sicherheit auf Oberhausener Straßen

Weniger Fälle wurden bei der Straßen- und Gewaltkriminalität registriert. Auch hier liegt Oberhausen auf dem niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. 3828 Straßenkriminalitätsdelikte wurden angezeigt. Das ist ein deutliches Viertel weniger als 2012, wo es noch 5163 Fälle waren. Bei der Gewaltkriminalität sank die Zahl von 572 auf 558. Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen ging mit 335 Fällen ebenfalls auf den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre zurück.

Anstieg bei Taschendiebstahl

Während die Diebstahldelikte insgesamt betrachtet gesunken sind, wurde allerdings beim Taschendiebstahl entgegen der rückläufigen Entwicklung der Vorjahre und entgegen des Landestrends ein Plus von 19 Prozent auf 607 Fälle registriert. In NRW ist die Zahl im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 um rund 19 Prozent gesunken. Für dieses Jahr rückt wegen der Entwicklung in Oberhausen die Bekämpfung der Taschendiebstähle mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Maßnahmen bei der Polizei wieder in den Fokus. Ein Programm zur Sensibilisierung der Bevölkerung trägt den Titel „Augen auf – Taschen zu“. Das Ziel der Maßnahmen ist, die Anzahl an Taschendiebstählen zu senken und die Aufklärungsquoten zu steigern. Verdeckt oder in Uniform werden Polizisten weiter gegen Taschendiebstähle vorgehen.
Die Anzahl von Delikten der Computerkriminalität wie Datenausspähungen und Datenfälschungen hat ebenfalls zugenommen, und zwar insgesamt von 120 auf 143 Fälle. Dasselbe gilt für Straftaten mit dem Tatmittel Internet. Hier stieg die Zahl von 2016 auf 2017 um 44 auf 580 registrierte Fälle. Die Entwicklung ist kein Oberhausener Phänomen, sondern ein grundsätzliches Problem.

Tatverdächtige

Insgesamt für alle Straftaten verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr eine Anzahl von 7.331 Tatverdächtigen. Das sind 57 weniger als 2016. Davon haben rund 30 Prozent keinen deutschen Pass. Das ist deutlich mehr als der Anteil Nicht-Deutscher an der Oberhausener Bevölkerung, der nur 13,7 Prozent beträgt. Mit dem Flüchtlingsthema hat das aber nichts zu tun. Denn der Anteil der Zuwanderer an der Gesamtkriminalität in Oberhausen liegt nur bei 6,43 Prozent und ist rückläufig.

Autor:

Andrea Rupprath aus Oberhausen

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