Prinz Ludger I auf dem närrischen Thron

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„Wir sind stolz, auf Oberhausen, wir sind stolz auf die Wiege vom Revier!“ So beginnt der Refrain eines Liedes, das in den kommenden vier Monaten mit Sicherheit immer wieder gesungen werden wird. Es gehört zu Prinz Ludger I., der am vergangenen Samstag in der Luise-Albertz-Halle als Karnevals-Tollität inthronisiert worden ist.

„Spaß am Karneval – Stolz auf Oberhausen“ lautet das Motto, mit dem der neue Prinz jetzt durch die Säle zieht. Ein Motto, das für die Person Ludger Decker nicht nur während seiner Prinzenzeit gilt, sondern das für ihn auch ein persönliches Mantra ist. Denn wenn er nicht gerade mit Prinzenmütze, Prinzenkette und Zepter ausgestattet ist, hält er die KG Schwarz-Weiß Buschhausen als Präsident zusammen. Und jeder, der schon einmal mit den Schwarz-Weißen gefeiert hat, weiß: Irgendwann tritt Ludger ans Mikrofon und singt „Wir sind stolz auf Oberhausen…“.

Vier Paginnen

Passend zum Motto hatte Dekorateur Mario Hochmuth mit seinem Team die Silhouette Oberhausens auf die Bühne gezaubert: den Gasometer, den Wasserturm, die Marienkirche, das Rathaus. Davor thronte der Prinz mit seinem Hofstaat, begleitet von den Präsidenten aller Gesellschaften. Ein Novum: Es saß ausschließlich das „gefiederte Volk“ auf der Bühne. Paginnen oder sonstige Begleitungen waren im Saal geblieben. Nur der Prinz hatte seine komplette Mannschaft mit dabei, bestehend aus Minister Hans (Müthing), Hofmarschall Volker (Lindenberg) und – ein weiteres Novum - vier Paginnen: Mireille, Julia, Sabine und Nicole. Begründung des Prinzen: „Wenn aus beruflichen Gründen die eine oder andere ausfällt, habe ich trotzdem immer mindestens zwei an meiner Seite.“ Es sei ihm gegönnt, er ist der Prinz.

Wir sind das Ruhrgebiet

Pickepacke voll war’s im Saal. So voll, wie schon seit Jahren nicht mehr. Selbst beide Emporen waren so gut wie ausverkauft. Kein Wunder: Mindestens drei Gesellschaften sind in die Prinzenzeit Ludgers I. eingebunden und jede hatte ihren eigenen Fan-Club mitgebracht. Wie schon erwähnt, die KG Schwarz-Weiß Buschhausen. Des Weiteren geht Ludger I. für die KG Blau-Gelb Vondern ins Rennen. Diese Gesellschaft ist in dieser Session Jubliäumsgesellschaft, feiert ihr 7 x 11-jähriges Bestehen und nicht zuletzt die KG „Blaue Funken – Traditionscorps“.

Diese Tanztruppe hat sich Ludger I. als Begleitgarde ausgesucht. Eine sehr gute Wahl. Passend zum zweiten Teil des Mottos „Stolz auf Oberhausen“ und die Liedzeile „Stolz auf die Wiege vom Revier“, haben die Blauen Funken einen Bergmannstanz auf die Beine gestellt, der absolut sehenswert ist . „Glück auf der Steiger kommt“, „Wir sind das Ruhrgebiet“ und viele andere Songs gab’s auf die Ohren. Bergmannskluft, Helm und Grubenlampe waren ein Augenschmaus.
Der Gemeinschaftstanz der Oberhausener Garden, der mittlerweile schon fast zum Pflichtprogramm einer jeden Prinzenkürung gehört, bot wieder ein farbenfrohes Bild. Zumal das Tanzniveau der einzelnen Garden zueinander immer enger zusammenrückt. Mittlerweile verfügt Oberhausen über drei gemischte Garden und mehrere Mädchengarden, die mit ihren Solo-Passagen richtig gut überzeugen konnten.

Fünf Stunden Programm

„De Altabrosse“, die „Goldenen Trompeten“ und Stargast Jörg Bausch hatten leichtes Spiel, das Publikum zu begeistern – Schwof inbegriffen. Doch leider hat jede Medaille zwei Seiten: Ein ausverkaufter Großer Saal ist toll. Der Nachteil daran war die Geräuschkulisse. Es summte wie in einem Bienenschwarm. Moderator Walter Paßgang oder Redner wie Schmitz Backes oder das Comedy-Duo Herby und Hennes waren aufgrund der Lautstärke im Saal kaum zu verstehen. Zauberer Georg Leiste ging wegen der Unruhe fast komplett unter.
Mit über fünf Stunden Programm gehörte die Inthronisierung Ludgers I. zu einer der längeren. Aber es ist auch eine lange Session. Aschermittwoch ist bekanntlich erst nächstes Jahr am 5. März.
Text: Karin Dubbert, Fotos: Carsten Walden
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