65. SHM diesmal als Rahmenprogramm für den 2.SHU

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Startaufstellung zum 65. SHM
 
Aha! Heute ist auch der SHU!
 
Christopher beim Verpflegungsstop.
Der 65. Süchtelner-Höhen-Marathon fand am Samstag wie gewohnt statt. Der Start erfolgte um 8 Uhr und es ging wie immer auf 6 Runden a 6,4 Kilometer plus einer Abschlussrunde über die Marathondistanz.
Der Süchtelner-Höhen-Marathon war ja ursprünglich mal als einmalige Veranstaltung geplant. Auf Grund des guten Echos wurde daraus aber schnell eine Serienveranstaltung, welche nun schon die 65. Auflage erlebt.
Wer die Läufer kennt weiß, dass sie gerne immer nach schneller, höher und weiter streben. So scheint es auch bei Claudia zu sein. Schneller ist sie schon lange, nun kommt noch höher und weiter dazu. Nachdem sie bereits einige Ultrastrecken geschafft hatte, wollte sie jetzt auch die Strecke vor ihrer Haustüre zur 100 km Herausforderung nutzen. Bereits am 21.03.2015 veranstaltete sie daher den 1. Süchtelner-Höhen-Ultra über 100 km. Dazu mussten dann 15 Runden plus Ausgleichsrunde gelaufen werden. Das ergab dann gleich 1950 Höhenmeter. Auch damals hieß es zuerst dies sei eine einmalige Angelegenheit. Nachdem die erste Auflage aber ein voller Erfolg war, geht es jetzt in die zweite Auflage. Da ich schon im März als Marathonläufer dabei war, will ich auch jetzt wieder gerne die Gelegenheit nutzen die Ultraläufer im „Rahmenprogramm“ ein wenig zu unterstützen.
Als ich um 7:30 in Süchteln ankomme sind die Ultraläufer schon 3,5 Stunden unterwegs. Beim Start um 4 Uhr war es noch stockdunkel. Ich gehe die wenigen Schritte bis zur Hindenburgstraße und treffe schon auf dem Parkplatz Kerstin und Klaus welche heute auch „nur“ die Marathonstrecke laufen möchten. Während wir uns in die Startliste eintragen kommen die ersten 100 km Läufer vorbei. Sie tragen ihre Rundenzeiten in eine Liste und versorgen sich an der üppigen Verpflegungsstelle. Claudia hat die schon sonst tolle Verpflegung nochmals kräftig aufgestockt. Jetzt sind auch gekochte Kartoffeln und Salz dabei. Immerhin haben die Läufer bis Mitternacht Zeit die 100 km zu schaffen. Ich bin überrascht als ich 11 Starter in der Liste entdecke. Die meisten kenne ich. Ich staune über Manfred, der in der M75 sich auch dieser Prüfung stellt. Wir geben allen noch aufmunternde Worte mit auf die nächste Runde.
Dann müssen auch wir uns für den Marathon an die Startlinie begeben. 9 Läufer wollen heute die 42,195 km laufen. Pünktlich schickt Pedro uns auf die mir bereits bestens bekannte Runde, Ich bin ich ja heute auch schon zum zwölften Mal dabei. Das Wetter ist mit 20 Grad sehr angenehm zum Laufen. Nach der Unterquerung der Hindenburgstraße laufen wir an der Volksbank Arena vorbei und gelangen mit einem steilen Anstieg zur Irmgadiskapelle. Vorbei geht es dann am Wasserhebewerk und Klettergarten in den Wald. Hier laufen wir kreuz und quer immer den frischen Markierungen nach. Der Waldboden ist zwar angenehm weich, die Abstiege sind aber auch etwas ausgewaschen, sodass Vorsicht geboten ist. Nachdem wir den Wald verlassen haben laufen wir auf wechselndem Untergrund parallel zur Autobahn. Nach einer scharfen Kurve erhebt sich vor uns ein heftiger Anstieg. Auch hier ist der Weg ziemlich ausgewaschen, aber man ist ja hier eh langsam unterwegs. Jetzt geht es wieder zurück zur Hindenburgstraße. Die Streckenführung hat somit die Form eines Luftballons und die Schnurr hierzu ist nun die Pendelstrecke auf der wir uns alle immer wieder begegnen. Bald haben sich Marathon- und Ultraläufer vermischt und ich habe das Gefühl, dass die Ultraläufer die Abwechslung begrüßen. Immer wieder ergeben sich Gelegenheiten zu einem kurzen Austausch und alle machen noch einen frischen Eindruck. Wenn die Marathonstrecke auch mit dem Kopf bewältigt werden muss, gilt das für die 100 km erst recht. Waren bei der ersten Auflage 5 Läufer am Start, stellen sich heute 11 der großen Aufgabe. Es ist ein Einladungslauf, zu dem man sich auch gerne noch selbst anmelden kann. Die Teilnehmerzahl ist eigentlich auf 10 begrenzt, aber Claudia drückt auch mal ein Auge zu. Natürlich sind die Strecken vom DLV vermessen und genehmigt. Während wir beim Marathon ein Zeitlimit von 8 Stunden haben, müssen die Ultras in 20 Stunden im Ziel sein. In der Hindenburgstraße tragen auch wir unsere Runden in die Liste ein und ich labe mich an der üppigen Verpflegung. Dann geht es weiter in zweite Runde. Ich laufe bereits die ganze Zeit mit Wolfgang zusammen. Er erzählt vom Münster Marathon am Sonntag und am Mittwoch war er noch in Oldenburg dabei. Wie macht der das bloß?
1998 bin ich in Biel auch mal 100 km nach sorgfältiger Vorbereitung gelaufen. Auch wenn das lange her ist, kann ich mich noch gut an die „Nacht der Nächte“ erinnern. Ich weiß wie anstrengend es war, aber auch wie stolz ich war, als ich dieses Abenteuer erfolgreich bestanden hatte. Heute ist eine solche Leistung für mich nicht mehr machbar und ich bin froh und dankbar wenn ich die Marathondistanz schaffe. Wenn ich an die Leistung der Ultras denke fällt mir die Marathonstrecke direkt leichter. Wenn es aus irgendeinem Grunde beim Ultra nicht so gut läuft, kann man übrigens auch nach 10 Runden Schluss machen und wird dann nach 64,3 km mit einer Urkunde gewertet. Das ist eine gute Lösung, damit man nicht frustriert nach Hause muss. Natürlich ist es auch eine gute Gelegenheit, wenn jemand mal ausprobieren will, wie es nach 42 km weitergeht. Bald kommt Manfred zu uns. Er ist heute in Topform. Kein Wunder denn er hat mit zahllosen Ultras auch eine Menge Erfahrung. Jede Steigung geht es von Anfang an, zieht dann aber danach sofort wieder locker das Tempo an. Erfreut registrieren wir, dass die Anfahrt zum Klettergarten nun neu asphaltiert wurde und sich dadurch prima laufen lässt .Auf der Pendelstrecke kann ich gut die anderen Läufer beobachten. Florian und Volker führen beim Marathon. Kerstin und Klaus laufen im Gleichschritt. Dietmar und Jürgen bleiben ebenfalls zusammen. Claudia und Peer sehen noch locker aus, und Elli und Silvia sind sehr flott unterwegs. Allerdings haben die Beiden sich schon auf 10 Runden festgelegt.
Wolfgang hat sich irgendwann nach vorne abgesetzt und so muss ich jetzt alleine kämpfen. Irgendwie kommt mir die Strecke trotzdem heute kürzer vor wenn ich bedenke, dass ich „nur“ 6 Runden plus Ausgleichsstrecke laufen muss. So komme ich dann nach 5:51:28 ins Ziel und belege damit Platz 6 bei den Männern. Schnellster war heute Florian und bei den Frauen siegte Kerstin.
Wir stehen noch ein wenig zusammen und feuern die Ultras an. Da gibt es dann immer noch ein Lächeln von ihnen. Hier sind nur Läufer am Start, welche genau wissen worauf sie sich eingelassen haben. Souverän drehen sie ihre Runden und wenn es mal nicht läuft, geht man halt ein Stück bis es wieder läuft.
Ich bekomme meine Urkunde und mache mich auf den Weg zu meinem Auto. Immer noch treffe ich auf unermüdlichen 100 km Läufer. Ich hoffe, dass ich ihnen ein bisschen Abwechslung und Unterstützung bieten konnte. Meinen uneingeschränkten Respekt haben sie alle.
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1 Kommentar
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Ralf Schuster aus Essen-Steele | 16.09.2015 | 11:12  
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