8 Runden um den Phoenix-See

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Marathon am Phoenixsee

Der Phoenix-See ist ein künstlich angelegter See auf dem ehemaligen Stahlwerksareal Phoenix-Ost im Dortmunder Stadtteil Hörde.
Hier kann man wieder gut den Strukturwandel des Ruhrgebietes beobachten. Wo einst ein tristes Stahlwerk war ist ein schönes Naherholungsgebiet entstanden, und erfreut sich jetzt als Freizeitareal großer Beliebtheit. Demnächst soll hier sogar Wein angebaut werden.
2000 Wohneinheiten sind rund um den See entstanden, davon viele als schmucke Ein- und Zweifamilienhäuser. Gastronomie und Bürohäuser bieten inzwischen Arbeitsplätze für 1200 Menschen. Das kann man wohl einen gelungenen Strukturwandel nennen.
Dieses schöne Plätzchen soll also heute die Kulisse für einen Marathonlauf bieten. Wolfgang Gieler hat hier schon seit längerem eine Laufserie ins Leben gerufen und damit mein Interesse geweckt. Nun will ich mich mal vor Ort informieren.

Start um 9 Uhr

Der Lauf findet an einem Mittwoch statt und so mache ich mich mit meiner lieben Inge und unserer Freundin Christiane auf den kurzen Weg nach Dortmund.
Wir versammeln uns um 9 Uhr vor dem Parkhaus an der Phoenixseestraße. Die Parkgebühren sind zwar gesalzen aber dafür braucht man hier auch keine Startgebühr zu bezahlen.
Ich freue mich mal wieder Wolfgang zu treffen. Ich habe ihn schon bei den Läufen in Süchteln kennengelernt. Er ist ein leidenschaftlicher Marathonsammler und veranstaltet auch Laufserien in Münster und am Ahr Ufer. 2016 war ich bei dem von ihm ebenfalls organisierten Rheinufer-Marathon in Bad Honnef und konnte mich dort von der Qualität seiner Veranstaltungen überzeugen. Aber es gibt sofort auch eine schlechte Nachricht, denn Wolfgang kann heute nicht mitlaufen. Er muss noch einen eventuellen Ermüdungsbruch abklären lassen. So lange ist eine Laufpause Pflicht.
Heute haben sich 6 Teilnehmer eingefunden. Ich freue mich Volkmar Henke zu treffen. Auch er musste länger pausieren. Herzprobleme machten ihm zu schaffen. Aber er hat sich natürlich wieder zurückgekämpft. Dietmar Mintgen ist bereits mit einem Frühstart auf der Strecke.
Sylke Kuhn hat erst am Wochenende die Serie in Kassel organisiert und gelaufen. Trotzdem ist sie jetzt schon wieder dabei und holt sich heute den Gesamtsieg. Andreas ist in Kassel seinen 300ten Marathon gelaufen, aber noch längst nicht satt. Arno komplettiert das Feld. Er trägt den Arm in der Schlinge, denn er ist bei einem Nachtlauf gestürzt und hat sich am Schultergelenk verletzt. Er wird nur ein paar Runden mitlaufen. Also wieder eine bunte und interessante Truppe.
Wolfgang weist uns kurz in die Streckenführung ein. Gelaufen wird im Uhrzeigersinn um den See auf befestigten Rad- und Wanderwegen. Die Strecke ist flach und mit dem Messrad und GPS-Uhr vermessen. Die Runde beträgt 5,37 km und muss somit achtmal gelaufen werden um auf die Marathondistanz zu kommen. Die Sollzeit beträgt hier 6 Stunden +/-.

Verpflegung per Selbstversorger

Für die Verpflegung muss man eigentlich selbst sorgen. Inge und Christiane haben sich aber heute bereit erklärt einen Verpflegungsstand aufzubauen und zu betreuen. Das macht das Unternehmen natürlich einfacher und trifft bei den Teilnehmern auf breite Zustimmung.
Eine Woche hat der Sommer bei uns Pause eingelegt aber heute werden wieder bis zu 27 Grad erwartet. Jetzt beim Start sind es aber noch angenehme 18 Grad und ich bleibe bei Andreas um die Runde kennen zu lernen. Nachdem wir die Geschäftspassagen hinter uns haben geht es hinaus ins Grüne. Ein hoher Aussichtsberg liegt am Weg. Zum Glück können wir ihn links liegen lassen. Neben uns fließt die renaturierte Emscher. Diese war früher der Abwasserkanal des Reviers und stank entsprechend. Heute wird sie wieder Stück für Stück der Natur zurückgegeben.

Abwechslungsreiche Strecke

Zuerst passieren wir nun die Flüsterbrücke und danach die Autobahnbrücke. Die Flüsterbrücke besteht aus zwei große Halbkugeln auf beiden Seiten des Sees. Wenn man hier hinein flüstert kann der Gegenpart am anderen Ufer jedes Wort verstehen. Danach laufen wir ein kurzes Stück an der Straße lang. Ein kleiner Pfad führt uns dann wieder zurück zum See.
Nun geht es am Yachthafen vorbei. Hier hat sich auch eine Segelschule angesiedelt und ein paar Freizeitkapitäne drehen schon ihre Runden.
Bald sehen wir unseren Verpflegungsstand. Inge und Christiane haben sich wirklich große Mühe gegeben und bieten neben Wasser, Iso und Cola auch Bananen, Melonen und Salzgebäck an. Da kann man ja gestärkt in die nächste Runde gehen.
Um die Mittagszeit steigt die Temperatur tatsächlich auf 27 Grad an. Im Schatten wohlgemerkt, aber hier ist nur wenig Schatten. Da ist es natürlich wichtig viel und frühzeitig zu trinken. Trotzdem werden meine Beine ab Kilometer 28 immer schwerer. Das ist heute einfach nicht mein Tag aber ich werde mich durchbeißen.
In Höhe des Kindergartens entdecke ich plötzlich meinen Namen mit Kreide auf der Straße. Wie sich später herausstellt, hat mir Volkmar auf diese Weise einen Gruß geschickt. Das hatte ich auch noch nie.

Letzte Runde

Die Mitläufer kann man am Ufer immer gut im Blick behalten und irgendwann kann ich den Frauen meine letzte Runde ankündigen.
Nach 6:24,11 und 43 Kilometer bin ich im Ziel und habe damit meinen 160. Marathon geschafft. Puh, das war ein heute ein hartes Stück Arbeit. Inge und Christiane freuen sich mit mir über mein erfolgreiches Finish. Wir sitzen noch gemütlich bei einem alkoholfreien Bier im Schatten eines Baumes zusammen.
Die Urkunden und die Ergebnisliste werden von Wolfgang über das Internet verteilt.

Autor:

Werner Kerkenbusch aus Oberhausen

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