Leichte Wahl in Süchteln

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  Zum Wochenende hat Claudia Cavaleiro wieder einen Doppeldecker in Süchteln ausgeschrieben. Nummer 129 und 130 stehen nun bereits an. Nach kurzem Überlegen wähle ich für mich für den Samstag. Manche Läufer können sich natürlich nicht entscheiden und laufen dann halt an beiden Tagen. Ich melde mich am Mittwoch per E-Mail an und erhalte sofort eine Bestätigung von Claudia.
Da der Start bereits um 7 Uhr erfolgt, muss ich am Samstagmorgen ziemlich früh aufstehen. Für heute sind 19 Grad mit Gewitterneigung angesagt. Auf der Fahrt nach Süchteln ist es auch bei 15 Grad leicht bedeckt. Als ich im Nachtigallenwäldchen ankomme entdecke ich bereits die Autos von Volker Spanier und Oliver Beer. In der Hindenburgstraße warten auch Claudia, Peer und Markus und ich kann die Startgebühr von 15 Euro direkt bei Claudia bezahlen. Dafür gibt es den gewohnt guten Service mit der Topverpflegung und der Direkturkunde. Die Strecke ist DLV vermessen und gut ausgeschildert. Da ich heute hier zum 21mal starte, kenne ich die Strecke sowieso schon bestens. Mit Sandy und Minni sind wieder die üblichen Verdächtigen dabei. Minni hat heute Geburtstag und will daher nur einen Halbmarathon mitlaufen. Sie muss noch die Geburtstagsfeier organisieren.
Pünktlich um 7 Uhr versammeln sich die 8 Teilnehmer an der Startlinie. Kurz noch das Startfoto und dann zählt Claudia den Countdown runter und gibt das Startsignal. Jetzt geht es wieder auf die altbekannte Runde über die Süchtelner Höhen. Sofort müssen wir den Anstieg zur Irmgardiskapelle bewältigen. Danach geht es mit einem ständigen Auf und Ab vorbei am Wasserhebewerk und Klettergarten hinein in den Wald. Um diese Tageszeit gehört uns der Wald noch ganz allein. Schon bald haben sich je nach Leistungsstand kleine Grüppchen gebildet. Wer morgen bereits wieder dabei sein möchte hält sich wohl ein wenig zurück. Diese Sorge habe ich ja nicht, trotzdem muss ich es meinem Alter gemäß auch langsam angehen lassen. Das ist hier aber auch kein Problem, hier wollen die meisten Teilnehmer nur einen schönen Lauf genießen und etwas für ihre persönliche Statistik tun.
Für ehrgeizige Ziele gibt es andere Gelegenheiten. Den Marathonlauf in Düsseldorf gab es ja bereits und Gelsenkirchen und Duisburg werden bald folgen. Auch in Mönchengladbach wird es ja bald den zweiten Versuch geben. Allerdings sind dann auch die Startgebühren um ein vielfaches höher. Den ganzen Rummel mit Musikkapellen, Sambagruppen, Cheerleader sowie Brems- und Zugläufer brauche ich nicht mehr. Jetzt genieße ich lieber die Natur und die freundliche Atmosphäre und da bin ich hier in Süchteln genau richtig. Bei der Eugen-Solbachhütte habe ich die Rundenhälfte bereits erreicht. Insgesamt beträgt die Runde 6,4 km und muss somit 6mal gelaufen werden. Danach folgt noch eine Ausgleichsrunde um die 42,195 km voll zu machen.
Nach einem harten Anstieg ist man wieder auf der Pendelstrecke und sieht dann bald die Führenden entgegenkommen. Jetzt führt bereits Volker denn er ist schnell unterwegs. Danach kommen Sandy, Minni, Sven und Oliver mit seinem Hund Lara. Lara ist übrigens sehr lauffreudig und schafft die Marathonstrecke problemlos. In der Hindenburgstraße mache ich hinter meinem Namen einen Kontrollstrich und wähle aus der reichhaltigen Verpflegung einen Becher Tee. Meine Laufweste lasse ich auch gleich zurück.
Jetzt laufe ich in die zweite Runde und begegne den weiteren Teilnehmern. Alle sind freundlich und wünschen viel Erfolg. Bereits jetzt macht sich die schwülwarme Luft unangenehm bemerkbar. Doch haben wir insgesamt Glück denn es bleibt während der gesamten Laufzeit trocken und von einem Gewitter ist auch nichts zu sehen.
In der dritten Runde werde ich bereits von Volker überrundet. Er war in der letzten Woche beim Vulkanmarathon in der Eifel dabei. Er bereitet sich auf den Comrades Marathon am 4.6 in Südafrika vor. Hierbei ist die Bezeichnung Marathon eine Untertreibung, denn die Distanz schwankt zwischen 86 und 92 km.
Sven Ziegler wird auch morgen hier starten und bereitet schon die Nummer 100 vor. Diese soll dann im Rahmen des Rennsteiglaufes geschafft werden. Natürlich auch auf der Ultrastrecke. Damit wechselt er dann vom Anwärter zum Vollmitglied beim 100 MC.
In der 4 Runde ist Minni wie geplant ausgestiegen. Jetzt wird es wieder etwas voller auf der Strecke, denn der Klettergarten hat geöffnet. Im Wald bleibt es immer schön schattig und ich kann mein Tempo ziemlich beibehalten. Von den Mitläufern gibt es immer Lob und Anerkennung, welche ich gerne zurückgebe. In der 5 und 6 Runde muss ich aber dann doch der schwülen Luft Tribut zahlen. Unter 6 Stunden zu bleiben ist jetzt mein Ziel. Dafür muss ich aber auch bereits kämpfen. An der Verpflegungsstelle nehme ich nun nur noch Cola, welche mir auch immer wieder einen Schub gibt. Endlich ist die 6. Runde geschafft und ich brauche nur noch die 4 km Ausgleichsrunde zu laufen. An der Hundeschule ist der Wendepunkt erreicht und ich bin sicher unter 6 Stunden zu bleiben, Nach 5:56:35 bin ich dann auch im Ziel, belege damit Platz 4 bei den Männern und kann mich nun ausgiebig erfrischen. Jetzt in der Mittagszeit wird doch die 23 Gradmarke erreicht. Das ist noch etwas ungewohnt für den Körper. Bald sind aber alle im Ziel. Volker Spanier war mit 4:22:40 heute der Schnellste und Sandy Winkler-Spekker siegte bei den Frauen in 5:06:10. Als Gastgeschenk gibt es noch die Wahl zwischen einem Duschgel und einer 400 g Tafel Schokolade. Da fällt mir die Wahl leicht. Richtig, ich entscheide mich für die Schokolade.
Morgen ist übrigens in NRW die Landtagswahl. Da wird die Wahl schon schwieriger. Nun ich habe ja noch die Rückfahrtzeit, um alles in Ruhe abzuwägen.
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1 Kommentar
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Ralf Schuster aus Essen-Steele | 19.05.2017 | 10:52  
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