Nachruf Erwin Schmidt

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Erwin Schmidt
 
Günther Grunwald, Werner Schreiber, Erwin Schmidt, Walter Klamet, Reinhard Gebauer (v.l.n.r.)
Die Oberhausener Schachszene trauert um Erwin Schmidt.

Im Alter von 80 Jahren erlag Erwin Schmidt, 28 Jahre Leiter der Oberhausener Schachgruppe des Bahn-Sozialwerks, einem Krebsleiden.

Geboren in Essen, gründete der Elektromeister Erwin Schmidt im Jahr 1983, zusammen mit anderen Eisenbahnern, in der Kantine des Osterfelder Rangierbahnhofs eine BSW-Schachgruppe. Im Jahr 1989 wurde der Spielbetrieb in den Oberhausener Hauptbahnhof verlegt. Schon damals organisierte Erwin Schmidt, zusammen mit dem Duisburger Horst Osten (Vorsitzender der Schachgruppen der Stiftung Bahn-Sozialwerk) Vergleichskämpfe zwischen der Mannschaft der Eisenbahner und anderen Betriebsschachmannschaften, z.B. der der Firma Klöckner in Duisburg.

Erwin Schmidts Verdienst ist es, den Treffpunkt der kleinen Gruppe von Eisenbahnern im Oberhausener Hauptbahnhof zu einem offenen und beliebten Ort der Begegnung und des Spiels für alle Oberhausener Schachspieler entwickelt zu haben. Sein großes soziales Verständnis und seinen hohen persönlichen Einsatz belohnten im Laufe der Jahre Spieler aller Oberhausener Vereine mit ihrem Besuch und ihrem Einsatz für die von ihm betreuten Schachmannschaften.

Den Anfang machten im Jahr 1990 zwölf Spieler der aufgelösten SGO-Schachabteilung (vormals SK Turm Osterfeld 1921), die sich mit den Eisenbahnern zum Schachclub Starker Zug Oberhausen verbanden und am Ligabetrieb des Schachbezirks Emscher-Lippe teilnahmen. Im Jahr 1992 schloss sich die Schachabteilung des Postsportvereins Oberhausen dem BSC Starker Zug an. Im selben Jahr wurde der BSC Starker Zug Ausrichter der Stadteinzelmeisterschaft Oberhausen. 1993 fand ein Städtevergleichskampf Oberhausen – Saporoshje (ukrainische Partnerstadt) im Hauptbahnhof statt. 1996 waren Eisenbahner aus Delitzsch (bei Leipzig) in Oberhausen zu Gast. Mit der Verselbstständigung des BSC Starker Zug im Jahr 1996 endete der gemeinsame Spielbetrieb. Erwin Schmidt verstand es aber, die Kontakte zu halten und auch Spieler anderer Oberhausener Schachvereine für „seine“ Betriebsschachmannschaften zu gewinnen. Diese Betriebsschachmannschaften nehmen bis heute teil am Ligabetrieb des Betriebssport-Kreisverbandes Essen. Auch der Treffpunkt (donnerstags, 16-20 Uhr) im Hauptbahnhof Oberhausen bleibt bestehen.

Erwin Schmidt scheute keine Mühen und Kosten, um „seine“ Spieler im eigenen Wagen zu auswärtigen Spielen oder Turnieren zu fahren. Hervorzuheben ist dabei das seit mehr als 20 Jahren stattfindende Dreiländer-Turnier (BERE) von Eisenbahnern aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden, welches zweimal jährlich, abwechselnd in Brüssel/Mechelen, Eindhoven, Rotterdam oder Duisburg ausgerichtet wird. Die von ihm zusammengerufenen Mannschaften erfüllten stets seine Erwartungen und gewannen einen Siegerpokal nach dem anderen. Stolz war er über den 3. Platz „seiner“ Spieler bei der Deutschen Meisterschaft der Betriebsschachmannschaften in Essen im Jahr 2007.

Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Betriebsschachmannschaften in Berlin im Jahr 2009 blieb als lustiger Betriebsausflug in guter Erinnerung, auch wenn dort „nur“ Platz 10 erreicht wurde.

Unvergesslich bleiben auch die Oster- und Weihnachtsfeiern im Hauptbahnhof, die Erwin Schmidt alljährlich organisierte und teilweise sogar aus eigenen Mitteln finanzierte. Erwin Schmidt wollte eine soziale Gemeinschaft stiften, die über seinen Tod hinaus lebt.

Reinhard Gebauer
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