OTV Endurance Team auf dem Weg zur Zugspitze

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Sascha Kowalski landete beim Whew 100 auf dem 3. Platz (Foto: Stephan Wieser / Willpower)
 
Björn Esser & Timo Schaffeld - Gewinner des Whew 100 Run & Bike (Foto: Stephan Wieser / Willpower)
 
Sascha Kowalski stolz nach 100 Laufkilometern (Foto: Stephan Wieser / Willpower)
Nächstes Wochenende machen sich zahlreiche OTV Endurance Teammitglieder auf den Weg Richtung Zugspitze.
Dort findet der Zugspitz Ultratrail statt, der den Teilnehmern von dem sogenannten Basetrail (24,9 km / 1.595 HM), Supertrail (62,8 km / 2.923 HM) bis hin zum Ultratrail (101,6 km / 5.412 HM) insgesamt fünf attraktive Streckenabschnitte bietet.
Unter den OTV Mitgliedern gibt es neben den erfahrenen Ironman Triathleten auch viele erfahrene Ultratrail Läufer, wie beispielsweise Mario Kania-Klinger, Benedikt Strätling, Sven Lawrenz und Günter Sadowski.
OTV Athlet Sascha Kowalski hat sich, ebenso wie seine erfahrenen Teamkollegen, für den 18. Juni 2016 die längste und härteste Etappe ausgewählt und reist mit der Familie und Freunden optimal vorbereitet nach Bayern. Für ihn wird dieser Tag allerdings noch mal etwas Besonderes sein – es wird seine bislang längste und anspruchsvollste Laufstrecke werden.

Als Freizeitsportler stellt man sich oftmals die Frage, wie genau man sich auf einen so langen und kräftezehrenden Lauf vorbereiten kann und was einen dabei vorantreibt.
Kowalskis Motivation , gerade diesen Lauf zu absolvieren, resultierte aus dem Verlangen, endlich einen „richtigen“ Ultratrail in den Bergen zu laufen. Bei dem nun ausgewählten Erlebnislauf warten einige der schönsten Trailrunning- Abschnitte des gesamten Alpenraumes auf ihn. Unter anderem wird die Zugspitze (mit 2962 Metern Höhe Deutschlands höchster Berg) umrundet, zugleich aber auch das gesamte Wettersteingebirge umlaufen. Auf spektakulären Streckenabschnitten zu Füßen der Waxensteine, der Zugspitze, am Gatterl, dem Scharnitzjoch, am Ferchensee oder an den Osterfeldern unterhalb der Alpspitze, nimmt die Strecke alle Schönheiten, aber auch alle natürlichen Hindernisse mit, die das faszinierende Wettersteingebirge zu bieten hat. Start und Ziel ist hierbei der Ort Grainau.

Mit der Zugspitze hat man eine Herausforderung vor sich, macht aber auch landschaftlich eine einzigartige Erfahrung. Der Laufsport ist für Kowalski die perfekte Möglichkeit, die Welt zu bereisen und Orte zu entdecken, welche er so nicht gesehen hätte. Er kann die Regionen einfach zu Fuß erkunden, wobei der sportliche Anspruch nicht zu kurz kommt. Deshalb kommt der geplante Zugspitz Ultratrail als anspruchsvoller Lauf mit technischen Abschnitten, an dem er sich gerne messen möchte, natürlich wie gerufen.

Die Vorbereitung dazu begann für ihn bereits im Februar. Langsam wurden die Laufumfänge gesteigert und die langen Laufeinheiten am Wochenende wurden immer weiter ausgebaut. Die Kilometer schwankten zwischen 80 km in einer sogenannten Regenerationswoche, bis hin zu 300 km in zehn Tagen in der Spitze der Vorbereitung.
Ein besonderes Highlight der Vorbereitung war Ende April. Hierbei hat Kowalski die komplette Distanz von 100 km im Zuge des „WHEW 100“ absolviert.
Hier ging es vor allem darum, zu wissen, wie es sich anfühlt, diese Distanz zu laufen. Diese Strecke führte ihn durch sieben Städte, über alte Bahntrassen und entlang der Ruhr: Wuppertal - Sprockhövel - Hattingen - Essen - Heiligenhaus - Velbert - Wülfrath - Wuppertal. Auch hierbei legte er bereits knapp 500 Höhenmeter zurück und ihm wurde bestätigt, dass er in der Lage ist, über mehrere Stunden die gewünschte körperliche, als auch mentale Leistung abzurufen.

An diesem regnerischen Tag im April war er nicht alleine auf der Strecke. Freunde und Familie warteten an mehreren Versorgungspunkten, um ihn mit Getränken, Riegeln und vor allem Zwischenmenschlichkeit zu unterstützen. Allen voran Thorsten Wagener, der als Physiotherapeut den Athleten die notwendigen Hilfestellungen gibt und Kowalski auch läuferisch in Essen am Baldeneysee für einige Kilometer begleitete. Auf den Rädern waren auch OTV Kollegin Katrin Schaefer und sein Schwager Alexander Erdt auf einzelnen Abschnitten dabei. Ebenso wie seine Schwester Michaela Erdt und andere Freunde, die in der Vorbereitungszeit zahlreiche Läufe begleitet haben. Dass Kowalski dann sogar als 3. Teilnehmer ins Ziel und somit aufs Podium läuft, hätte er wohl am wenigsten erwartet.

Ebenfalls auf dieser Strecke waren auch Timo Schaffeld und Vereinsfreund Björn Esser unterwegs. Die beiden entschieden sich dazu, die 100 km als Run & Bike Wettkampf wahrzunehmen. Aus einer sehr spontanen Laune heraus erfolgte die Anmeldung und wurde zu einem spektakulären Start-Ziel-Sieg.
Alle fünf bis sieben Kilometer wechselte man sich hierbei zwischen den Disziplinen Laufen und Radfahren ab und ließ konkurrenzlos alle Verfolger hinter sich. Trotz eines Krampfes und Radsturzes landeten die Athleten auf dem ersten Platz und konnten sich mit Kowalski über einen erfolgreichen und sehr besonderen Wettkampferfolg freuen.

Im Juni kann Kowalski auf diese Form der Unterstützung nicht zurückgreifen. Es zählt die Ausrüstung, die er mit sich führt oder in einem sogenannten „Drop Bag“ im Vorfeld durch den Veranstalter bei Kilometer 55 hinterlegen lassen kann.
Bei einem solchen Lauf gibt es eine Pflichtausrüstung, die vom Veranstalter vorgeschrieben wird und mitzuführen ist. Wer dies vor dem Start nicht vorzeigen kann, darf nicht starten. Es werden auch Kontrollen während der Rennens vorgenommen. Sollte da etwas fehlen, wird der betreffende Athlet disqualifiziert. Hierzu gehören z.B. eine Kopflampe inkl. Ersatzbatterien, Notfallverbandszeug und Rettungsdecke, Trinkblase mit mindestens anderthalb Liter Fassung, Handschuhe, Mütze, Regenjacke, lange Hose und ein Handy mit der gespeicherten Rufnummer der Medical Crew.
Dies wird in einem entsprechend großen Rucksack mitgeführt. Hinzu kommt die eigene Verpflegung in Form von Riegeln oder Gels. Die Abstände zwischen den Verpflegungspunkten betragen zwar lediglich "nur" ca. zehn Kilometer, aber für die Strecke kann man im alpinen Ultratrail, aufgrund der Steigungen und technischen Abstiege, gerne mal bis zu zwei Stunden benötigen. Ebenfalls vorgeschrieben ist das Schuhwerk: Trailrunning-Schuhe mit Profilsohle, die für das Laufen im alpinen Gelände geeignet sind.

Beim WHEW 100 hat es fast durchgängig geregnet. Auch dies kann nächstes Wochenende passieren. Auf das Wetter bereitet man sich natürlich am besten vor, indem man auch bei ungemütlichen Witterungsbedingungen raus geht und seine Trainingseinheiten absolviert. Kowalski selbst findet es sogar sehr angenehm bei Regen zu laufen und ist beim Outdoorsport kein großer Fan von Sonne und Hitze.
Neben dem Wetter wartet aber auch die Herausforderung des enormen Höhenunterschiedes auf die Teilnehmer. Darauf sollte man sich nach Möglichkeit vorbereiten, um sich an die dünnere Luft zu gewöhnen. Da das Ruhrgebiet nicht bekannt für seine hohen Berge ist, hat Kowalski in dem Essener Sport- und Höhenzentrum „Bewegungsfelder“ einen optimalen Kooperationspartner gefunden. Auch andere Kollegen haben hier bereits trainiert oder eine Leistungsdiagnostik durchgeführt.
Bei Bewegungsfelder könnte man sich in einer Höhenkammer auf einem Laufband auf bis zu 5.400 m Höhe auf den geringeren Luftdruck und Sauerstoffgehalt vorbereiten.
Kowalski hat dort zweimal die Woche auf 3.500 m Höhe trainiert und konnte durch die Variation der Steigung auf dem Laufband auch die Anstiege simulieren.

Alternativtraining gab es während der letzten Monate ebenfalls. Am Wochenende ging es beim Schwimmtraining mit dem Team gerne mit ins Sportbecken. Aber auch dort lief er lieber und absolviere eine Runde Aquajogging.
Nicht zu unterschätzen - übrigens für jeden Läufer - ist das Core- und Stabitraining. Hierbei sorgen spezielle Kräftigungsübungen, beispielsweise für eine stabile Rumpfmuskulatur. Die OTV Mitglieder absolvieren dies wöchentlich in der Oberhausener Atho Praxis für Physiotherapie.

In Oberhausen und auch vor Ort drückt das ganze Team den teilnehmenden Läufern auf allen Distanzen die Daumen. Im Vordergrund steht hierbei, dass alle gesund ins Ziel kommen und bei all dem körperlichen Anspruch die Freude nicht verlieren. Egal ob absehbar ist, dass man die anvisierte Zeit erreicht oder nicht.

Für die Finisher, die unter 22 Stunden bleiben, würde dies bedeuten, dass sie sich für die „Western States 100“ Lotterie bewerben dürfen. Das Rennen ist eines der bekanntesten 100 Meilen Läufe und führt nordwestlich von San Francisco durch Kalifornien.

Eine WHEW 100 Dokumentation über Kowalski gibt es übrigens unter folgendem YouTube Link: "Whew 100".
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