Turnbegeisterung pur beim KTTO/TC 69

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Das Team ist die Nr.1! Durch Zusammenhalt am Ende auf Platz sechs.
 
Emotionale Verabschiedung vom Niederländer Jorian Ilbrink
 
Erst 15 Jahre und schon eine Säule des Teams - Michael Donsbach.

KTTO verliert gegen Vizemeister. Am Ende trotzdem Rang sechs.


Ohrenbetäubend verabschiedeten sich die Fans am Ende eines spannenden Wettkampfs und einer nervenaufreibenden Saison von ihrem Team des Kunstturnteam Oberhausen. Standing Ovations für eine Mannschaft, die in der Saison 2016 wieder für Begeisterung sorgen konnte und für einen jungen Niederländer, der nun in die Turnrente gehen wird.

Die Vorzeichen für einen spannenden Wettkampf standen gut, denn nicht nur die Begegnung zwischen dem KTTO/TC 69 gegen das niedersächsische Tus Vinnhorst versprach Spannung, sondern auch das Ergebnis aus Heilbronn von der dortigen KTT gegen Eintracht Frankfurt wurde von hiesigen Zuschauern mitverfolgt. Ein Sieg von den Hessen würde das KTTO dazu verdammen gewinnen zu müssen. Der vom Verband festgelegte Beginn von 18 Uhr konnte wegen einer Vollsperrung auf der Autobahn und damit verspäteter Anreise der Gäste nicht ganz eingehalten werden. Höhere Gewalt, kann man nichts machen. So machten sich die Turner 20 min später auf in den Kampf um die Scorepoints. „Dadurch waren die anderen Begegnungen ein wenig vor raus und wir waren immer auf aktuellem Stand.“ So Trainer Sydnee Ingendorn, der regelmäßig die Ergebnisse der weiteren Begegnungen durch gab.

Verabschiedung und Auftakt nach Maß


Doch bevor der Wettkampf mit dem ersten Turner am Boden beginnen sollte, gab es noch einen emotionalen Moment in den Reihen des KTTO. Der sympathische junge Niederländer Jorian Ilbrink turnte an diesem Tag seinen letzten Wettkampf in seiner Turnkarriere. Da er nach den olympischen Spielen nicht mehr vom Verband weiter gefördert wird, hat seine professionelle Laufband nun ein Ende gefunden. Doch ein Kreis könnte sich nicht schöner schließen. Denn Ilbrink turnte 1997 bei der Talentiade in Oberhausen mit sechs Jahren seinen ersten Wettkampf. Und nun auch seinen wohl letzten. Mit entsprechenden Geschenken, die Ihn an seine Zeit in Oberhausen erinnern sollten und nach Minuten langem Applaus, ging es sportlich los.
„Wir sind davon ausgegangen, dass wir eigentlich der klare Außenseiter gegen den Zweitplatzierten sind. Dass wir diesen Wettkampf so spannend gestalten konnten und so viele Gerätepunkte sichern konnten, war überraschend, aber für die Stimmung in der Halle sensationell.“ War Sydnee Ingendorn sehr zufrieden mit dem Verlauf des Wettkampfes.

Und in der ersten Wettkampfhälfte legten die Oberhausener los, wie die Feuerwehr. Mit vier souveränen Bodenübungen landeten die ersten Gerätepunkte direkt auf dem Konto der Heimmannschaft (4:2). Der Pferddurchgang, der sich immer als sehr wichtiger Gradmesser eines Wettkampfes herausstellte, wurde mit sehr starken Leistungen von Berner, Bramkamp und Schroé mit einem Unentschieden belohnt (8:8). Besonders Schroé legte in seinen Schwierigkeiten nochmals erheblich zu und brachte seine beste Übung sehr elegant an das Zittergerät. Mit 14.20 Punkten zu recht die Höchstwertung aller acht Pferdturner. Zu guter Letzt ging es noch in der ersten Wettkampfhälfte an die Ringe. Waren die Ringen och ein Problemgerät in den letzten zwei Jahren, so waren die Auftritte in diesem Jahr um so souveräner. Nicht zu letzt auch durch den zweifachen Deutschen Jugendmeister an diesem Gerät Michael Donsbach. Knapp, aber mit 5 zu 4 Scorepunkten ging auch die Ringewertung an das KTTO. Ingendorn ist zufrieden mit der Entwicklung an diesem Gerät „Wir haben die Ringe deutlich als Schwachpunkt im letzten Jahr bei uns ausgemacht und daran gearbeitet. Wir wurden nur vom Meister Heilbronn geschlagen, ansonsten ging dieses Gerät immer an uns. Jetzt haben wir für 2017 die Baustelle Sprung.“

Arbeitsfeld Sprung


Und der Sprung war wieder einmal zu Beginn der zweiten Hälfte ein kleiner Knackpunkt. Zwar turnten die Oberhausener ihre Sprünge recht souverän, doch wurden von den höherwertigen Sprünge der Gäste deutlich geschlagen (10:0). Die Barrenwertung wurde wieder spannend wie zuvor alle Geräte in Hälfte eins. Osting und Donsbach konnten zu Beginn jeweils drei Scorepunkte gewinnen. Dann kam der letzte Auftritt von Ilbrink, der nochmals alles auspackte und eine hervorragende Übung zum Ende seiner Laufbahn zauberte. Seine Teamkollegen und auch die Zuschauer spendeten dem Niederlönder nochmals Minuten langen Beifall. Leider musste er sich am Ende seinem niederländischen Gegenüber geschlagen geben, der ebenfalls eine Übung mit Höchstschwierigkeiten darbieten konnte. Sauerborn musste sich im letzten Duell auch geschlagen geben und ging am Ende der Barren knapp an die Gäste mit 7 zu 6. Dann folgte nur noch das Königsgerät. Bramkamp und Sauerborn legten zu Beginn mit Punktgewinnen vor. Donsbach musste sich dem Gast im Vinnhorster Team geschlagen geben und so stand es vor dem letzten Duell 4 zu 2 für die Gäste. Doch eine Flugshow von Schroé brachte seiner Mannschaft nochmal fünf Scorepunkte ein und damit auch den Gewinn der Reckwertung.

Turnbegeisterung in Oberhausen auf dem Siedepunkt


Am Ende musste sich die Mannschaft um die Trainer Ingendorn knapp mit 35 zu 31 gegen den Vizemeister geschlagen geben, doch die Fans und Anhänger feierten ihr Team wie potenzielle Meister. „Diese Begeisterung die wir mit unserer Sportart in der Heinrich Böll- Halle entfachen können ist unglaublich. Ich hatte gestern richtig Gänsehaut bei dieser Stimmung. Der Hexenkessel KTTO ist legendär und ich hoffe, dass wir auch in der kommenden Saison wieder so einen unglaublichen Rückhalt bekommen.“

Doch da war doch noch was bezüglich Abstiegsgefahr. Lange Rede kurzer Sinn. Frankfurt war in Heilbronn chancenlos und wird somit den Gang in Liga drei antreten müssen. Zur freudigen Überraschung aller, konnten sich die Oberhausener noch auf Platz sechs vorschieben, denn die Bochum gingen ersatzgeschwächt gnadenlos in Koblenz unter und sind aufgrund der Gerätewertung nun auch noch hinter dem KTTO.

Sydnee Ingendorn war platt, aber zufrieden „Diese Saison war ein sehr hartes Stück Arbeit. Nach unserem Fehler im Wettkampf gegen Koblenz bin ich froh, dass alles noch so gut für uns ausgegangen ist. Die Liga ist unglaublich ausgeglichen. Wir wissen nun was wir zu tun haben und müssen ab Montag für 2017 trainieren. Denn die Saison beginnt mit zwei Wettkämpfen erstmalig schon im Juni.“ Aber jetzt heißt es erst einmal Durchschnaufen.
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