Schachclub Schwarze Dame Osterfeld 1988

Anzeige
Gründungsmitglieder des Schachclubs Schwarze Dame Osterfeld (v.l.n.r.): Heinz Kuenkamp, Bernd Laudage, Bruno Fiori und Joachim Guddat im „Siebenbürger Hof“, 1992
 
1988: Mannschaftskampf beim SK Bottrop 50. Im Bild (v.l.n.r.), vordere Reihe: Günther Schnettler, Joachim Böhm und Horst Sinnwell; hintere Reihe: Hans-Joachim Otto, Joachim Guddat, Bernd Laudage, Markus Jerig und Bruno Fiori (1. Vorsitzender)
 
Gaststätte „Siebenbürger Hof“, Vereinsabend 1992 Lothar Plogsties (1.v.r.) – Stadteinzelmeister Oberhausen 1964 und 1977
 
Schachclub Schwarze Dame Osterfeld 1988, 1. Mannschaft, Aufnahme aus dem Jahr 1998. Im Bild, v.l.n.r.: Joachim Böhm, Ludger Grewe, Joachim Guddat, Matthias Limberg, Bernd Laudage, Frank Simon (sitzend), Horst Sinnwell und Machmout Abdelkhalek
 
Schachclub Schwarze Dame Osterfeld 1988, 2. Mannschaft, Aufnahme aus dem Jahr 1998. Im Bild, v.l.n.r.: Gerd Thiel, Hans-Joachim Otto, Markus Jerig, Heinz Bandmann, Michael Niepenberg, Günther Schnettler und Bruno Fiori (1. Vorsitzender und Mannschaftsführer)
Schachclub Schwarze Dame Osterfeld 1988

Der vereinsgebundene Schachsport in Osterfeld hat eine lange Tradition. Seit der Gründung des Schachklubs Turm Osterfeld im Jahr 1921 gibt es hier stets mindestens einen Schachverein. Der am 1. Juli 1988 von Bruno Fiori zusammen mit Bernd Laudage, Joachim Guddat und Heinz Kuenkamp gegründete Schachclub Schwarze Dame Osterfeld steht in dieser Tradition.

Gründungsziel des SC Schwarze Dame Osterfeld ist es, spielstarke Oberhausener Schachspieler, die zum Essener Schachverein DJK Wacker Bergeborbeck abgewandert waren, zurückzuholen und die Oberhausener Schachszene neu zu beleben.

Die von der DJK Wacker Bergeborbeck nach Osterfeld wechselnden Schachspieler sind: Bruno Fiori, Joachim Guddat, Bernd Laudage, Frank Simon und Horst Sinnwell.

Erste Spiellokale sind das Hotel/Restaurant „Volksgarten“ (1988) und der „Siebenbürger Hof“ (1989-1999) an der Kapellenstraße. Von 2000 bis 2010 beherbergt der Bahnhof Osterfeld Nord den Schachclub. Seit dem Jahr 2011 finden die Vereinsabende des SC Schwarze Dame freitags (ab 19 Uhr 30) im Saal des Pfarrhauses der Kirchengemeinde St. Pankratius statt.

Schnell entwickelt sich der Schachclub zu einem der aktivsten und erfolgreichsten Vereine der Region. Zahlreiche Erfolgsmeldungen über Turniersiege oder Aufstiege der Vereinsmannschaften finden ihren Niederschlag in der lokalen Presse.

Im Januar 1990 stellt der konkurrierende SK Turm Osterfeld 1921 (seit 1986 SGO-Schachabteilung) den Spielbetrieb im „Haus Wittekind“ ein. Der Schachclub Schwarze Dame Osterfeld wird Anziehungspunkt und Sammelbecken für weitere spielstarke Spieler und Spieler mit Ambitionen. Der sportliche Erfolg und der Zulauf an Neumitgliedern sind so groß, dass der Vereinsvorstand einen Aufnahmestopp in Erwägung zieht (ein Novum in der Oberhausener Schachgeschichte).

Motor der Vereinsentwicklung und Oberhaupt der Osterfelder „Schachfamilie“ ist der 1. Vorsitzende Bruno Fiori. In einem Bericht für das Sportjahrbuch Oberhausen 1992 formuliert er die Vereinsziele des SC Schwarze Dame: 1. Sammelbecken für starke Spieler, aber auch für Neueinsteiger zu sein; 2. alte, verkrustete Strukturen aufzubrechen und das Schachspiel zu modernisieren; 3. auf Dauer in Oberhausen die Nummer 1 der Schachvereine zu sein; 4. die Mitgliederzahl auf 40 zu beschränken, um den Club überschaubar zu halten, Teilhabe der Mitglieder am Vereinsleben und Gemütlichkeit zu ermöglichen, Freude am Schachspiel zu bereiten.

Obwohl die von der DJK Wacker Bergeborbeck zurückgekehrten Spieler der Schwarzen Dame Osterfeld in Essen bereits in der höchsten Amateurklasse (Regionalliga) spielten, müssen sie mit dem neu gegründeten Verein, nach Satzung und Beschluss des Schachbezirks, in der untersten Spielklasse (Kreisklasse) neu beginnen. Die erste Mannschaft startet mit 60 Mannschaftssiegen in Folge, aber es dauert 17 Jahre, bis die alte Spielklasse wieder erreicht wird. Nach 6 Aufstiegen in Folge wird die Verbandsklasse erreicht. Im Jahr 1998 gelingt der Aufstieg in die Verbandsliga. Im Jahr 2005 feiert der Verein endlich den Aufstieg in die Regionalliga. Die Aufstiegsmannschaft: Ludger Grewe, Daniel Lanius, Dragos Ciornei, Joachim Böhm, Bernd Laudage, Bruno Fiori, Matthias Limberg, Martin Limberg.

In dieser höchsten, bis heute erreichten Spielklasse, hält die 1. Vereinsmannschaft sich 2 Jahre. Doch die gesteigerten Anforderungen fordern ihren Tribut. Einige Spitzenspieler verlassen den Verein. Der Abstieg wird unvermeidlich. In der aktuellen Spielsaison behauptet sich die erste Mannschaft des SC Schwarze Dame wieder in der Verbandsklasse.

Der SC Schwarze Dame Osterfeld macht Furore. Aus dem Favoritenschreck wird selbst ein Favorit. Auf lokaler Ebene, im Schachbezirk, im Schachverband und auf überregionalen Turnieren werden Titel, Pokale, Urkunden und Geldpreise in Serie gewonnen, sowohl im Blitzschach (Bedenkzeit = 5 Minuten für die ganze Partie) als auch im Turnierschach (Bedenkzeit = 2 Stunden für 40 Züge).

Im Blitzschach sind die Osterfelder besonders gefürchtet. 13 Stadtmeistertitel im Blitzschach für 6er-Mannschaften gewinnt der SC Schwarze Dame in den Jahren von 1988 bis 2003. Seitdem wird das Turnier in Oberhausen nicht mehr angeboten.

Auch auf Bezirksebene (Schachbezirk Emscher-Lippe = Oberhausen, Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen und Dorsten) heißt der Sieger im Blitzschach für 4er-Mannschaften jahrelang: SC Schwarze Dame Osterfeld. Von 1990 bis 1994 gewinnen die Osterfelder den Titel. Weiter Siege in diesem Wettbewerb folgen in den nächsten Jahren.

Ebenso erfolgreich ist der Verein im Turnierschach. Bereits in der ersten Spielzeit (1988/1989) gewinnen die Osterfelder das Pokalturnier für 4er-Mannschaften des Schachbezirks. Noch höher zu bewerten ist (neben dem Aufstiegsmarathon der 1. Vereinsmannschaft) der Gewinn des Pokalturniers für 4er-Mannschaften des Schachverbandes Ruhrgebiet im Jahr 2006. Es ist der erste Sieg eines Oberhausener Schachvereins in diesem Turnier. Die Siegermannschaft des SC Schwarze Dame Osterfeld: Joachim Böhm, Ludger Grewe, Dragos Ciornei, Bernd Laudage, Matthias Limberg, Bruno Fiori.

Zu den herausragenden Schachspielern des SC Schwarze Dame Osterfeld zählt Bernd Laudage: Hervorgegangen aus der Schachjugend des untergegangenen SK Turm Osterfeld, regional bekannt geworden bei der DJK Wacker Bergeborbeck, heute einer der Spitzenspieler des SC Schwarze Dame Osterfeld. Seine Titel und sportlichen Leistungen: Stadteinzelmeister Oberhausen 1983 und 1989, mehrfacher Stadteinzelmeister Oberhausen im Schnellschach, vielfacher Stadteinzelmeister Oberhausen im Blitzschach, mehrfacher Bezirkseinzelmeister und Teilnehmer der Verbandseinzelmeisterschaft im Blitzschach, Teilnehmer der NRW-Meisterschaft und der Deutschen Einzelmeisterschaft im Blitzschach 1992, vielfacher Vereinsmeister im Blitzschach, unzählige Siege mit der Vereinsmannschaft...

Weitere Stadteinzelmeister Oberhausen (Turnierschach) des SC Schwarze Dame Osterfeld: Bruno Fiori (1992), Joachim Guddat (1995), Joachim Böhm (1998, 1999, 2004) und Dragos Ciornei (2007).

Die Vereinsmeister der zurückliegenden Jahre: Horst Sinnwell (1989, 1997), Olaf Heinzel (1990), Joachim Guddat (1991), Machmout Abdelkhalek (1992, 1994), Joachim Böhm (1993, 1999, 2007), Ludger Grewe (1995, 1998, 2000-2006, 2008-2010), Dragos Ciornei (1996, 2012) und Bernd Laudage (2011).

Mitglieder: Den Höchststand verzeichnet der Schachclub im Jahr 1992 mit 33 Eingetragenen, damals sind drei Seniorenmannschaften und eine Jugendmannschaft aktiv. Derzeit hat der Schachclub 17 Mitglieder. Ältestes Vereinsmitglied ist Günther Schnettler (80), jüngstes Vereinsmitglied ist Oliver Heisterkamp (44).

Der aktuelle Vereinsvorstand: 1. Vorsitzender: Bruno Fiori (seit 1988); 2. Vorsitzender: Bernd Laudage; Spielleiter: Bernd Laudage; Kassenwart: Arnold Bensch. Arnold Bensch betreut seit drei Jahren auch die Homepage des Vereins: schwarzedameosterfeld1988.de

Die Trainingsabende finden freitags, ab 19 Uhr 30, im Saal des Pfarrhauses der Kirchengemeinde St. Pankratius Osterfeld statt. Der Spielplan: 1. Freitag im Monat: Preisblitzturnier; 2. Freitag im Monat: freie Partien; 3. Freitag im Monat: Vereinsmeisterschaft, 4. Freitag im Monat: freies Training. Mannschaftskämpfe: einmal im Monat, sonntags.

Neben dem geselligen Zusammensein am Vereinsabend bietet der Schachclub die regelmäßige Teilnahme an Stadt- und Bezirksmeisterschaften, die Teilnahme am Mannschaftswettbewerb des Schachverbandes (Ligabetrieb) und Fahrten zu überörtlichen Schachturnieren (Preisturnieren). Kontakt: Bruno Fiori, Tel. (0208) 896231, E-Mail: BrFiori1@aol.com

Zu den besonderen Aktivitäten des Schachclubs zählen die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen des Osterfelder Bürgerringes und der Werbegemeinschaft Osterfeld (Osterfelder Stadtfest) sowie Veranstaltungen des Stadtsportbundes (Sterkrader Spiel- und Sportwochenende), aber auch die Organisation jährlicher Vereinsfahrten, welche z.B. die Stadt Berlin oder den Rheingau zum Ziel haben, und Fahrten zum beliebten Karfreitag-Blitzturnier im niederrheinischen Kevelaer.

Zur Feier des 10-jährigen Vereinsbestehens im Jahr 1998 richtet der SC Schwarze Dame Osterfeld ein Jubiläumsturnier aus, das Teilnehmer aus dem ganzen Schachbezirk findet. Zum selben Anlass wird zusätzlich eine Vereinsfahrt nach Prag durchgeführt. Auch die Jugendarbeit läuft eine Zeit lang Erfolg versprechend. In der Saison 2003/2004 wird die Jugendmannschaft (Ben Hoffmann, Marius Fiori, René Hansen, Zoran Markovic) des SC Schwarze Dame Osterfeld Meister der Jugend-Bezirksoberliga.

Ein stetiger Mitgliederwechsel ist bei allen Schachvereinen zu beobachten, so auch beim SC Schwarze Dame Osterfeld. Den gewöhnlichen Abwanderungen, Austritten oder Todesfällen stehen lange Zeit ausgleichende Beitritte gegenüber. Der Niedergang kommt oft schleichend, über die Jahre sinkt die Zahl der Mitglieder langsam. In neuerer Zeit aber leiden Vereine aller Gattungen unter Mitgliederschwund. Auch die Schachvereine des Bezirks Emscher-Lippe verzeichnen von Jahr zu Jahr einen stetigen Verlust. Nahezu jedes Jahr stellt ein Schachverein im Bezirk den Spielbetrieb ein.

Den allgemeinen gesellschaftlichen Trend zu veränderten Freizeitgewohnheiten, nachlassender Vereinsbindung und mangelnder Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern sowie die Konkurrenz durch neue Medien spüren insbesondere die Schachvereine. Wer ohne direkte persönliche Kontakte Schach spielen möchte, kann dies heutzutage jederzeit über das Internet tun und hat dabei nicht den Aufwand, einem Verein beizutreten und dessen Spielbetrieb zu sichern.

Der Versuch, den fast alle Schachvereine unternehmen, mit gezielter Jugendförderung der Überalterung und dem Aussterben zu entgehen, erfordert eine ununterbrochene Anstrengung der Ehrenamtlichen. Der Erfolg zeigt sich erst nach Jahren und seine Dauer ist von vorneherein ungewiss. Unter den Schachvereinen in Oberhausen betreiben derzeit nur der Oberhausener Schachverein (OSV 1887) und der Schachverein Schwarz-Weiß Oberhausen 51/96 eine nennenswerte Jugendförderung. Die Schachabteilung der Spielvereinigung Sterkrade-Nord und der SC Schwarze Dame Osterfeld stellten die Jugendarbeit nach einigen Jahren wieder ein.

Die Liste der untergegangenen Schachvereine in Oberhausen ist lang, doch die wenigsten dieser Vereine erreichten das 25-jährige Gründungsjubiläum. Ereilte den Schachclub Schwarze Dame (SDO) dasselbe Schicksal, wäre nach dem SV Osterfeld 1926, den Schachfreunden Eisenheim (1931-1938) und dem SK Turm Osterfeld (1921-1990) nicht nur der vierte Osterfelder Schachverein verloren, sondern auch die mehr als 90-jährige Tradition des vereinsgebundenen Schachsports in Osterfeld ginge zu Ende.

Zur Erinnerung: Die SDO-Spitzenspieler Joachim Guddat, Bernd Laudage, Horst Sinnwell und Frank Simon entstammen der Vereinsjugend des untergegangenen SK Turm Osterfeld. Einige der SDO-Seniorenspieler waren zuvor langjährige Mitglieder des SK Turm Osterfeld: Heinz Kuenkamp (1947-1986), Lothar Plogsties (1950-1990), Günther Schnettler (1960-1962 und 1975-1990). Ebenso fanden die ehemaligen Turm-Spieler Arnold Bensch, Markus Jerig und Uwe Stuhlemmer beim SC Schwarze Dame eine neue Schachheimat.

Lothar Plogsties verstarb im Jahr 1994, Heinz Kuenkamp im Jahr 1998. Lothar Plogsties war beim SK Turm Osterfeld erster Vorsitzender (1974 bis 1981) und in den Jahren zwischen 1957 und 1981 neun Mal Vereinsmeister. Eine personelle Kontinuität im Osterfelder Schachsport ist also gegeben.

SDO-Vorsitzender Bruno Fiori erzielte seine ersten Schacherfolge in den Jahren von 1975 bis 1982 beim SV Thyssen Oberhausen, bevor er zur DJK Wacker Bergeborbeck wechselte. Der Ex-Osterfelder Horst Sinnwell spielt heute für die Schachfreunde Kirchhellen 72, Joachim Böhm spielt für den SV Bottrop 21. Bei der Spielvereinigung Sterkrade-Nord spielen noch heute fünf ehemalige Osterfelder (SK Turm). Beim SV Schwarz-Weiß Oberhausen sind ebenfalls noch fünf ehemalige Osterfelder (SK Turm) aktiv. Die Schachhochburg Osterfeld wirkt
in der ganzen Region.

Liebe Schachfreunde, besuchen Sie die Spielabende des SC Schwarze Dame, damit dem Stadtteil Osterfeld der Schachclub erhalten bleibt !

Reinhard Gebauer
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.